Rückzug der Eschbacher Ringer

Thomas Fehrenbach

Von Thomas Fehrenbach

Mo, 28. November 2016

Ringen

Hiobsbotschaft aus dem Dreisamtal. Die Ringer des SV Eschbach 1967 haben mit dem 28:5-Erfolg über Schlusslicht SV Untergriesbach den Klassenerhalt so gut wie geschafft, ziehen sich aber aus wirtschaftlichen Gründen aus der zweiten Liga zurück.

RINGEN. Zweite Bundesliga: SV Eschbach 1967 – SV Untergriesbach 28:5. Die Mienen sprachen schon vor dem ersten Mattenduell Bände. Kurz vor dem Kampf informierte der Eschbacher Vorsitzende Matthias Martin die Mannschaft über den Rückzug aus der zweiten Bundesliga.

"Wenn kein Wunder geschieht, werden wir in der kommenden Runde in der Verbandsliga ringen", sagte Martin sichtlich bekümmert. Schon in dieser Saison werde man mit einem Minus die Runde beenden, "und bevor der Wagen ganz an die Wand gefahren wird, ziehen wir die Reißleine", begründet der Frontmann der Eschbacher diese Maßnahme.

Gerungen wurde aber auch noch. Das Geschehen auf der Matte wurde im Aufsteigerduell zu einer doch einseitigen Angelegenheit für die Eschbacher. Nick Scherer, Andreas Benitz und Lasha Talakhadze gewann ihre Kämpfe alle vorzeitig. Danach mussten die SVE-Ringer Danilo Bosnic und Nasko Georgiev ihren Gegnern gratulieren. Nach der Pause dominierten erneut die Gastgeber. Manuel Läufer feierte einen technisch überhöhten Sieg und Eduard Semke landete gar einen Schultersieg. SVE-Creco-Mittelgewichtler Julian Steinbach musste Michael Widmayer mit einer 0:4-Punktniederlage den Vortritt lassen. Bei den beiden Weltergewichtskämpfen stieg der Lärmpegel in der mit 250 Zuschauern besetzten Mehrzweckhalle. Zunächst schulterte Manuel Rombach Christoph Überreiter nach 1:58 Minute, und bei Mario Läufer dauerte es 2:16 Minuten, ehe sein technisch überhöhter Sieg zu Buche stand.

RKG Freiburg – SV Hallbergmoos 12:14. "Im Hinkampf war es ein Punkt, jetzt waren es zwei", sagte ein nicht unzufriedener RKG-Coach Luigi Tascillo, denn in "kämpferischer Hinsicht hat meine Mannschaft alles gegeben". Das Manko der Freiburger lag in den schweren Gewichtsklassen, die fast allesamt an die Bayern gingen. "Das war von vorneherein klar, dass Hallbergmoos in diesen Klassen bockstarke Leute hat", sagte der Freiburger Übungsleiter. So mussten die Leichtgewichte für die Freiburger Punkte sorgen. "Fliege" Krasimir Krastanov kam gegen Rene Winter zu einem 11:1-Punktsieg, und beiden RKG-Leichtgewichtler Amiran Shavadze und Manuel Wolfer steuerten sieben der zwölf RKG-Zähler bei. Ebenso war wieder Verlass auf Greco-Weltergewichtler Rainhold Kratz, er bezwang Michael Prill mit 6:0 Punkten.

SV Eschbach 1967 – ASV Urloffen 9:19. Trotz der Unruhe im Verein nach dem Entschluss freiwilig die Liga zu verlasen, waren keine Nebenwirkungen im Derby auszumachen. "Die Mannschaftsleistung hat gestimmt, aber es war einfach nicht mehr drin", sagte der SVE-Vorsitzende Matthias Martin nach der Derbyniederlage. Zudem mussten die Gastgeber auf den privat verhinderten Mittelgewichtler Julian Steinbach verzichten. Verlassen konnten sich die Dreisamtäler wieder auf Nick Scherer und Lasha Thalakhadze. Sie gewannen ihre Duelle vorzeitig in der ersten Runde.

SV Johannis Nürnberg – RKG Freiburg 14:17. Der Schlusskampf im Freistil-Weltergewicht mit RKG-Ringer Ion Vasilachi gegen Tim Stadelmann war der Schlüssel für den Freiburger Erfolg. 40 Sekunden vor Schluss stand es 4:4, ehe der Rumäne im RKG-Dress die Bremse löse und den Kampf noch mit 10:6 Punkten für sich entschied. "Das Glück war in diesem Fall auf unserer Seite, nachdem wir gegen Westendorf mit einem und gegen Hallbergmoos mit zwei Punkten Unterschied verloren hatten", freute sich RKG-Coach Luigi Tascillo über den Sieg bei den Franken.

Bildergalerie zum Eschbacher Heimsieg: http://mehr.bz/ringeneschbach