"Wollen mal wieder ins Finale"

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Fr, 12. Oktober 2018

Schießen

Bundesligaschützen des ESV Weil starten mit Heimkämpfen.

SPORTSCHIESSEN Bundesliga. Sie besetzen eine Nischensportart, der höchstens bei Olympia gesteigerte Aufmerksamkeit zuteil wird. Doch Leistungssport ist Leistungssport, und die Schützen des ESV Weil betreiben diesen immerhin in der Bundesliga. Seit 20 Jahren. Samstag beginnt die neue Runde, in Weil-Ötlingen.

Das Saisonziel: Die Weiler Luftpistolenexperten haben eine erstligataugliche Equipe beisammen, das haben sie mit den Plätzen fünf und sieben zuletzt bewiesen, und nun wurden zwei weitere verlässliche Schützen dazu geholt: Sylvain Garçonnot (Frankreich) und Sandro Lötscher (Schweiz), beide Meister in ihrem Land. Da ist die Vermutung, Deutscher Meister werden zu wollen, es wäre das zweite Mal, keine steile These. Laut ESV-Betreuerin Monika Blaschka wäre das allerdings doch "etwas hochgehängt. Wir wollen mal wieder ins Finale". Wie 2007.
Die Mannschaft: Mit dem Hauinger Michael Schwald und Pavel Svetlik (Tschechien) vereint sich Top-Niveau an der Spitze des ESV. Mit 380 Ringen im Schnitt waren letzte Saison gerade zwölf der 100 Bundesligaschützen (Süd) präziser. Schwald, seit 2011 dabei, hat sich gerade als bester Deutscher bei der WM in Korea präsentiert. Auch der weitere Kader blieb: Christian Schebesta war mit dem ESV schon vor elf Jahren Deutscher Mannschaftsmeister, er ist für konstante 370er Werte gut, wie Nathalie Schelken und Luca Schröder, der ein gutes Bundesliga-Debüt hinter sich hat. Arno Weis und Dirk Pfeffer besetzen die Ersatzplätze. Die Zugänge Garçonnot (Bestwert international, 60 Schuss: 579) und Lötscher (585) heben das Niveau, "sie müssen aber erst in das Bundesligasystem reinfinden", so Blaschka. Hier werde "Mann gegen Mann geschossen, das kennen sie nicht, das ist auch eine Nervenfrage". Schon Olympiasieger scheiterten daran. Lötscher ist Ersatz für Svetlik auf der Ausländerposition. Beim Saisonstart (Samstag/Sonntag) verstärkt er die Reserve.
Die Chancen: Platz vier in der Südgruppe muss der ESV für die DM-Endrunde erreichen. Trainerin Helga Kopp sieht gute Voraussetzungen. "Alle sind hochmotiviert, das lässt mich hoffen." Mehr noch sei aber der Teamspirit außergewöhnlich, wie sie sagt: "Der Zusammenhalt ist wirklich sehr gut, das habe ich so noch nirgendwo erlebt. Das gibt jedem im Team Ruhe und Rückhalt."