Zeit für die Revanche

dpa

Von dpa

Di, 04. September 2018

Tennis

Bei den US Open stehen die ersten Teilnehmer der Viertelfinals fest / Der Österreicher Dominic Thiem trifft wieder auf Rafael Nadal.

NEW YORK (dpa). Rache kann süß schmecken, auch auf dem Tennisplatz: Drei Monate nach seiner Niederlage im Endspiel der French Open würde Dominic Thiem das Wiedersehen mit Rafael Nadal im Viertelfinale der US Open an diesem Dienstag nur zu gern gewinnen. Nicht nur der Österreicher möchte sich dann gern revanchieren: Serena Williams hat an das letzte Duell mit der Tschechin Karolina Pliskova ebenso keine guten Erinnerungen wie die Lettin Anastasija Sevastova an die vorige Begegnung mit Titelverteidigerin Sloane Stephens.

Für die Tennisprofis wie Thiem steht zwar in New York der Einzug ins Halbfinale im Mittelpunkt, doch der Rückblick auf schmerzhafte Niederlagen kann eine zusätzliche Motivation sein. Der Weltranglisten-Neunte musste bei seinem ersten Grand-Slam-Finale Anfang Juni in Paris Sandplatz-Herrscher Nadal den Titel überlassen. Auch in Flushing Meadows hat der Spanier vor einem Jahr triumphiert. Dort werden sich beide nach zehn Begegnungen auf roter Asche zum ersten Mal auf einem Hartplatz gegenüberstehen. Thiem weiß, wie man Nadal schlägt. "Es waren drei sehr schöne Erfahrungen", sagte der 24-Jährige. "Und sieben schreckliche", fügte er mit Blick auf die Niederlagen hinzu. Zum ersten Mal hat es Thiem nun auch bei den US Open unter die letzten Acht geschafft. Beim Sieg gegen Vorjahresfinalist Kevin Anderson aus Südafrika überzeugte er auch den anfangs noch ein wenig zuschauenden Nadal. "Ich muss mein bestes Spiel zeigen", sagte der im Turnier schon zweimal hart geprüfte Weltranglisten-Erste nach dem Vier-Satz-Erfolg über den Georgier Nikolos Bassilaschwili.

Auch Serena Williams musste gegen die Estin Kaia Kanepi einen Test bestehen, obwohl sie beim 6:0, 4:6, 6:3 den ersten Satz in nur 19 Minuten gewann. Im dritten Durchgang stieß die 36-Jährige einen markerschütternden Schrei nach einem Spielgewinn aus – die Gewinnerin von 23 Grand-Slam-Titeln ist heiß auf den ersten großen Triumph als Mutter. In Wimbledon verhinderte das Angelique Kerber erst im Finale. "Das ist viel Arbeit. Ich werde mich weiter mühen und sehen, was dabei herauskommt", sagte Williams.

Beim bislang letzten Duell mit Karolina Pliskova war es vor zwei Jahren in New York im Halbfinale eine Niederlage. "Sie war schon die Nummer eins, und das aus gutem Grund", erklärte die sechsmalige US-Open-Gewinnerin. Vor dem Aufschlag und der Vorhand der hoch aufgeschossenen Tschechin hat Williams den meisten Respekt. Die immer stärker werdende Titelverteidigerin Sloane Stephens weiß genau, was nach dem 6:3, 6:3 gegen die Belgierin Elise Mertens nun gegen Anastasija Sevastova auf sie zukommt. Gegen die Lettin rettete sie vor einem Jahr ebenfalls im Viertelfinale erst im Tiebreak den hauchdünnen Erfolg. "Ich denke, so ein Match ist in jedem Turnier dabei", sagte Stephens und freute sich auf das Wiedersehen.

Das Dutzend voll machen der Argentinier Juan Martin del Potro und der Amerikaner John Isner im Duell der Riesen. Auch diese beiden standen sich zuletzt bei einem anderen Grand-Slam-Turnier gegenüber: In Paris siegte der fast zwei Meter große Argentinier auf Sand glatt gegen den noch zehn Zentimeter längeren Isner. Insgesamt heißt es 7:4 für Del Potro. Der US-Open-Champion von 2009 ist nach dem 6:4, 6:3, 6:1 gegen den Kroaten Borna Coric weiter ohne Satzverlust. Genauso wie Nadal seinen Herausforderer Thiem schätzt, hatte auch Del Potro bei aller Rivalität freundliche Worte für seinen nächsten Kontrahenten: "Er ist ein Freund von mir. Er verdient es, im Viertelfinale zu sein."

Philipp Kohlschreiber hat auch im fünften Anlauf sein erstes Viertelfinale bei den US Open verpasst. Der 34 Jahre alte Augsburger verlor am Montagabend 3:6, 2:6, 5:7 gegen Ex-Finalist Kei Nishikori aus Japan. Kohlschreiber ist damit als letzter von 16 gestarteten deutschen Tennisprofis in New York ausgeschieden.