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09. März 2011
Biathlon-WM: Vergebliche Mühe
Beim ersten großen Sieg von Weltcup-Spitzenreiter Tarjei Bö bleibt Michael Greis und Arnd Peiffer nur die Statistenrolle.
CHANTY-MANSIJSK (dpa). Der neue Biathlon-Weltmeister Tarjei Bö weinte in der sibirischen Nacht vor Glück, Michael Greis und Arnd Peiffer verschwanden erst einmal in die Wärme. Während der Senkrechtstarter aus Norwegen in souveräner Manier seinen ersten großen Einzel-Titel vor dem Russen Maxim Maximow und dem Österreicher Christoph Sumann feierte, konnte Greis als Siebter auch im Einzel-Wettkampf keine Medaille ergattern.
"Bei der Weltmeisterschaft zählen nur die Plätze 1, 2 und 3. Aber von den Ergebnissen her war es mit zwei Top-Ten-Plätzen nicht schlecht", fand Bundestrainer Fritz Fischer. Erstmals war Greis bester deutscher Skijäger bei der WM im russischen Chanty-Mansijsk vor dem achtplatzierten Andreas Birnbacher, der ebenfalls nur eine Strafrunde laufen musste. Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer kam nach drei Schießfehlern noch auf Rang 15. "Ich hatte Probleme mit meinen Bronchien", sagte der Niedersache.die Staffel ausrichten."
Michael Greis
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Beim Klassiker über die 15 Kilometer müssen Kathrin Hitzer und Miriam Gössner pausieren. Für das im Sprint und in der Verfolgung eingesetzte Duo laufen Tina Bachmann und Sabrina Buchholz. Genau wie Neuner ist auch die sechsmalige Titelträgerin Andrea Henkel dabei.
Da die deutschen Biathletinnen bei der WM auftrumpfen, dürfen die Trainer Ricco Groß und Gerald Hönig auch in der neuen Saison bleiben. Auch die Männer-Trainer Mark Kirchner und Fischer sollen neue Verträge erhalten. Schließlich läuft es in Sibirien gut, auch wenn es im Traditionswettkampf am Dienstag kein Edelmetall gab.
Erst als das Rennen entschieden war, kam Greis wieder aus der Kabine. "Ich werde versuchen das Beste daraus zu machen. Jetzt werden wir alles auf die Staffel ausrichten", kündigte er an. Ob Peiffer bis Freitag (14 Uhr/ZDF und Eurosport) wieder richtig fit wird, wird sich zeigen. Nach den 20 Kilometern wurde der Weltmeister geschont, ließ ausrichten: "Das Einzel ist ja nicht so mein Ding, wenn man bedenkt, dass Platz 17 in dieser Saison mein bestes Ergebnis war."
Seinen ersten Weltmeistertitel als Biathlon-Solist sicherte sich Bö, der auch seine Führung im Gesamtweltcup ausbaute. Für den 22-Jährigen war es nach Gold mit der Mixed-Staffel vor Deutschland sowie zweimal Bronze im Sprint und der Verfolgung bereits die vierte WM-Medaille. Die einstige Biathlon-Großmacht Russland holte durch Maximow das erste Edelmetall.
Unterdessen gab es am Rande der Weltmeisterschaft eine peinliche Panne: Zeitungskopien aus der Nazi-Zeit haben den Weltverband IBU in tiefe Verlegenheit gebracht. Beim IBU-Medienempfang hatte ein Designer zur Dekoration einen Strauß aus alten Zeitungen in verschiedenen Sprachen zusammengestellt. Auch zwei aus dem Internet kopierte Seiten aus alten deutschen Blättern waren darunter. Allerdings mit brisantem Inhalt: Die Schlagzeile "Reichskanzler Hitler" war in Der Angriff, der Gauzeitung der Berliner NSDAP, zu lesen, "Die Invasion hat begonnen" in der Deutschen Allgemeinen Zeitung.
"Das hatte keine politischen Gründe", erklärte Irina Taschenko, die Generaldirektorin des Konzert- und Theatercenters Ugra-Classic am Dienstag. Sie bat wie WM-Organisationschef Wjatscheslwa Schurawlew in einem Schreiben an die IBU mehrmals um Entschuldigung für den Fehlgriff. Die Zeitungen seien versehentlich ausgewählt worden. "Unglücklicherweise konnten die Designer weder Deutsch noch Englisch", stellte Schurawlew fest.
Autor: dpa



