UND SONST NOCH: Wieder alle gut drauf

René Kübler

Von René Kübler

Sa, 30. Dezember 2017

Sportpolitik

Außer Jupp Heynckes’ Hund, der muss es nun ausbaden.

Cando? Die Welt hätte ihn wohl nie zur Notiz genommen, wären die Fußballer des FC Bayern nicht in die Krise geraten. Weil sich Trainer Carlo Ancelotti auf alten Lorbeeren ausgeruht und etwas sehr auf Altersteilzeit gemacht hatte, fehlte es Robben und Co. an Form und Punkten. Nach sechs Spieltagen bloß Tabellendritter – unfassbar! Also musste Jupp Heynckes sein Rentnerdasein unterbrechen – und Cando, sein Schäferhund, fortan auf die täglichen Spaziergänge mit seinem Herrchen verzichten. Der soll bis kommenden Sommer daran arbeiten, die Bayern-Profis neu zu motivieren ("täglich von 7.15 bis 19.30 Uhr"), und Cando blieb auf dem Hof der Familie am Niederrhein zurück. Die Fellpflege – eine halbe Stunde täglich, sagt Heynckes – müssen jetzt andere übernehmen. Und Frau Heynckes muss sich von einer Knie-OP erholen. Wer kauft nun ein? Solche elementaren Fragen treiben die Heynckes um – also natürlich auch die deutsche Fußballöffentlichkeit. Dass sich Cando dann auch noch den Fuß vertrat, machte alles nicht einfacher. Wenigstens konnte Heynckes nach einem Kurzbesuch daheim der Welt am Sonntag berichten: "Cando ist gut drauf." Aufatmen!

Die Bayern sind auch wieder gut drauf, seit Heynckes sich von den Bayernbossen Hoeneß und Rummenigge zum Notfalleinsatz zurück auf die Trainerbank drängeln ließ. Mit 72 und obwohl er es, wie er beteuert, nicht wollte – wegen Cando, Frau Heynckes, dem Einkaufen – und weil sich der Ruhestand nach dem Triplegewinn 2013 doch richtig gut anfühlte. Doch der Uli (Hoeneß), wie er halt so ist, ließ nicht locker. Nun ist Heynckes wieder da und bei den Bayern alles so, als sei er nie weg gewesen. Siege in Serie, Tabellenspitze, gute Laune. Was Cando davon hält? Werden wir wohl nie erfahren.