Hockey-Regionalliga

Runderneuert in die neue Liga

Christian Engel

Von Christian Engel

Do, 17. November 2016

Hockey

Regionalliga-Auftakt für die Hockeyspieler von 1844 Freiburg.

HOCKEY (chen). In die Burdahalle zieht bald wieder ein besonderer Duft ein. Jener Duft, der entsteht, wenn Kunststoffschläger und -bälle am Hallenboden reiben, wenn Spielerfrauen, leicht unter den Achseln schwitzend, mitfiebern, wenn der Torwart seine Rüstung lüftet, wenn warmes Bier auf lauwarme Brezeln trifft. Die Hockeymänner starten am kommenden Samstag (15 Uhr, Burdahalle) gegen den HC Ludwigsburg II in die Hallensaison. Und der Geruch wird intensiv. 1844 Freiburg atmet Regionalligaluft.

Vor vier Jahren hießen die Gegner noch Schwenningen und Heidenheim. In den kommenden drei Monaten klackern nach dem Aufstieg andere Kaliber in der heimischen Burdahalle: HTC Würzburg, Mannheimer HC oder RW München, einst deutscher Hallenmeister. Wie ist Freiburg aufgestellt? Welche Spieler sind dabei? Wie lauten die Ziele?

Die Voraussetzungen
Wenn Spielertrainer Tobias Wagner auf die Trainingssituation angesprochen wird, schaut er wie ein Kunde beim Bäcker, dem gerade das letzte Körnerbrot vor der Nase weggeschnappt wurde und er sich nun mit einem Weißbrot zufrieden geben muss. Auch eine Option, aber nicht optimal. "Wir haben uns daran gewöhnt, nur eine Hallenzeit zu bekommen", sagt Wagner. Das Weißbrot sieht so aus: Dienstag draußen Athletiktraining, Donnerstag in der Halle am Stock. Da ergeht es jedem Verbandsligisten besser. Freiburg hat die miserable Lage allerdings mit ein paar Sonnenblumenkernen garniert. An den Wochenenden fuhr es zu Turnieren nach Ulm und Bietigheim. Zudem testete das Team zweimal gegen Basel. "Da haben wir teils ordentliche Spiele abgeliefert", bilanziert Wagner. "Die Vorbereitung war besser als vergangene Saison."
Der Kader
Einige Stützen haben das Team im Sommer verlassen. Darunter Kapitän Anton Wolf, einer der Garanten für den jüngsten Aufstieg. Auch Torwart Richard Wibel hat Südbaden den ausrasierten Nacken gekehrt. Die Positionen, findet Spielertrainer Wagner, konnten aber adäquat ersetzt werden. Für Wibel steht Maximilian Gricksch im Kasten, ein Nachwuchstalent mit "exorbitantem Entwicklungspotenzial", wie Wagner formuliert. Für den ehemaligen Kapitän Wolf wird der 20-jährige Leon Martini in die Start-Sechs rücken, der in Hamburg bereits in der ersten Bundesliga auflief. Zudem stehen zwei Paules bereit, der Schewe Paul aus Nürnberg und der Goldenbogen Paul aus Stuttgart, die das Team ergänzen. Aus der eigenen Jugend stößt Bennet Feld dazu, der schon auf dem Feld erste Einsätze bekam. Qualitativ sei der Kader noch einen Tick besser geworden, glaubt Wagner.

Die Liga
Für den Spielertrainer ist die Liga eine Wundertüte. Sie besteht aus vielen zweiten Mannschaften, "und da weiß man nie, mit welchen Spielern sie kommen." Wagner sieht den HTC Würzburg als Titelfavoriten – und Rot-Weiß München. Zumindest letztere haben keinen blassen Schimmer von Freiburg. Er könne das Team kaum einschätzen, sagt Trainer Carlos Escribá Liñero. Seine Jungs, die letztes Jahr aus der ersten Regionalliga abgestiegen sind, will er so schnell wie möglich nach oben bringen. Der Spanier weiß aber um die Stärke der Liga: "Das Niveau ist sehr hoch. Hier kann jeder gegen jeden gewinnen. Wir unterschätzen jedenfalls niemanden – auch nicht Freiburg."

Der HC Ludwigsburg II will das auch nicht. Der kommende Gegner von Freiburg hat laut Helmut Schmidt schon lang nicht mehr gegen 1844 Freiburg gespielt. Seinen Kontrahenten hat der Trainer jedoch vergangene Saison ein paar Mal in der Oberliga beobachten können. "Die Freiburger sind ein gutes Team", sagt er. "Das wird nicht einfach, gegen sie zu gewinnen."

Das Ziel
Klassenerhalt, sagt Wagner und legt eine lange Pause ein. Wenn man nicht nachhaken würde, wäre der Artikel an dieser Stelle vorbei. Der Spielertrainer sagt dann aber doch noch was. Dass man den Klassenerhalt nach Möglichkeit so früh wie möglich eintüten wolle. Dass man sich in der höheren Liga bewähren wolle. Dass man bei jeder Begegnung alles abrufen müsse. Floskeln sind das, aber sie stimmen halt.