Dem eigenen Erfolg im Weg

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Mo, 22. Januar 2018

Rollhockey

RSV Weil setzt positive Entwicklung in der Rollhockey-Nationalliga A zwar fort, verliert Kellerduell gegen Genf mangels Effizienz aber 0:3.

ROLLHOCKEY Nationalliga A: RSV Weil – RHC Genf 0:3 (0:1). Leistung und Ergebnis haben beim RSV Weil nicht zueinandergefunden. Die 0:3-Niederlage im Kellerduell der Rollhockey-Nationalliga A gegen Genf verdeutlicht das Kernproblem des Schlusslichts.

Ein paar Grundvoraussetzungen sind für das Rollhockey unerlässlich. Schläger, Rollschuhe, auch Knie- und Ellenbogenschützer sind empfehlenswert – und Geduld. Viel Geduld. Die Angriffe sind in der Regel geprägt von geduldigem Lauern, stetem Lauf- und Passspiel, reihum im Rechteck, um sich den Gegner zurechtzulegen und auf die entscheidende Aktion hinzuarbeiten.

In der 43. Minute ist für allzu viel Geduld aber keine Zeit mehr. Der RSV liegt gegen Genf mit 0:2 zurück und drängt in Überzahl auf den Anschluss. Mit schnellen Pässen zieht sich die Schlinge immer enger um den Genfer Kasten. Doch im Abschluss bleiben die Weiler erfolglos, beispielsweise verfehlt Sebastian Winkler zweimal den Kasten. Wie kurz zuvor Felix Furtwängler, dessen Nachschuss eines Direkten am langen Pfosten vorbeikullert. Bezeichnend für den RSV, dem es nicht an Chancen mangelt, dafür aber an der Effizienz – das Sinnbild einer Saison.

Mitte November noch erlebten die Weiler im Pokal ein 0:10-Debakel in Genf, nach dem erneuten Aufeinandertreffen sah Kapitän Furtwängler nun im RSV die "bessere Mannschaft in einem attraktiven Spiel, das nicht dem Niveau des Tabellenkellers entsprach". Mit einem Sieg wären die Weiler am RHC auf den vorletzten Platz vorbeigezogen.

Dass dies nicht gelang, ist für den RSV jedoch kein Weltuntergang. Der Fokus liegt auf der Entwicklung, "wir wollen uns stetig verbessern", sagt der Kapitän. "Und das ist uns gelungen." Die Weiler knüpften an die Leistung gegen Uri an, als beim 3:4 nach Verlängerung der erste Punktgewinn der Saison gelang.

Der RSV hat ein Manko der ersten Saisonhälfte behoben und agiert mittlerweile über die gesamte Spielzeit konstant. Das beinhaltet auch längere Ballphasen, die anfangs "maximal 15 Sekunden gedauert haben", sagt Furtwängler. Mittlerweile sind die Weiler an dem Punkt angekommen, dass gegen sie passives Spiel angezeigt wird und sie zum Abschluss kommen müssen – sprich nach 45 Sekunden.

RSV-Kapitän Felix Furtwängler: "Können noch geduldiger sein."

Dennoch: "In manchen Situationen können wir noch geduldiger sein und müssen nicht zwingend den Abschluss suchen, sondern den Gegner mehr laufen lassen", sagt Furtwängler.

Gegen Genf "standen wir uns selbst im Weg", befand der Kapitän und sich selbst von Kritik nicht aussparte: "Heute geht viel auf meine Kappe." Furtwängler ließ mehrere Chancen liegen, so scheiterte er mit einem Penalty (8.) und sah wenig später die Blaue Karte. Die Folge: die Genfer Führung durch Juan Agustin Cerezo (11.). Es blieb der einzige Treffer des auffälligsten Genfers – groß gewachsen, breite Schultern, ein robuster Akteur –, denn reihenweise scheiterte er an RSV-Torhüter Jens Schumann. Der 22-Jährige hat sich vom unerfahrenen Neuling zum sicheren Rückhalt entwickelt, strahlt Ruhe und Sicherheit aus.

Auch dank Schumann hielt Weil das Spiel offen, kam zu hochkarätigen Chancen, scheiterte zweimal am Torgestänge. Die berühmte Rache der fehlenden Effizienz schlug in Minute 41 zu: Genf traf zum zweiten Mal, das 3:0 unmittelbar vor der Schlusssirene war nur noch statistischer Natur. Dem RSV fällt derweil zuhause das Toreschießen schwer, in fünf Partien gelangen nur vier Treffer, Furtwängler selbst hat alle seine sieben Saisontore auswärts erzielt. Doch der Trend lässt vermuten, dass diese Serie reißen wird. Die Weiler, sie benötigen noch Geduld.

Tore: 0:1 Cerezo (11.), 0:2 Desponds (41.), 0:3 Simons (50.). Zuschauer: 80.