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03. Dezember 2011

München verzichtet wohl

DOSB-Spitze schlägt der Mitgliederversammlung vor, sich nicht um Olympia 2022 zu bewerben.

  1. DOSB-Präsident Thomas Bach sagt: „Wir können Olympia. Die Frage ist, wann.“ Foto: dpa

MÜNCHEN (dpa). Fünf Monate nach der krachenden Bewerbungsniederlage für Olympia 2018 sind wohl auch Münchens vage Träume von einem Wintermärchen 2022 frühzeitig geplatzt. Die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) verständigte sich in einer Beschlussvorlage für die Mitgliederversammlung an diesem Samstag in Berlin auf einen Bewerbungsverzicht für die Spiele 2022.

Viele offene Fragen wie die Schlagkräftigkeit der Mitbewerber oder die potenzielle politische Unterstützung hätten den DOSB dazu bewogen, hieß es.

Der Verzicht auf 2022 kommt nicht unbedingt überraschend. Schon unmittelbar nach dem am 6. Juli gescheiterten Bewerbungsversuch für 2018 hatten die deutschen Spitzensportvertreter durchblicken lassen, einen neuen Anlauf erst für die Spiele 2026 anzupeilen. Der Zeitpunkt für einen weiteren Vorstoß müsse "sorgfältig" und "in aller Nüchternheit" abgewogen werden, hatte DOSB-Präsident Thomas Bach betont, der gleichzeitig auch als Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) fungiert.

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In ihrer Beschlussvorlage formulierte die DOSB-Spitze gleichzeitig den klaren Anspruch, auf Dauer wieder olympische Großereignisse in die Bundesrepublik zu holen. "Wir wollen Olympische Spiele in Deutschland", bekräftigte der DOSB. "Wir stehen für eine erneute Bewerbung bereit, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und begründete Aussicht auf Erfolg besteht." Nach den Sommerspielen 1972 in München erstmals wieder Olympia nach Deutschland zu holen, sei "nicht mehr nur ein Traum, sondern eine machbare Perspektive".

Die bayerische Landeshauptstadt wollte das Großereignis 2018 zusammen mit Garmisch-Partenkirchen und Königssee austragen. Gerade dieser von vielen Problemchen überschattete Bewerbungsmarathon habe gezeigt, "wie wichtig eine positive Grundstimmung der Bevölkerung für die olympische Idee" im Hinblick auf den Erfolg einer Bewerbung sei, formulierte der DOSB. Immer wieder hatte die Bewerbungsgesellschaft in den vergangenen Jahren mit stürmischem Gegenwind vor allem von Naturschützern zu kämpfen.

Anfang Juli hatten die Münchner mit ihrer Olympia-Bewerbung für 2018 gegen den übermächtigen südkoreanischen Konkurrenten Pyeongchang eine Niederlage einstecken müssen. Die fiel unerwartet klar aus – und schmerzte vor allem die deutschen Olympia-Vorkämpfer um Bach, Ex-Eiskunstlauf-Queen Katarina Witt und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). "Wir können Olympia in München und Garmisch-Partenkirchen, das ist die klare Aussage", hatte Bach im Herbst betont – mit einer Einschränkung: "Die Frage ist, wann!"

Anmeldeschluss für 2022 ist beim Internationalen Olympischen Komitee erst im September 2013. Zu diesem Zeitpunkt hätten aber bereits die nötigen finanziellen staatlichen Garantien gegeben werden müssen, was gerade angesichts der fast zeitgleichen Bundestagswahl sowie der bayerischen Landtagswahl als zu großes Hindernis galt. "Man muss studieren, ob 2022 die Chancen wirklich größer sind als 2018 oder 2026 vielleicht noch größer", hatte Ude betont.

Autor: dpa


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