Unschlagbar wie einst die Bayern

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Fr, 25. November 2016

Ringen

Geschieht kein Wunder, wird der KSV Rheinfelden am Samstag Meister und verlässt die Oberliga nach oben / 24,50 Punkte im Schnitt.

RINGEN Oberliga: KSV Rheinfelden – VfK Mühlenbach, Samstag, 20 Uhr. Aufsteiger-T-Shirts? Freibier? Was konkret geplant ist für Samstagabend gegen 21.45 Uhr will Sulejman Ajeti eigentlich gar nicht wissen. Natürlich tendiert die Wahrscheinlichkeit gegen 100 Prozent, dass der KSV Rheinfelden den letzten fehlenden Punkt zur Oberligameisterschaft und zum Aufstieg gegen den VfK Mühlenbach verbuchen wird. "Vermutlich werden wir hoch gewinnen", sagt Ajeti, und das ist mehr realistisch als überheblich. Denn die Rheinfelder sind ja so unschlagbar, wie der FC Bayern München zu seinen besten Zeiten. "Aber", mahnt Ajeti: "Ein Punkt fehlt noch."

Samstagabend wird es soweit sein. Nicht ein Mal in der Nähe eines Sieges war ein Gegner der Rheinfelder Oberliga-Staffel in dieser Saison. Die Resultate des KSV sind aktuell deutschlandweit nahezu einzigartig. Der Tabellenvierte Mühlenbach wird morgen vielleicht als drittes Team in dieser Saison eine zweistellige Punktzahl gegen den KSV erreichen, doch das wäre schon ein Erfolg. Das 32:8 im Hinkampf, der nur 45 Minute dauerte, ist Standard. Viele Gegner streichen schon vor der Waage die Segel. "Man merkt ja, wen sie gegen uns reinstellen", sagt Ajeti. Bevor "einer verheizt" werde und Gefahr laufe, hoch zu verlieren, "stellt man ihn lieber in einer anderen Liga auf. Sie denken wohl: Es hat sowieso keinen Wert gegen uns". Gegen die Rheinfelder Dominanz ist in dieser Saison bislang kein Mittel gefunden worden. Kürzlich lag ihr Schnitt bei 24,08 Punkten, was nur drei Clubs in Deutschland toppen konnten, und diesen haben Manuel Kingani und Co. weiter ausgebaut (24,50). Was es ist, das den designierten Aufsteiger so deutlich von der Konkurrenz abhebt, da hat Ajeti keine konkreten Aspekte parat. Er führt zwei Gründe an: "Wir sind momentan richtig gut drauf. Und wir harmonieren als Mannschaft."

Schwachstellen sind sinnvoll ersetzt worden

Richtig gut drauf sind praktisch alle im Kader. Schwachstellen sind vor der Saison ausgemacht und ersetzt worden – durch verlässliche Siegringer: Andrius Reisch, Johann und Eduard Frick, Kingani sowie Benedikt Rebholz. "Ein wenig überrascht" ist Ajeti von Andrius Reisch, der in der vergangenen Saison beim Verbandsliga-Absteiger TSV Kandern die 86 Kilogramm Freistil besetzte und nun in der 76er-Klasse ringt. "Er hat richtig gute Kämpfe gezeigt." Reischs Saison ist sinnbildlich: Die Bilanzen sind durchweg positiv, viele KSV-Ringer haben in den bis zu 14 Duellen bislang nur einen Kampf verloren. Der Punktbeste ist Sulejman Ajeti, der das Team mit dem zweiten Vorsitzenden Sascha Oswald trainiert. Auch 2010 war Ajeti auf der Matte dabei, bei der letzten Meisterschaft der Rheinfelder: in der Bezirksliga.