"Rückblickend eine Topleistung"

Uwe Rogowski und Matthias Konzok

Von Uwe Rogowski & Matthias Konzok

Fr, 02. Dezember 2016

Ringen

Die letzten Kämpfe stehen an: Wie bewerten die Ringer-Clubs vom Hochrhein den Saisonverlauf / RG-Coach Recorean ringt auch nächste Saison weiter.

RINGEN. Drei Kämpfe sind es noch für die Ringerclubs in der Bundesliga und Regionalliga. Am Wochenende könnten die letzten Würfel fallen. Wie fällt die Bilanz in Adelhausen, Weitenau-Wieslet und bei der RG Hausen-Zell aus?

TuS Adelhausen

Die Adelhauser sind Realisten. Die Bundesliga-Playoffs sind nicht uneinholbar für den Tabellen-Sechsten (8:14-Punkte) – doch das ist Theorie. Optimistisch realistisch ist ein Abschneiden auf den Plätzen fünf oder sechs. Trainer Florian Philipp ist ohne Abstriche "sehr zufrieden". Der TuS hat seinen Personaletat bekanntlich verschlankt, so war kein sportlicher Ausreißer erwartbar. Dass die Adelhauser eine solide Saison mit einem veritablen Zwischenhoch abgeliefert haben, als sie sogar als einziges Team beim KSV Aalen gewannen (13:9), lässt im Gegenteil kein bisschen Raum für Unzufriedenheit. "Rückblickend war es eine Topleistung", sagt Philipp. "Auch weil wir mit einem schmalen Kader in die Saison gegangen sind." Die Erfahrungswerte und die individuelle Entwicklung können Positives für die kommende Saison bedeuten. So hat etwa Fabian Schmitt überrascht, Alexander Semisorow "eine Riesenentwicklung genommen", und Sascha Keller sei, nachdem er "letzte Saison nur mitgerungen hat, in der Liga angekommen". So waren auch Schwankungen wie bei Carsten Kopp, der unter seinen Möglichkeiten blieb, auszugleichen. Ein Sieg am Samstag in Schifferstadt ist aufgrund der personellen Probleme, unter anderem könnte Semisorow mit Schulterproblemen ausfallen, unwahrscheinlich. "Wir müssen schauen, eine Mannschaft zusammen zu bekommen", so Philipp. Am guten Gesamteindruck der bisherigen Runde würde eine Niederlage aber nichts ändern.

WKG Weitenau-Wieslet

Ein bisschen wurden sie in Weitenau-Wieslet vom eigenen Erfolg überrascht. Zwar hatte die WKG auf einen Platz in der oberen Tabellenhälfte gehofft, doch nicht damit gerechnet, dass sie als Fünfter noch zur Spitzengruppe der Regionalliga zählen. "Der dritte Platz wäre ein Traum", sagt Marc Viardot, der gemeinsam mit David Muller das Trainerduo bildet. Die eigenen Ringer zu fordern und zu fördern, stand stets im Fokus. Talentierte Nachwuchskräfte wie Dennis Kronenberger, Luca Köpfer oder Benny Vogt haben das in sie gesetzte Vertrauen auch zurückgezahlt. "Zudem sind wir bei Verletzungen sehr gut davongekommen", so Muller. Einzig im Freistil bis 86 Kilogramm erwischte es auch die WKG, konnte die Ausfälle aber kompensieren. Ohnehin hatten Muller und Viardot bei ihrer Taktik regelmäßig den richtigen Riecher, fanden die perfekte Balance. Wie im Hinkampf gegen den KSV Taisersdorf (15:11), auf den die WKG am Samstag trifft. Das Ziel: Der achte Sieg im achten Heimkampf.

TuS Adelhausen II

Vor einem Jahr feierte die Adelhauser Reserve den Titelgewinn in der Regionalliga. Die Qualität, um erneut vorne mitzumischen, hat die Dinkelberg-Staffel prinzipiell zwar nicht eingebüßt, dennoch fand sie sich in dieser Runde plötzlich im Abstiegskampf wieder. Zum einen ließen sich für Trainer Thomas Weber allen voran die Ausfälle von Zsolt Berki und Philipp Späne nicht auffangen, zum anderen fehlte dem TuS in den entscheidenden Szenen einfach oft das nötige Quäntchen Glück. Inzwischen hat Adelhausen aber in die Spur zurückgefunden. Einer kämpfte ohnehin schon seit Saisonbeginn in seiner eigenen Klasse: Felix Krafft. Egal ob im Halbschwergewicht oder Schwergewicht – auf der Matte hat er in dieser Saison alle seine Kämpfe gewonnen, fast immer vorzeitig. Vorzeitig könnte der TuS nun den Klassenerhalt perfekt machen: mit einem Sieg am Samstag gegen den Tabellenzweiten VfL Neckargartach.

RG Hausen-Zell

Es ist immer gut, die Dinge in der Hand zu haben. "Wir können den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen", sagt Florian Hassler, Regionalliga-Coach der RG Hausen-Zell (12:18-Punkte), die mit einem Heimsieg gegen Fachsenfeld/Dewangen die halbe Miete reinholen kann. "Ich hoffe auch auf die WKG, dass sie zuhause ungeschlagen bleiben will und uns hilft", sagt er. Dann wäre der Ligaerhalt schon am Samstagabend sicher. Nach der Vorrunde war das nicht zu erwarten gewesen. "Dass wir nur einen Sieg geholt haben, war schon krass und enttäuschend." Zusammen mit dem bisherigen Verlauf der Rückserie mit 5:1-Siegen "kann man aber sagen: Wir sind bis hierher zufrieden", so Hassler. Er und Trainerkollege Adrian Recorean wussten um die Probleme, sie hatten für Verstärkungen in den unteren Klassen plädiert. Vergeblich. Letztlich habe die Reaktivierung von Mike Mühlemann und Sven Kiefer die Wende gebracht. "Was hätten wir nur ohne sie gemacht?", sagt Hassler. Exemplarisch war auch die Tendenz Sebastian Rapps, der nach sehr durchschnittlicher Vorrunde zuletzt fulminant kämpfte. Zudem: Recorean ringt auch in seiner xten Saison zuverlässig wie eh und je. "Ihm tut jede Woche was anderes weh", sagt Hassler, "aber er hat jetzt schon gesagt, dass er auch nächste Saison weiter macht." Am Samstag steht vielleicht fest: in der Regionalliga.