Ruderer auf Goldkurs

dpa

Von dpa

Fr, 03. August 2018

Rudern und Kanu

Der Deutschland-Achter startet erfolgreich in die European Championships in Glasgow.

GLASGOW (dpa/BZ). Gute Laune am Rand des Schwimmbeckens, souveräne Vorstellung auf der Regattastrecke: Der Deutschland-Achter steuert bei den European Championships in Glasgow auf Goldkurs. In seinem Vorlauf auf dem Rudersee im Strathclyde Country Park setzte sich das Team um Schlagmann Hannes Ocik und Jakob Schneider aus Ihringen am Donnerstag in 5:32,83 Minuten vor Rumänien (+0,54) und dem WM-Dritten Italien (+24,27) durch. Bei den deutschen Schwimmern herrschte am Auftakttag des Multi-Sport-Events beim Training noch Vorfreude – die Becken-Asse kämpfen erst von diesem Freitag an EM-Ehren.

Der Ruder-Weltmeister qualifizierte sich mit einem kontrollierten Rennen direkt für das Finale, bei dem die Niederlande der stärkste Widersacher im Kampf um den EM-Titel sein dürften. Der Olympia-Dritte gewann den anderen Vorlauf deutlich vor Olympiasieger Großbritannien und steht gleichfalls bereits im Finale am Sonntag. "Ich würde die Briten noch nicht abschreiben. Vor heimischer Kulisse können sie sich weiter steigern", sagte Ocik. Sein Teamkollege Torben Johannesen meinte: "Die Bedingungen hier sind sehr anspruchsvoll durch die drehenden Winde. Wenn es jetzt am Sonntag noch windiger wird, dann werden die Rennen noch spannender." Während des Vorlaufs war es zumindest trocken geblieben – am Vortag hatten die Ruderer noch im schottischen Regen trainiert.

Sorgen ums Wetter müssen sich die Schwimmer nicht machen, die sich rund zwölf Kilometer entfernt im Tollcross International Swimming Centre bei bester Stimmung auf ihre ersten Rennen vorbereiteten. "Es ist schon cool hier", sagte Youngster Ramon Klenz, der am Donnerstag 20 Jahre alt wurde und in Schottland seine EM-Premiere feiert. "Das Training hier klappt top." Auch Chefbundestrainer Henning Lambertz ist mit dem Fitnesszustand seiner Sportler und den Rahmenbedingungen in der Schwimmhalle zufrieden. "Grundsätzlich fühlt sich jeder sehr gut", sagte er.

Im Vergleich zur WM 2017 in Budapest wirkt die Atmosphäre bei den Schwimmern entspannter. Damals hatte der Qualifikationsmodus mit den entscheidenden Rennen bei der DM fünf Wochen vor der Weltmeisterschaft für Unmut gesorgt. "Das Thema haben wir komplett zu den Akten gelegt", sagte Lambertz. Auch im Rudern, Bahnradfahren und beim Synchronschwimmen werden an diesem Freitag die ersten Medaillen vergeben. Doch nicht nur für die Sportler sind die European Championships eine Herausforderung. "Es gibt kein größeres Event, das wir je stemmen mussten", betonte Stefan Kürten, der für Sport zuständige Direktor der European Broadcasting Union (EBU). "40 übertragende Sendestationen werden acht bis zwölf Stunden täglich übertragen." Bis Montag richtet sich der Fokus dabei auf Glasgow, dann greifen in Berlin die Leichtathleten ins Geschehen des neuen Multi-Sport-Events ein.