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17. Mai 2010
Wenn an der Uni die Fäuste fliegen
In Freiburg fanden am Wochenende die deutschen Hochschulmeisterschaften im Boxen statt / Schlagkräftige Lokalmatadoren.
Im Studienalltag gebraucht ein Hochschüler seinen Kopf zumeist auf denkerischer Ebene. Schon deshalb legten am Wochenende einige von ihnen verstärkten Wert auf dessen Schutz, als die Freiburger Albert-Ludwigs-Universität die deutschen Hochschulmeisterschaften im Boxen austrug. 120 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus 30 Hochschulen der gesamten Bundesrepublik kämpften teilweise bis aufs Blut um den Titel des deutschen Hochschulmeisters in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse. Auch sieben Athleten der Uni Freiburg nahmen am Turnier teil.
Das Publikum im Institut für Sport und Sportwissenschaften unterstützte seine Lokalmatadoren lautstark. Den ersten Sieg eines Freiburgers gab es bereits zu Beginn der Vorrunde zu bejubeln, als der 32-jährige Mattias Rupp seinen Kontrahenten Sergej Soblewski von der Uni Erlangen in der Weltergewichtsklasse bis 69 Kilogramm in der zweiten Runde per Knockout besiegte. "Darauf habe ich mein halbes Leben lang hingearbeitet", freute sich der Doktorand am Institut für Landespflege der Uni-Freiburg, und ergänzte: "Ich bin Asthmatiker. Dieser Fight steht auch symbolisch für meinen Kampf gegen die Krankheit."Werbung
Als einer der Favoriten galt bereits im Vorfeld der 24-jährige Jan Kasper, angehender Bachelor für Waldwirtschaft und Umwelt an der Uni Freiburg. "Er ist einer unserer Top-Leute", erklärte Karsten Bohmann, Trainer der Freiburger Boxer. "Erst im Februar wurde er Südbadischer Meister in der Klasse B für Kämpfer mit weniger als sieben Kämpfen Ringerfahrung." Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den Mannschaftsprimus. Nach einem intensiven Schlagabtausch über die vollen drei Runden behauptete er sich schließlich souverän gegen seinen Kontrahenten Rosen Zelev aus Darmstadt. Beide landeten klare Treffer. Am Ende stand ihnen die Erschöpfung buchstäblich ins Gesicht geschrieben.
"Nach dem täglichen Training während der letzten sechs Wochen will ich jetzt auch das Turnier gewinnen", sagte Kasper selbstbewusst und fügte grinsend hinzu: "Schließlich möchte ich am Samstagabend feiern gehen." Nächstes Jahr plant der 24-Jährige schon seine Teilnahme an der Klasse-A-Meisterschaft.
"Mittlerweile ist dieses Turnier nach der deutschen Amateur-Meisterschaft der größte Amateur-Box-Event des Landes", erläuterte Trainer Bohmann. Dies habe sich auch in der langwierigen Vorbereitung bemerkbar gemacht. "Der logistische und finanzielle Aufwand war immens", erinnerte er sich. Ohne die enge Zusammenarbeit mit den Sponsoren und der Uni Freiburg wäre das nicht möglich gewesen. Schon vor einem Jahr habe man mit der Planung für den Wettkampf begonnen, "die letzten Monate waren dann echt High Life angesagt", fasste Bohmann rückblickend zusammen.
Bemerkenswert sei dieses Mal die hohe Zahl weiblicher Teilnehmer, die fast ein Drittel ausmache, so Bohmann. Unter ihnen sei auch die prominenteste Teilnehmerin der Veranstaltung, die deutsche Meisterin und Weltranglistenzehnte Goda Dailydaite aus Dortmund.
Autor: Benjamin Resetz
