Ungläubiges Staunen am Fuß des Kahlenbergs

Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Di, 28. August 2018

Tennis

Marco Lenz zum dritten Mal beim Ringsheimer Turnier erfolgreich / Die Damen-Siegerin Aymet Uzcategui aus Venezuela gibt keinen einzigen Satz ab.

TENNIS. Zum dritten Mal nacheinander siegte der 27-jährige Marco Lenz vom TC-Wolfsberg-Pforzheim beim Ringsheimer Ranglistenturnier Kahlenberg Open. Bei den Damen siegte die Jugend gegen Erfahrung. Die 23-jährige Aymet Uzcategui aus Venezuela, für den SC 1880 Frankfurt am Start, siegte in zwei Sätzen gegen die letztjährige Gewinnerin der Kahlenberg Open, die 41-jährige Angelika Rösch vom TC RW Baden-Baden. Die Herren kämpften in den Altersklassen 40, 55 und 60 ebenfalls um Siege und Preisgelder.

Zum ersten Mal schlug die Venezolanerin Aymet Uzcategui in Ringsheim auf. Sie ließ von Anfang an keinen Zweifel daran, dass sie ein Wörtchen um den Sieg mitreden würde. Bis zum Finale gab sie in ihren vier Partien keinen Satz ab. So auch im Endspiel gegen die erfahrene Angelika Rösch, die der stark aufspielenden Uzcategui nicht Paroli bieten konnte. Rösch hatte allerdings am Finaltag zuvor gegen die stark aufspielende Vinja Lehmann vom Hamburger Club an der Alster alle Mühe in drei Sätzen zu gewinnen, was die 41-Jährige viel Kraft gekostet hatte.

Einen ziemlich kuriosen Verlauf bot das Finale der Herren mit Marco Lenz gegen den 26-jährigen Nikolas Walterscheid-Tukic vom SC Marienburg (Köln). Schon nach etwa einer halben Stunde lag Lenz mit 0:6 und 0:4 hinten. Ganze zehn Spiele nacheinander verbuchte Walterscheid-Tukic, der in der Regionalliga um Punkte kämpft, auf seinem Konto. Ungläubiges Staunen sowohl bei Lenz als auch bei den Zuschauern. Beide Spieler agierten druckvoll, am Ende hatte Lenz aber jeweils das Nachsehen. Nach dem 0:4 im zweiten Satz kam plötzlich die Wende, denn nun trumpfte plötzlich Lenz auf und gewann seinerseits zehn Spiele. Lediglich zwei Spiele entschied Walterscheid-Tukic noch für sich, denn Lenz machte weniger Fehler und spielte nun variabler als sein Spielpartner, dessen Kräfte auch schwanden. So hieß es am Ende 0:6, 6:4 und 6:3 für Lenz.

Nach dem Spiel hatten beide kaum eine Erklärung für den außergewöhnlichen Spielverlauf, doch die Erleichterung bei Bundesligaspieler Lenz war zu spüren, hatte er doch selbst nicht mehr so richtig an den Sieg geglaubt. Mit Adrian Obert vom TC Blau-Weiß Oberweier trat ein weiterer Topspieler der 2. Bundesliga in Ringsheim an. Er verlor jedoch im Viertelfinale gegen den ehemaligen Weltranglistenspieler Moritz Baumann vom TC Weinheim knapp in drei Sätzen. Baumann wiederum hatte gegen den späteren Sieger Lenz im Halbfinale nichts auszurichten.

Auf der gut besuchten Ringsheimer Tennisanlage an der Ruster Straße herrschte bei den Finalspielen im Sonntagmittag mit Sonne und angenehmen 25 Grad Traumwetter für die Finalmatches. Das Turnier begann mit den Qualifikationsspielen am Donnerstagmittag bei großer Hitze mit 35 Grad. Am Samstag wurde es eng, denn ganztägiger Regen brachte den Zeitplan arg durcheinander. Dank der Flutlichtanlage beim TC Rust konnten dort doch noch Abendspiele absolviert werden.

Ulrich Wieber, Vorsitzender des TC Ringsheim, und Turnierleiter Kai Bumann ließen sich nach 15 Jahren Kahlenberg Open nicht aus der Ruhe bringen, denn am Ende passte alles – mit einer Ausnahme. Auf Grund der kühlen Temperaturen hielt sich der Besucherandrang am Freitagabend bei der Open-Air-Veranstaltung "Tennis meets Clubsound" in Grenzen.

Finalspiele – Damen: Aymet Uzcategui (SC 1880 Frankfurt) – Angelika Rösch (TC RW Baden-Baden) 6:1, 6:3; Herren: Marco Lenz (TC Wolfsberg-Pforzheim) – Nikolas Walterscheid-Tukic (Marienburger SC) 0:6, 6:4, 6:3; Herren 40: Holger Dörflinger (TC Seelbach) – Martin Leise (TC Achern-Wagshurst), 6:0, 6:1; Herren 55: Michael Fehrenbach (TC Wittelbach) – Eckard Baumann (TV Kenzingen), 6:4, 6:2; Herren 60: Uwe Scherer (TC 65 Eschborn) – Ralph Schäfer (TC Schwarz-Weiß Kehl), 0:6, 6:2, 10:8.