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07. November 2011

Wo der Papa Recht hat

Oberliga-Tischtennisspielerinnen des ESV Weil schlagen Friedrichshafen mit 8:3 ein Schnippchen.

  1. „Nichts denken, einfach spielen“ – das Erfolgsrezept der Weilerin Dajana Kovac Foto: meinrad schön

TISCHTENNIS. Von 17-jährigen jungen Frauen ist bekannt, dass sie den Ratschlägen ihre Väter nur bedingt zugänglich sind. Auch Dajana Kovac befolgt nicht immer das, was Papa Alen Kovac ihr tagein, tagaus so auf den Weg gibt. Ist auch okay so im Sinne von Eigenständigkeit, Reife und Abnabelung vom Elternhaus. Doch wenn der Papa als Trainer das eigene Spiel in der Tischtennis-Oberliga coacht, kann es eminent wichtig sein, seine Vorschläge anzunehmen. Und weil Dajana Kovac in dieser Beziehung eine folgsame Tochter ist, nahm sie sich die Worte von Alen im Heimspiel des ESV Weil gegen die Sportfreunde Friedrichshafen zu Herzen.

"Nichts denken, einfach spielen" – so in etwa lautete der Auftrag, den Dajana Kovac von ihrem lieben Papa in der Auszeit beim Stand von 5:9 im fünften Satz gegen die Friedrichshafenerin Karin Hoffmann erhielt. Kovac drohte einen 2:1-Satzvorsprung zu verspielen, und die bis dato ungeschlagenen Häflerinnen schickten sich an, den Rückstand nach sechs Weiler Einzelsiegen in Serie auf 4:6 weiter zu verkürzen. Doch plötzlich drosch die 17-jährige Weilerin mutig drauflos, schickte Hoffmann von einer Ecke in die andere – und schaffte einen 6:0-Lauf, um mit 11:9 das Match für sich zu entscheiden. Überglücklich fiel die Nummer vier des ESV ihrem Auftraggeber in die Arme.

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7:3 – der Weg zum sechsten Weiler Saisonsieg im sechsten Meisterschaftsspiel war nun frei. Die 13-jährige Lilli Eise setzte in einem Duell der Generationen gegen die über 40-jährige, langjährige Topspielerin Bettina Martin mit 3:1-Sätzen den Schlusspunkt zum 8:3-Heimerfolg. Und das, obwohl Eise nach der 0:3-Niederlage kurz zuvor gegen Andrea Schödel noch ein paar Tränen verdrückt hatte. "Auf Lilli strömt im Moment viel ein, doch hier im Verein wird sie glänzend unterstützt und aufgefangen", sagte Mutter Simone Eise.

8:3 – das klingt deutlicher, als es in Wahrheit war. So spielten die ausbufften Gäste bei ihren beiden Starterfolgen in den Doppeln gleich mal ihre ganze Routine aus. "Sie wissen genau, wie sie spielen müssen, damit du Fehler machst", sagte Dajana Kovac anerkennend. Doch Weil begegnete dieser Erfahrung mit Mut und Draufgängertum – wer so viel Stärke zeigt, ist selbst ein klein wenig mehr erwachsen geworden.

Autor: Matthias Kaufhold


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