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24. April 2012

Schach-Pokal

Ebringen verpasst besseres Ergebnis

1:3-Niederlage im Schach-Pokal gegen die OSG Baden-Baden.

  1. An Brett drei steuern Christian Davis (links) und Christian Bossert einem Remis entgegen, ebenso wie im Hintergrund Jürgen Tuchtfeld (links) und Tobias Tiemann Foto: Claus Zimmermann

SCHACH. Gut hundert Zuschauer, darunter einige ehemalige Freiburger Bundesligaspieler, hatten sich am Sonntag in der Schönberghalle eingefunden, als der SC Ebringen den deutschen Serienmeister Ooser Schachgesellschaft Baden-Baden im badischen Mannschaftspokal empfing. Der Favorit setzte sich am Ende mit 3:1 durch, den Ebringern blieb die Erkenntnis, dass mehr drin gewesen wäre.

Die Baden-Badener waren erwartungsgemäß nicht mit ihren Top-Assen um den Großmeister und amtierenden Waltmeister Viswanathan Anand angetreten, immerhin erschien aber ihre Oberligamannschaft um Mannschaftsführer und FIDE-Meister Christian Bossert (FIDE: Fédération Internationale des Échecs – französisch für internationaler Schachverband). Für Ebringen gingen Udo Bösch, Holger Kaspereit, Christian Davis und Jürgen Tuchtfeld an die Bretter.

Nach ruhigem und relativ ausgeglichenem Beginn kam es nach etwa einer Stunde zur ersten Überraschung, als sich Christian Davis an Brett drei eine unerwartete Chance auf den Sieg bot. Doch es zeigte sich bei ihm, warum Schach so ein extremer Sport ist. Er hatte, wie er später selbst bestätigte, seine Nerven nicht im Griff und bot seinem Gegenüber Christian Bossert ein Remis an, obwohl sich ihm durch das Opfern eines Turms gegen einen Zentrumbauern die Chance auf einen Matt-Angriff eröffnet hätte. Trotzdem zeigte sich der Ebringer mit der von ihm im Vorfeld nicht erwarteten Punkteteilung sehr zufrieden.

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SC-Mannschaftsführer Udo Bösch hatte in seiner Partie gegen FIDE-Meister Bernhard Lutz an Brett eins anfangs viel zu passiv gespielt, so dass ihm gegen Ende der Partie die Zeit davon lief und er sich daher seinem Gegenüber geschlagen geben musste.

An Brett zwei kämpfte sich Holger Kaspereit nach ziemlich miserablen Start wieder toll in die Partie gegen Michail Petermann zurück, musste sich letztlich aber auch seinem Gegenüber geschlagen geben. Jürgen Tuchtfeld erkämpfte sich gegen Tobias Tiemann ebenfalls ein Remis, so dass Ebringen hochverdient zumindest einen Punkt auf der Habenseite verbuchen konnte.

Während sich oben in der Halle die acht Kontrahenten an ihren Brettern gegenübersaßen, führte unten im Foyer, in einem eigens eingerichteten Analyseraum, der Kabarettist und Ebringer Spielertrainer Matthias Deutschmann die Zuschauer mit äußerst interessanten Analysen an einem Beamer durch die Partien und es wurde rege diskutiert, wo man wie hätte anders spielen können.

Das Fazit auf Ebringer Seite fiel am Ende des Tages eher verhalten aus, da die Gastgeber zu der Erkenntnis kommen mussten, dass nach dem Spielverlauf gegen diesen starken Gegner doch mehr drin gewesen wäre. Die allgemeine Meinung war, dass der gesamte Wettbewerb anders verlaufen wäre, wenn Davis seine Partie gewonnen hätte, da dann der Druck auf der Baden-Badener Seite gelegen hätte. Doch bestätigte sich wieder die alte Weisheit, dass man im Sport den Konjunktiv lieber vermeiden sollte.

Insgesamt war die gesamte Veranstaltung eine gute Werbung für den Schachsport. Jeder Anwesende konnte sich davon überzeugen, dass sich Schach zu Recht als Sport bezeichnen kann.

Autor: Benedikt Hecht