Siegprämie für Fuchs und Reitkappe für die Zuschauer

Jochen Dippel

Von Jochen Dippel

Mo, 15. Januar 2018

Reitsport

Beim Fünf-Sterne-CSI in Basel gewinnt erstmals ein Eidgenosse den Grand Prix / Hans-Peter Dreher kommt auf den fünften Rang.

BASEL. Lange haben sie darauf gewartet, schienen fast schon zu verzweifeln – es wollte einfach nicht klappen mit dem Erfolg eines Schweizer Reiters in einem der beiden wichtigsten Springen des Fünf-Sterne-CSI in Basel. Bei der neunten Auflage war es endlich soweit, und dies gleich doppelt. Denn sowohl im finalen Großen Preis als auch im Championat der Stadt Basel um die Goldene Trommel standen zwei Eidgenossen ganz oben auf dem Siegerpodest. Mehr noch: Im Grand Prix feierten die 5400 Zuschauer – insgesamt 21 400 waren neuer Rekord – sogar einen Doppelsieg.

 Als letzter Starter unterbot Martin Fuchs auf dem Westfalen Clooney in 38,70 Sekunden noch die Zeit seines Landsmannes Werner Muff mit Daimler, die im zweiten Umlauf 39,64 vorgelegt hatten. Dritter wurde der Franzose Simon Delestre mit Chesail Zimequest (41,91). Lediglich dieses Trio blieb in beiden Umläufen fehlerfrei, nachdem im ersten Durchgang fünf der 45 Starter ohne Strafpunkte geblieben waren. Dahinter folgten mit je vier Zählern Vorjahressieger Niels Bruynseels aus Belgien auf Ganzia de Muze und als Fünfter der Eimeldinger Hans-Dieter Dreher auf Berlinda, der als einziger Deutscher den zweiten Umlauf erreichte. 

Als Martin Fuchs mit seinem zwölfjährigen Wallach die Ziellinie überquert hatte und von den begeisterten Zuschauer gefeiert wurde, riss er sich die Reitkappe vom Kopf, schleuderte sie im Stile eines Diskuswerfers in hohem Bogen durch die St. Jakobshalle und reckte bei seiner Jubeltour im Galopp immer wieder einen Arm in die Höhe. Der 25-jährige Sohn des Schweizer Teamcoaches Thomas Fuchs und Ex-Landesmeisterin Renata Fuchs kassierte für seinen Triumph 100 000 Schweizer Franken (85 000 Euro) der mit 330 000 Franken (281 0 00 Euro) dotierten Prüfung. "Aber wenn man hier als erster Schweizer in so einer phantastischen Atmosphäre gewinnt, schaut man nicht aufs Geld", kommentierte der gebürtige Züricher, der mit dem Schimmel im Vorjahr EM-Teambronze gewann, seinen Sieg. "Da mussten die Gefühle einfach raus, denn Clooney ist sicher eines der besten Pferde der Welt: Er ist super vorsichtig, macht wenige Fehler, besitzt eine riesige Übersicht im Parcours und wird immer schneller – jetzt stehe ich bei meinem Heimturnier in Zürich in drei Wochen unter großem Druck." 

"Große Freude" verspürte auch Dreher ob der Topleistung seines Pferdes, auch wenn er sich ein wenig über seinen "unnötigen Abwurf" in der ersten Runde ärgerte. "Berlinda wird in der Halle immer besser, heute sprang sie so souverän und überlegen, es macht Riesenspaß mit ihr." Die zehnjährige dunkelbraune Stute bestätigte erneut die Grand-Prix-Siege von Donaueschingen und Ascona. Zuvor ritt der 45-jährige sportliche Leiter des Gestüts Grenzland mit dem Fuchswallach Tiopepe des Champs am Schlusstag auch im Preis des Kantons Basel-Landschaft auf Rang fünf. Beide komplettierten das gute Ergebnis der Deutschen, die beim Sieg von Felix Hassmann auf Brazonade durch Marcus Ehning mit Calanda noch Rang drei belegten. 

 Das Championat von Basel hatte Werner Muff auch mit dem Wallach Daimler für sich entscheiden. Dafür strich er 18 750 Franken (knapp 16 000 Euro) ein. Es war der erste Triumph eines Schweizers in dieser Prüfung. Im Stechen riskierte der 44-jährige gebürtige Luzerner, der als erfolgreichster Reiter des Turniers zudem ein Auto erhielt, alles und wurde belohnt. Bei seiner Nullrunde in 36,28 Sekunden verwies Muff den Belgier Oliver Philippaerts auf Legend of Love (36,91) und die Portugiesin Luciana Dinz mit Fit for Fun (38,72) auf die Plätze Dahinter folgte als Vierter Ehning auf dem Schimmelhengst Cornado NRW (38,92).