SPORT(VOR)SCHAU

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Fr, 17. November 2017

Ringen

KSV RHEINFELDEN

Zum Siegen verdammt

RG Hausen-Zell – KSV Rheinfelden, Samstag, 20 Uhr (zok). Im Gegensatz zu seinem ringenden Trainerkollegen Sulejman Ajeti will Sascha Oswald die Matte eigentlich nur noch zum Jubeln betreten. Im Regionalligakampf gegen die WKG Weitenau-Wieslet (13:16) aber musste der Coach des KSV Rheinfelden im Greco-Weltergewicht einspringen. Auch am Samstag bei der RG Hausen-Zell? "Ich hoffe nicht", sagt Oswald und fügt lachend an: "Sonst habe ich sieben Tage schlechte Laune." Soweit wird es wohl nicht kommen, "wir haben eine volle Mannschaft", sagt Oswald, der sich über Details indes noch bedeckt hält. In der Hausener Festhalle ist der KSV zum Siegen verdammt. "Wir sind unter Druck und müssen gewinnen", weiß auch Oswald. Sonst wäre der Abstieg des Vorletzten praktisch besiegelt, obgleich der Ringersport oft Unwägbarkeiten bietet. Doch "ich will mich nicht auf das Glück verlassen, sondern es aus eigener Kraft schaffen", betont Oswald. Das wird – bei vier ausstehenden KSV-Kämpfen und fünf Punkten Rückstand auf Rang acht – schwer genug. Für Oswald wäre es "der erste Abstieg in meiner 28-jährigen Ringerkarriere".

RG HAUSEN-ZELL

Ligaerhalt in Sichtweite?

RG Hausen-Zell – KSV Rheinfelden, Samstag, 20 Uhr (zok). An seine Aufgabe in der Mattenecke hat sich Florian Hassler bestens gewöhnt. Beim AB Aichhalden (17:17) stand der Coach des Regionalligisten RG Hausen-Zell jedoch wieder im Rampenlicht – Ringereinsatz aufgrund personeller Notlage. Am Samstag geht es gegen den KSV Rheinfelden, ein Trainerduell im Greco-Weltergewicht mit Sascha Oswald ist indes unwahrscheinlich, denn auch bei der RG ist Besserung in Sicht. Doch genaueres "wird sich erst kurzfristig zeigen", so Hassler. In Sicht kann für Hausen-Zell der Klassenerhalt rücken, bei einem Sieg könnte die RG vom Tabellenvorletzten Rheinfelden nicht mehr eingeholt werden. So wird in der Hausener Festhalle einiges los sein: Kampf gegen den Abstieg, zudem Sponsorenabend und öffentliches Wiegen – all das, so Hassler, gelte es auszublenden und sich auf die Mattenduelle zu fokussieren. Zumal der vierte Sieg im vierten Saisonderby winkt. Ungewohnte Glücksgefühle für die RG, die in den beiden Jahren zuvor nur eines der acht Regionalligaderbys gewann. In dieser Saison könnte sich Hausen-Zell sogar die Derbykrone aufsetzen.

WKG WEITENAU-WIESLET

Flexibilität als Pluspunkt

WKG Weitenau-Wieslet – KSV Taisersdorf, Samstag, 20 Uhr (zok). Die Ringer der WKG Weitenau-Wieslet neigen ein bisschen dazu, sich immer wieder selbst zu überraschen. Im Vorjahr zählte die WKG zur Regionalligaspitze, heuer liegt sie auf Rang vier. "Nie im Leben" habe Trainer Marc Viardot damit gerechnet, zumal Punktegarant Simon Dürr (71 Kilogramm) seit dem dritten Kampftag verletzt ist. Seinen Ausfall hat das Team aber bestmöglich kompensiert, "wir konnten variabel taktieren", erklärt Coach David Muller. Zorhab Ohanian rückte beispielsweise mal eine Klasse nach oben, oder Stefan Kilchling eine runter. Ein weiterer Faktor ist das Leistungshoch der WKG-Ringer. Doch muss die WKG – wie im Vorjahr – aufpassen, nicht zu erfolgreich zu werden, Rang zwei ist nur ein Punkt entfernt, und der verpflichtet zum Aufstieg. Im Abstiegskampf ist die Situation allerdings zu gefährlich, als dass sich die WKG auf irgendwelche Spielchen einlassen könnte – der Vorsprung auf den Drittletzten RKG Reilingen beträgt nur vier Zähler. So gilt am Samstag gegen Ligaschlusslicht KSV Taisersdorf, "die Punkte gegen den Abstieg mitzunehmen", so Viardot.