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13. Dezember 2010 08:17 Uhr

Biathlon

Magdalena Neuner wird vom Winde verweht

Stark auf den Beinen, schwach mit dem Gewehr: Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner hat ihren 20. Einzel-Sieg im Biathlon-Weltcup durch sieben Fehler am Schießstand vergeben.

  1. Waren nach dem Einzelrennen nicht zufrieden: Andrea Henkel (links) und Magdalena Neuner Foto: dpa

Einen Tag nach ihrer überragenden Vorstellung beim deutschen Staffel-Sieg in Hochfilzen musste die siebenmalige Weltmeisterin im Verfolgungsrennen gleich siebenmal in die Strafrunde, damit gut einen Kilometer mehr laufen und wurde genau wie im Sprintrennen Siebte. "Ich bin mit dem Wind nicht zurechtgekommen", sagte Neuner, die sich kürzlich dazu entschloss, von einem Fotografen in Dessous abgelichtet zu werden.

"Wir haben uns mit den wechselnden Bedingungen sehr schwergetan", sagte Bundestrainer Gerald Hönig. 32 Fehler schossen die sechs deutschen Biathletinnen am Sonntag. Beim Sieg der Schwedin Helena Ekholm waren Andrea Henkel (Platz 11/5 Fehler), die ehemals beim Skiinternat Furtwangen untergebrachte Schwäbin Kathrin Hitzer (18/5), Sabrina Buchholz (23/4), Miriam Gössner (25/7) und Tina Bachmann(30/6) chancenlos.

Magdalena Neuner wollte es bei ihren ersten Rennen nach der Krankheitspause im Verfolgungsrennen wissen. Die 23-Jährige hatte nach dem ersten, fehlerfreien Liegendschießen die Führung übernommen, doch dann ging nichts mehr. Im Schneetreiben wechselte der Wind – und Neuner kam aus dem Konzept. Dabei hatte sie bei ihrer Rückkehr in die Staffel am Vortag den Grundstein zum ersten Weltcup-Triumph der deutschen Skijägerinnen im nacholympischen Winter gelegt. Zusammen mit Hitzer, Buchholz und Henkel stürmte sie zum Sieg: Mit 59,1 Sekunden Vorsprung gewann Deutschland vor der Ukraine. Auch nach den Rücktritten der lange Jahre dominierenden Kati Wilhelm, Simone Hauswald (Schönwald) und Martina Beck laufen die deutschen Biathletinnen weiter an der Spitze mit – auch ein Verdienst der neuen Trainer Gerald Hönig und Ricco Groß. "Ich bin froh, dass die Diskussion aufhört, ob das "Nachwuchsteam" ohne die drei Alten noch gewinnen kann", sagte die letzte verbliebene Altmeisterin Andrea Henkel.

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1,7 Sekunden fehlen deutschen Männern zum Podestplatz

Bei den Männern zeigt vor allem der dreimalige Olympiasieger Michael Greis aufsteigende Form. Beinahe hätte der Allgäuer das Männer-Quartett beim souveränen Staffel-Sieg der bislang unschlagbaren Norweger noch auf das Podest geführt. Im Sprint um Platz drei wurde Greis knapp auf Rang vier verwiesen. Mit einer tollen Aufholjagd führte Michael Greis die deutsche Staffel als Schlussläufer nach vorne.

Beim überlegenen Sieg der Norweger vor Österreich (53,1 Sekunden zurück) und Frankreich (3:28,8Minuten) fehlten Deutschland (3:30,5) nach dem Zielsprint aber 1,7 Sekunden zu Rang drei. Auch in der Verfolgung am Vortag kämpfte sich der dreimalige Olympiasieger noch von Platz 19 auf Rang acht. "Ich bin gut dabei", sagte Greis.

Für die Norweger war es im sechsten Weltcup-Rennen in diesem Winter der sechste Erfolg. "Wir trainieren hart und gut. Wir haben viele Jahre gut gearbeitet. Die Stimmung in der Mannschaft ist hart, aber gut, um Siege zu schaffen", sagte ihr Star Ole Einar Björndalen. Die beiden Einzelrennen hatte sein junger Landsmann Tarjei Boe gewonnen – es waren seine ersten Siege im Weltcup.

Autor: dpa


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