Berlin

Sechs Leichtathleten aus Südbaden sind für die EM nominiert

dpa

Von dpa

Mi, 25. Juli 2018 um 19:47 Uhr

Leichtathletik

Staffelläuferin Sophia Sommer aus Bahlingen, Speerwerfer Johannes Vetter aus Offenburg oder Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch aus Freiburg – sie und drei weitere Südbadener fahren zur EM nach Berlin.

Sechs Athleten aus Südbaden sind für die Leichtathletik-Europameisterschaft vom 6. bis 12. August in Berlin nominiert. Vier der sechs Südbadener waren bereits vor der deutschen Meisterschaft am vergangenen Wochenende in Nürnberg qualifiziert: Die beiden in Freiburg lebenden Geher Carl Dohmann und Nathaniel Seiler, die für den SCL Baden-Baden beziehungsweise den TV Bühlertal starten und die in Berlin im Wettbewerb über 50 Kilometer starten; dazu die Hochspringerin und WM-Vierte Marie-Laurence Jungfleisch, die in Freiburg aufgewachsen ist und inzwischen das Trikot des VfB Stuttgart trägt; außerdem der 23-jährige 800-Meter-Läufer Christoph Kessler, der aus Donaueschingen stammt, in Karlsruhe studiert und für die LG Region Karlsruhe startet.

Sophia Sommer vom TV Bahlingen war bei der DM Vierte geworden

Nach erbrachtem Leistungsnachweis in Nürnberg nominierten die DLV-Funktionäre nun auch Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter von der LG Offenburg. Überraschend in Berlin mit dabei ist 400 Meter-Läuferin Sophia Sommer vom TV Bahlingen, die als eine von sieben Frauen für die 4x400-Meter-Staffel vorgesehen ist. Die 23-jährige Studentin war am Sonntag überraschend Vierte bei der DM im Fränkischen geworden und hatte ihre persönliche Bestzeit beinahe um eine Sekunde auf 53,17 Sekunden verbessert.

Der DLV schickt insgesamt 128 Sportler (66 Männer/62 Frauen) nach Berlin. Es ist das größte DLV-Aufgebot in der EM-Geschichte. "Wir haben nicht nur ein sehr großes, sondern aus meiner Sicht auch ein sehr ambitioniertes Team, das um jeden einzelnen Zentimeter kämpfen und die Zuschauer bei der EM begeistern wird", sagte Idriss Gonschinska, der Leitende Direktor Sport des Verbandes.

Im Diskuswerfen ist 2012-Olympiasieger Robert Harting dabei – zusammen mit seinem Bruder Christoph (Olympiasieger 2016) und dem Rio-Olympia-Dritten Daniel Jasinski. Das Nachsehen hatte der Magdeburger Martin Wierig. Den Ausschlag für Robert Harting gab die DM, bei der er vor Wierig Dritter wurde.

Bei der EM 2016 in Amsterdam belegten die deutschen Athleten mit 16 Edelplaketten (5 Gold/4 Silber/7 Bronze) im Medaillenspiegel Platz zwei – hinter Polen. Allerdings war die EM damals nicht sehr aussagekräftig, denn wenige Wochen danach fanden die Olympischen Spiele in Rio statt.

Die fünf EM-Titelverteidiger des DLV, Max Heß (Dreisprung), David Storl und Christina Schwanitz (beide Kugelstoßen), Cindy Roleder (Hürdensprint) und Gesa Felicitas Krause (Hindernislauf), gehören zum EM-Aufgebot. Sorgen bereiten drei Topathleten: Schwanitz erlitt bei einem Autounfall ein Schleudertrauma. Dreispringer Heß musste bei der DM wegen muskulärer Problemen aussteigen. Und der frühere Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe verzichtete kurzfristig auf den Start in Nürnberg. Den letzten EM-Schliff holen sich die Athleten im olympischen Trainingszentrum Kienbaum vor den Toren Berlins.