"Es ist alles offen"

bz, uwo

Von BZ-Redaktion & Uwe Rogowski

Mo, 10. Dezember 2018

Schießen

Bundesligaschützen des ESV Weil mit zwei Siegen zurück im DM-Rennen / 3:2 gegen Kelheim-Gmünd.

SCHIESSEN Erste Bundesliga Luftpistole (BZ/uwo). Zuletzt schienen die Schützen des ESV Weil entscheidend an Boden verloren zu haben im Rennen um die Bundesligaendrunde. Die ersten vier Plätze der Süd-Staffel, die das Finale bringen, gerieten allmählich außer Reichweite. Doch vielleicht hat genau das den Weiler Luftpistolen-Experten die gewisse Lockerheit verliehen, die es manchmal braucht, um wieder in die Spur zu kommen.

Die letzten drei Wettkämpfe haben die Weiler durchweg mit Saisonrekorden beendet, gegen den SV Kelheim-Gmünd nun erzielte der ESV beim 3:2-Sieg mit beachtlichen 1894 Ringen seinen höchsten Kollektiv-Wert dieser Runde, nur von zwei Clubs konnte dieser bislang überboten werden. Und da am gestrigen Sonntag im zweiten Duell auch der Pflichtsieg gegen den SV Peiting (4:1) verbucht wurde, haben die Weiler wieder intakte Chancen, die Finalrunde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft zu buchen.

"Es haben sich alle sehr am Riemen gerissen", sagte Trainerin Helga Kopp nach dem Doppelsieg der Weiler, der sie in der Tabelle auf Platz fünf klettern ließ. Zwei Wettkämpfe sind es noch (12./13. Januar 2019) in der entscheidenden Phase im Rennen um die DM. Fünf punktgleiche Teams duellieren sich hinter den Führenden SV Waldkirch und SGi Ludwigsburg um zwei weitere Plätze. "Es ist sehr eng und alles offen", sagt Trainerin Kopp.

Ein Sieg in Hambrücken gegen Kelheim-Gmünd war Voraussetzung, um die Möglichkeiten realistisch zu halten. Dabei war ein Erfolg gegen die Bayern nicht wirklich zu erwarten, doch Kehlheim fehlte sein internationaler Top-Schütze Damir Mikec, der in dieser Runde noch nie unter 387 Ringen geblieben ist, einen Saisonschnitt von 388,50 sowie eine Einzelbilanz von 6:0 aufweist.

Im wichtigen Duell gegen Kelheim fast alle am Limit

Dazu kam, dass in dieser Partie fast alle der Weiler Equipe an ihr Limit kamen. Pavel Svetlik musste sich mit 372 Ringen zufriedengeben, doch Michael Schwald punktete im Spitzenduell gegen Monika Karsch (385:384). Und: Christian Schebesta (377) sowie Luca Schröder (382) überboten ihre bisherigen Saisonbestwerte (376/ 371), Schröder sogar deutlich, so brachten beide je einen Punkt zum 3:2 ins Teamergebnis ein. "Wir haben bewiesen, dass wir es können", sagte Kopp.

Gegen Peiting ging nur eines der fünf Einzelduelle verloren, Pavel Svetlik steigerte sich deutlich auf 380 Ringe, und Sylvain Garconnot unterstrich, dass er sich schnell an das deutsche Bundesligasystem gewöhnt hat. Der französische Neuzugang, der in sieben der bislang neun Weiler Wettkämpfe eingesetzt wurde, steigerte seinen persönlichen Bestwert um drei Ringe auf 384.

Die Chancen für den ESV sind vor den finalen Kämpfen auf dem Papier nicht die allerbesten: Mit Ludwigsburg und der HSG München stehen Duelle gegen zwei Top-Teams an. Doch wie es scheint, haben die Weiler ja gerade zum richtigen Zeitpunkt ihre Bestform erreicht.

SV Kelheim-Gmünd – ESV Weil 2:3 (1894:1894 Ringe): Karsch – Schwald 384:385 Ringe; Grimm – Svetlik 380:372; Matsuda – Garconnot 382:378; Weiß – Schebesta 376:377; Wimmer – Schröder 372:382.
SV Peiting – ESV Weil 1:4 (1846:1891 Ringe): Böhm – Schwald 376:381 Ringe; Müller – Svetlik 376:380; Brosselt-Guggemos – Garconnot 363:384; Stojak – Schebesta 375:374; Helmschrodt – Schröder 356:372.