Sechs Südbadener sind bei der Leichtathletik-EM in Berlin

Georg Gulde

Von Georg Gulde

So, 05. August 2018

Leichtathletik

Der Sonntag Die Sportlerinnen und Sportler aus der Region haben ganz unterschiedliche Ansprüche und Zielsetzungen – Vom Weltmeister bis zur Staffel-Ersatzläuferin.

Aus dem Südbadischen haben sich sechs Sportler für die Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin qualifiziert: ein Weltmeister, zwei Geher, eine Läuferin, ein Läufer und eine Hochspringerin. Die Titelkämpfe mit 1570 Sportlern, davon 125 aus Deutschland, finden vom Montag, 6. August (Tag der Qualifikationen), bis zum Sonntag, 12. August, statt.

Speerwerfer Johannes Vetter (25) von der LG Offenburg ist der aktuelle Weltmeister und geht trotz einer sechswöchigen Wettkampfpause, die er wegen einer Oberschenkelverletzung eingelegt hatte, als einer der Favoriten in den Wettbewerb. Der ist gesplittet in Qualifikation (Mittwoch, 13 Uhr) und das Finale (Donnerstag, 20.22 Uhr).

An einem Stück gehen hingegen Carl Dohmann (28) und Nathaniel Seiler (22) an die Sache heran. Die beiden in Freiburg lebenden Sportler haben sich über die längste Distanz qualifiziert. Und das ist nicht der Marathon, sondern das Gehen über die 50-Kilometer-Strecke. Auf einem Rundkurs in der Berliner Innenstadt wird der Wettbewerb stattfinden am Dienstag (von 8.35 Uhr an). Den Langstrecken-Gehern, bei denen erstmals auch der Titel bei den Frauen (die zeitgleich zu den Männern starten) vergeben wird, wird damit das Privileg zuteil, den ersten der 48 Europameister in Berlin zu stellen. Über 800 Meter wird der deutsche Vizemeister Christoph Kessler (23) versuchen, sich im Vorlauf am Donnerstag (11.30 Uhr) fürs Halbfinale zu qualifizieren, das am Freitagabend stattfindet. 34 Jahre nach dem Furtwanger Axel Harries, der bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles startete, kommt damit wieder ein hoffnungsvoller 800-Meter-Läufer aus dem Schwarzwald. Denn Christoph Kessler stammt aus Donaueschingen. Er studiert in Karlsruhe Chemieingenieurswesen.

Als Staffelläuferin über 4x400 Meter hofft Sophia Sommer (23) auf einen Einsatz in Berlin. Sie wollte zuerst als Zuschauerin zur EM fahren. Doch ein flotter Lauf über die Stadionrunde bei der deutschen Meisterschaft vor zwei Wochen in Nürnberg, den sie mit Platz vier und persönlicher Bestzeit von 53,17 Sekunden abschloss, bescherte der Athletin des TV Bahlingen das Athleten-Ticket für die Staffel, deren Wettkämpfe am Freitag (13.40 Uhr/Vorlauf) und am Samstag (21.50 Uhr/Finale) stattfinden.

Während Sophia Sommer unverhofft bei der EM dabei ist, darf Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch (27) zu den Etablierten gezählt werden. Die zwölfmalige deutsche Meisterin (sechs Titel im Freien, sechs in der Halle) hat in ihrer Laufbahn bislang zweimal die für Hochspringerinnen magische Höhe von zwei Metern geschafft (2016 und 2017, jeweils in Eberstadt). Jungfleisch, die aus Freiburg stammt, dort aufwuchs und nun in Stuttgart lebt, hofft darauf, ihre erste Medaille bei einer internationalen Meisterschaft zu gewinnen. Erst muss sie aber die Qualifikation am Mittwoch (18.25 Uhr) überstehen, das Finale soll dann am Freitag um 19.22 Uhr beginnen. Georg Gulde