"Novak hat alles, um Rekorde zu schaffen"

dpa

Von dpa

Di, 11. September 2018

Tennis

Der Serbe Novak Djokovic gewinnt die US Open und dominiert nach überstandener Verletzung einmal mehr die Tennis-Welt.

NEW YORK (dpa). Tränen vergoss nur der Verlierer. Novak Djokovic sammelt die wichtigsten Tennis-Trophäen hingegen wieder mit alter Selbstverständlichkeit und hat längst nicht genug. Mit dem 14. Grand-Slam-Titel holte der Serbe bei den US Open sein Idol Pete Sampras ein, nun liegen nur noch Roger Federer und Rafael Nadal vor dem 31-Jährigen. "Novak hat alles, um Rekorde in diesem Sport zu schaffen", sagte der unterlegene Juan Martin del Potro, nachdem er seine Tränen über die Niederlage in seinem ersten Grand-Slam-Finale seit neun Jahren getrocknet hatte.

Zwar musste Djokovic über 3:16 Stunden gegen seinen argentinischen Freund härter arbeiten, als es das 6:3, 7:6 (7:4), 6:3 am Ende aussagte. Doch nach seiner überstandenen Ellbogenverletzung holte der Wimbledonsieger geschlechterübergreifend als Einziger im Tennis in diesem Jahr zwei Grand-Slam-Titel. "Djokovic ist der König von Amerika", jubelte die serbische Zeitung Kurir am Montag. "Die vergangenen beiden Monate waren fantastisch", resümierte Djokovic. Nach seiner Operation im Februar sei es schwer gewesen, daran zu glauben, andererseits habe er darauf gehofft.

Der 37-jährige Federer führt in der ewigen Rangliste mit 20 Grand-Slam-Titeln vor dem 32-jährigen Nadal, der 17 hat. "Vor zehn Jahren hätte ich gesagt, ich bin nicht so glücklich, Teil der Ära mit Nadal und Federer zu sein. Heute bin ich es", erklärte Djokovic und lobte sie als große Champions auf dem Platz und jenseits davon. Er habe früh herausfinden müssen, wie er sie schlagen könne und sei deswegen der Spieler, der er heute sei. "Das schulde ich ihnen", sagte Djokovic, der gegen beide eine positive Bilanz hat. Rang drei teilen sich Djokovic und Sampras, und am liebsten wäre dem einstigen und gefühlt aktuellen Weltranglisten-Ersten gewesen, der Amerikaner wäre bei der Siegerehrung dabei gewesen. "Pete, ich liebe Dich, Du bist mein Idol", rief Djokovic am Ende eines verregneten Sonntags durch das geschlossene Arthur-Ashe-Stadium, wo einst auch Sampras triumphierte.

Nur eines der vergangenen 23 Matches hat der einstige Schützling von Boris Becker verloren. Dabei brachte er zwischenzeitlich in Cincinnati das Kunststück fertig, als erster Tennisspieler alle Masters-Turniere – die wichtigsten nach den vier Grand Slams – nun mindestens einmal gewonnen zu haben. Je einen Satz in der ersten und zweiten Runde gab Djokovic ab, danach schuftete er sich bei Hitze und Feuchtigkeit makellos ins Finale und dort in einem Hallenmatch zum Sieg.