"Weltmeister dürfen auch Fehler machen"

dpa

Von dpa

Mo, 06. August 2018

Turnen

Ein Wasserfleck stoppt Pauline Schäfer bei der EM.

GLASGOW (dpa). Pauline Schäfer lächelte gequält und schüttelte nur den Kopf. Ein von Vorturnerin Nina Derwael aufgesprühter Wasserfleck auf den Schwebebalken hat die Weltmeisterin um die Chance gebracht, die erste EM-Medaille für deutsche Turnerinnen an diesem Gerät seit 31 Jahren zu erkämpfen. Nur zehn Monate nach ihrem WM-Erfolg in Montreal stürzte die 21 Jahre alte Chemnitzerin am Sonntag bei den European Championships in Glasgow ausgerechnet bei dem von ihr kreierten Schäfer-Salto.

Nur rund zehn Minuten später hatte sich die gebürtige Saarländerin schon wieder gefangen und konnte sogar ein wenig lächeln. "Weltmeister dürfen auch Fehler machen", sagte sie und wollte die Schuld nicht allein bei dem Wasserfleck auf dem nur zehn Zentimeter breiten Gerät suchen, obwohl ihr Schweißband dadurch glitschig geworden war.

Ihre Trainerin Gabi Frehse sah das schon ein wenig anders. "Vom kommendem Jahr an ist es verboten, das Gerät einzusprühen. Und man darf auch nicht vergessen, sie ist im Moment die einzige Turnerin, die dieses schwierige Element anbietet", sagte die Chemnitzerin. Mit 12,40 Punkten reichte es für Schäfer somit nur zum sechsten Platz. Der Sieg ging an Olympiasiegerin Sanne Wewers aus den Niederlanden mit 13,90 Zählern.

Zuvor hatte Kim Bui (Stuttgart) bei ihrer achten Europameisterschaft im Finale am Stufenbarren als Vierte ihre zweite EM-Medaille (zuvor 2011) knapp verpasst. Sarah Voss (Köln), die mit drei Abstürzen in der Qualifikation mitverantwortlich für das Verpassen des Team-Finals der Riege war, strahlte über Platz vier im Sprung-Wettbewerb.