Siegerin schenkt sich die Ehrung

Anita Birkenhofer

Von Anita Birkenhofer

Do, 13. September 2018

Reitsport

Bei Ringmeisterschaft im Vielseitigkeitsreiten in Kenzingen reist die beste Juniorin vorzeitig ab / Wenig Interesse bei Jungen Reitern.

REITSPORT. Ohne Fleiß kein Preis – wer, wenn nicht die Vielseitigkeitsreiter wissen, wie viel Einsatz nötig ist, um Turnierlorbeer zu gewinnen. Drei Disziplinen müssen für die Königsdisziplin des Reitsports trainiert werden: Dressurreiten, Parcoursspringen und das Reiten über feste Naturhindernisse. Auf der Anlage des RFSV Kenzingen fand die Meisterschaft der Reiterringe Ortenau, Breisgau-Kaiserstuhl und Oberrhein in allen Altersklassen statt. Mit guten Ergebnissen für Kerstin Stubbe von den Wehrer Medizin Partners.

An Fitness und Kondition darf es Vielseitigkeitsreitern nicht fehlen. Da kann ein Turnier, bei dem trotz aller Bemühungen kein Preis zu ergattern war, frustrieren. Was aber mag die besten Teilnehmer einer Ringmeisterschaft dazu bewogen haben, sang- und klanglos zu verschwinden und den Veranstalter auf Meisterschärpen, Medaillen und Ehrenpreisen sitzen zu lassen? So geschehen in Kenzingen.

Als die Vorsitzende des gastgebenden Reiterrings Breisgau-Kaiserstuhl, Christine Amann, sich anschickte, die Meisterin der Junioren zu ehren, musste sie düpiert feststellen, dass diese bereits abgefahren war. Nicht anders erging es ihr, als sie die Vizemeisterin ausrief, und so weiter. Das Reglement der Ringmeisterschaft sieht für diesen Fall vor, die Nächstplatzierten aufrücken zu lassen. So kam Sina Klettenheimer vom RFSV Kenzingen als Neunte unverhofft auf den obersten Podestplatz.

Die 17-Jährige gefiel im Rahmen einer Prüfung der Klasse E besonders im Gelände, wo sie auf ihrem Pony Garfield San einen beherzten Ritt zeigte. Die Podestplätze neben ihr blieben leer, da nachplatzierte Teilnehmer mit einem solchen Ausgang der Meisterschaft nicht rechnen konnten und ebenfalls abgereist waren.

Nicht platziert waren in der Gesamtwertung Charlotte Schlierbach, Felix Kreider (beide RV Wiesental-Steinen), Nathalie Prack (PSC Waidhof) und Sarah Faller (RV Schopfheim). Schlierbach belegte mit Colonelson immerhin Platz zwei im Gelände.

Großes Engagement zeigten die Senioren, die ihre Titelkämpfe im Rahmen einer Vielseitigkeitsprüfung der Klasse A bestritten. Maren Ott (TSG Möhlinhof) übernahm mit Fürstenstolz nach der Dressur die Führung. Schwächen im Springparcours und ein ärgerliches Verreiten im Gelände warfen sie zurück auf den Bronzerang. Als Ringmeisterin wurde Eike Rebecca Gerken (RV Schutterwald) mit Bel Esprit geehrt, als Vizemeisterin Kerstin Stubbe (VPS Medizin Partners Wehr) mit Freddy ausgezeichnet. Platz fünf ging an Jürgen Allgöwer vom PSC Waidhof. Der Inzlinger war mit Zazou de Waidhof am Start. Stephanie Hüssle (PSC), die Belle Feline ritt, schied aus. Kerstin Stubbe hatte in den Einzelkonkurrenzen mit Freddy den dritten Platz in der Zwei-Sterne-A-Dressurprüfung belegt sowie danach einen Sieg mit dem Wallach in der A*-Stilspringprüfung verzeichnet, sodass sie beste Siegchancen hatte. Hier war Stephanie Hüssle zwei Ränge vor Jürgen Allgöwer als Dritte platziert. Im Gelände, beim sogenannten Stil-Geländeritt (A*) schob sich Allgöwer dann auf Platz zwei, direkt vor Stubbe, der letztlich 1,9 Punkte zum Gesamtsieg fehlten.

Eine einzige Reiterin stand bei der Ehrung der Jungen Reiter auf dem Podest. Anita Ehret (RC Emmendingen) war mit ihrer Stute Hollywood einzige Starterin ihrer Altersklasse. Diese Kategorie ist auch in anderen Reitsportdisziplinen schwach besetzt, da die jungen Erwachsenen zwischen 19 und 21 Jahren verständlicherweise vielfach Studium oder Berufseinstieg Priorität geben.

Der Vorsitzende des RFSV, Michael Bammert, zeigte sich etwas enttäuscht: "Vor zwei Wochen fand hier ein Lehrgang mit Hans Dufner statt. Trotz strömenden Regens waren von morgens bis spätnachmittags immer drei bis vier Reiter auf der Strecke, auch junge Reiter. Eigentlich sollte man meinen, die Teilnahme an einer Ringmeisterschaft sei ein Ansporn für die Jugend."