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21. Juli 2008

Beach-Flair unter Bäumen

Das Schopfheimer A-Top-Turnier lockt Zuschauer, Sponsoren – und die besten Baggerer des Landes

  1. Sieger Wolfgang Beck Foto: m. schön

BEACHVOLLEYBALL Beachvolleyballer sind echte Sonnenkinder. Obwohl am Wochenende einige Schauer über die Region am Oberrhein zogen, blieb das A-Top-Turnier der baden-württembergischen Serie um den LBS-Beach-Cup in Schopfheim von Regenunterbrechungen verschont. Der Schopfheimer Bürgermeister Christof Nitz stellte zufrieden fest: "Wir haben bei unserem Turnier immer Glück mit dem Wetter." Und ein glückliches Händchen mit den Spielern: So gewannen bei den Männern in Julian Sadleder und Wolfgang Beck (1844 Freiburg) die Ranglistenersten aus Baden-Württemberg.

Die Nässe, die auf Becks Schulter als Klebemittel für den feinen Sand wirkte, kam deshalb nicht von oben, sondern von innen: Der Weg zum Turniersieg war für den Spielertrainer des Hallen-Zweitbundesligisten und seinen blockstarken Partner Julian Sadleder – in der Halle ausschließlich als Libero unterwegs – eine schweißtreibende Angelegenheit. Im Halbfinale musste das Freiburger Duo gegen Simon Forster/ Paul Cherbin (Essen/ Darmstadt) über drei Sätze (21:16, 17:21, 15:12) gehen, ehe der Finaleinzug für die Setzlistenzweiten feststand.

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Für das Endspiel hatte Beck erneut auf ein enges Dreisatzmatch getippt, doch es ging ein wenig schneller: Mit 21:17 und 21:17 hielten sie die topgesetzten Christian Eckenweber/ Tim Wacker (Speyer/ Rodheim) in Schach. Die Freiburger ließen sich auch von zwei Aufschlagassen des hessischen Meisters Tim Wacker zu Beginn nicht irritieren und überzeugten mit starker Abwehrarbeit und sicheren Angriffen. "Wir hatten ein gutes Side-Out und konnten sie dann unter Druck setzen", bilanzierte Beck zufrieden. Damit dürften die Sieger von Schopfheim als Favoriten in die baden-württembergische Meisterschaft Anfang August vor dem Freiburger Konzerthaus gehen.

In dem Klassefeld kam erwartungsgemäß für die die beiden Teams André Bülow/ Martin Schaffner sowie Cornelius Ullrich/Axel Schaffner vom Mitausrichter TuS Höllstein bereits nach zwei Spielen (und zwei Niederlagen) das Aus. Besser machten es Tina Bülow und Nadine Frühauf (Höllstein/KTV Riehen), die nach einem Sieg gegen die Lörracherinnen Natascha Rück und Kathrin Herzog (beide KTV Riehen) immerhin den fünften Platz belegten. Allerdings profitierten die Lokalmatadorinnen vom geschrumpften Feld bei den Frauen, wo lediglich acht Teams antraten.

Dass so wenig Duos für die Frauen-Konkurrenz meldeten, verwunderte auch Andrea Ahmann (TSV Schmiden). "Man kann sich nur verbessern, wenn man gegen gute Teams spielt", sagte die zweifache deutsche Vizemeisterin und Vize-Europameisterin von 2003. Trotz weiter Anfahrt von ihrem Wohnort Stuttgart, hatte sich die Ehefrau von U-23-Beach-Bundestrainer Jochen Ahmann (Olympia-Bronze 2000) den Schopfheimer Termin dick im Kalender angestrichen. Schließlich war das Turnier im Vorjahr von den Spielern zum beliebtesten Wettbewerb der ganzen LBS-Cup-Serie gewählt worden.

Was Andrea Ahmann beeindruckt hat: "Die verschieben hier sogar den Markt für das Turnier." Was ihr nicht gefallen hat: ihre eigene Leistung: Zusammen mit Tanja Busch (TSV Speyer) reichte es lediglich zum dritten Platz. "Ohne Training ist halt nicht mehr drin", musste die zweifache Mutter (39) feststellen. Turniersiegerinnen wurden Stefanie Kögel und Natalie Welsch (TG Biberach) nach drei hart umkämpften Sätzen (22:24, 21:14, 16:14) gegen die Freiburgerinnen Richarda Zorn und Laura Mählmann.

Malerisch schmiegt sich der Center-Court zwischen das Rathaus und die Lindenbäume, unter den die Zuschauertribünen an beiden Spieltagen ständig besetzt waren. "Hier herrscht dieses gewisse Beach-Flair", lobte Andrea Ahmann. Was auch am Engagement des Bürgermeisters liegt: Christof Nitz, der in seinem Heimatort Furtwangen selbst bis zur Badenliga Volleyball in der Halle spielte, machte nicht nur beim Prominentenspiel im Sand eine gute Figur. "Wir wollen uns hier weiter engagieren", sagte Nitz. Viele Sponsoren kommen inzwischen von alleine. Und die Beachvolleyballer sowieso.

Autor: Matthias Kaufhold


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