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06. Oktober 2008
Gerangel ums grüne Trikot
Gelungener Start: Regionalliga-Turner des MHTG landen 41:28-Heimsieg gegen KTV Heilbronn
GERÄTETURNEN Selten haben die Geräteturner in der Humboldt-Sporthalle in Weil so hart um das Trikot des besten Punktesammlers gerungen wie am Samstag. Zunächst bekam es Stefan Payer von der KTV Heilbronn vor großer Kulisse, ehe es ihm in der Kabine wieder abspenstig gemacht und an Ingo Nageleisen vom Markgräfler-Hochrhein-Turngau weitergereicht wurde. Doch als jener sich darüber gerade zu freuen begann, hieß es erneut: Kehrt, marsch – und das giftgrüne Leibchen wanderte endgültig in Payers Besitz.
"Schade", sagte Nageleisen, nachdem er zuvor mit seiner finalen Reckübung einen erfolgreichen Schlusspunkt hinter den 41:28-Sieg seiner Riege zum Regionalliga-Saisonstart gesetzt hatte. Doch wichtiger als das Scorer-Trikot war dem 21-jährigen Maschinenbaustudenten, der studienbedingt derzeit kaum trainieren kann, dass er seiner Mannschaft helfen konnte. Und das musste er. Denn mit drei starken Übungen hatten die Gäste, die zwar erst aufgestiegen sind, die Regionalliga aber nur als Zwischenstation auf dem Weg in die Bundesliga betrachten, ihren Rückstand von 18:31 auf 28:31 verkürzt.Werbung
"Jetzt muss Ingo doch noch ran und auf die Zähne beißen", wusste Mannschaftsführer Dirk Lill. Das tat der Schwörstädter mit Bravour. Obwohl er sich im Training die rechte Handfläche aufgerissen hatte, turnte er als letzter Turner des Tages seine "bestmöglich abgespeckte Übung" sicher und routiniert durch und ließ die Einheimischen jubeln. Kein Wunder, dass sich Trainer Erwin Brombacher mit seiner Riege "überaus zufrieden" zeigte. "Angenehm überrascht hat mich vor allem, wie gut unsere jungen Nachwuchsturner wie Samuel Koch, Sandro Dathe und Gergö Dengler eingeschlagen haben."
Tatsächlich begann das MHTG-Team überaus konzentriert und gewann überraschend die ersten beide Geräte am Boden (6:0) und Pferd (6:4). Zwar gingen die Ringe (4:7) verloren, doch vergrößerten die Gastgeber den Abstand am Sprungtisch (10:3) durch Nageleisen, Koch und den Schweizer Tobias Krähenbühl, dank dessen gestreckten Kasamatsu, auf 26:14. Koch und Dathe erhöhten am Barren (5:5) sogar auf 31:14, ehe der stolze Vorsprung wie die Butter in der Sonne zu schmelzen begann. "Dass es noch so eng werden würde, habe ich nicht geglaubt", bilanzierte Lill nach dem Happy-End lachend, "aber auch nicht, dass wir gegen die starken Heilbronner anfangs überhaupt so viele Punkte holen würden."
Autor: Jochen Dippel



