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30. November 2011

Gedämpfte Erwartungen

Die Deutschen Biathleten geben sich vor dem Weltcup-Auftakt zurückhaltend.

ÖSTERSUND (dpa). Magdalena Neuner und Co. haben die Heim-WM schon im Hinterkopf, doch erstmal besitzt für die deutschen Biathleten der Saisonstart im schwedischen Östersund oberste Priorität. 255 Tage nach dem letzten Weltcuprennen der Vorsaison ist das Stelldichein mit der Weltelite von heute an die erste Standortbestimmung für Trainer und Athleten.

"Unser großes Ziel ist natürlich die Heim-Weltmeisterschaft in Ruhpolding. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Aber natürlich wollen wir versuchen, dass wir bereits in den ersten Weltcups mit ordentlichen Leistungen dabei sind", sagt Uwe Müssiggang. Der Bundestrainer und seine vier Coaches Gerald Hönig/Ricco Groß (Frauen) und Mark Kirchner/Fritz Fischer (Männer) haben insgesamt zwölf Athleten für die erste von neun Weltcupstationen nominiert. Neben den Staffel-Weltmeisterinnen Magdalena Neuner, Tina Bachmann, Miriam Gössner und Andrea Henkel gehen noch Franziska Hildebrand und Sabrina Buchholz auf Punktejagd. Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer führt die Männer-Fraktion an, die Michael Greis, Andreas Birnbacher, Daniel Graf, Florian Graf und Simon Schempp komplettieren.

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"Wir können mit den Vorbereitungen eigentlich ganz zufrieden sein. Ich denke, wir haben wieder eine schlagkräftige Mannschaft mit einigen erfahrenen Athletinnen und Athleten und ein paar jüngeren, die nun immer mehr nach vorne rücken werden", erklärt Müssiggang. Den Auftakt machen die Männer heute mit dem Einzel über 20 Kilometer (17.15 Uhr/live in ZDF und Eurosport). Einen Tag später gehen die Frauen über 15 Kilometer in die Loipe. Bis Sonntag stehen dann noch die Sprints und die Verfolgung auf dem Programm.

Den letzten Schliff holten sich die deutschen Skijäger beim traditionellen Lehrgang im finnischen Munio, auch wenn wegen Schneemangels die Trainingsstrecke nicht allzu lang war. Dann ging es noch mal ein paar Tage nach Hause zum Aufladen der Akkus, lediglich die hartnäckig von Leistenproblemen geplagte Andrea Henkel reiste sofort nach Östersund. Kathrin Hitzer (Gosheim/ehemals Skiinternat Furtwangen) fehlt wegen eines Infekts beim Saisonauftakt.

Trotz der Vorfreude auf die ersten Rennen schrauben die Deutschen die Erwartungen nicht allzu hoch. "Die ersten Wettkämpfe sind für mich in den vergangenen Jahren immer ein wenig zäh gewesen. Von daher gehe ich nicht mit übertriebenen Erwartungen an den Start", meint Peiffer, der im Gesamtweltcup wieder einen Platz unter den Top Zehn anpeilt. Entspannt ist auch Olympiasieger Greis, wenngleich er in den Testwettkämpfen nicht überzeugte. "Aber das konnte man nach der Verletzung auch nicht erwarten. Jetzt muss ich einfach abwarten, wie ich in die Rennen reinkomme." Der 35-Jährige musste nach einer Sprunggelenksoperation im August eine sechswöchige Zwangspause einlegen.

Magdalena Neuner ist nach zwei Jahren krankheitsbedingter Abstinenz erstmals wieder beim Auftakt dabei. Jetzt brennt die Rekordweltmeisterin, die in der Vorbereitung eigene Wege gegangen ist und statt in Munio in Obertilliach trainierte, auf die ersten Rennkilometer. "Aber die ersten Rennen sind für mich auch immer erst einmal dazu da, zu schauen, wie es geht und was die anderen so machen", sagt die Wallgauerin.

Autor: dpa


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