Nordische Kombination

Der Freiburger Manuel Faißt kann den Sprung zur Nordischen Ski-WM schaffen

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Sa, 28. Januar 2017 um 19:36 Uhr

Nordische Kombination

Manuel Faißt, Nordischer Kombinierer aus Freiburg, hat die Chance, zur Ski-Weltmeisterschaft nach Lahti zu fahren. Das bestätigte Bundestrainer Hermann Weinbuch der BZ.

In dreieinhalb Wochen beginnen die Welt-Titelkämpfe der Nordischen Wintersportler im finnischen Lahti (22. Februar bis 5. März 2017). Manuel Faißt, der in Freiburg lebt und für den SV Baiersbronn startet, unterstrich zum Auftakt des Weltcup-Triples im österreichischen Seefeld, dass er ein Kandidat für die WM sein kann. Auf den neunten Platz schaffte er es am Freitag. Das war das beste Resultat der bisherigen Saison. Am Samstag wurde er Zwölfter – ebenfalls eine Spitzenplatzierung.

"Jetzt heißt es morgen nochmal angreifen" – Manuel Faißt
Der Elftplatzierte in der Weltcup-Gesamtwertung des Vorjahres hat freilich ein Luxusproblem. Das ganze deutsche Team ist in diesem Winter so überragend gut, dass schon ein neunter und zwölfter Platz dahinter verblasst.

Noch nie waren die DSV-Kombinierer so gut

So auch am Samstag: Da gewann der Oberstdorfer Johannes Rydzek auch die zweite Etappe des Seefeld-Triples in Österreich. Er lieferte sich dabei ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Zweitplatzierten Eric Frenzel. Eine Zehntelsekunde trennte die beiden am Ende im Ziel. Dritter wurde der Italiener Samuel Costa. Insgesamt sorgte Weltmeister Rydzek damit für den 14. deutschen Erfolg im 14. Einzelwettbewerb des WM-Winters – Ausdruck einer so nie dagewesenen Überlegenheit des Teams von Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Johannes Rydzek schlüpft ins Gelbe Trikot

Als Krönung übernahm Rydzek vom dreimaligen Triple-Sieger Frenzel auch das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtweltcup. Fabian Rießle aus St. Märgen, der Dritte in der Weltcup-Gesamtwertung, sprang und lief am Samstag in Seefeld auf Platz sechs. Zwischen die beiden Schwarzwälder Rießle und Faißt schob sich am Samstag noch der Johanngeorgenstädter Björn Kircheisen als Elfter.

Hermann Weinbuchs Luxusproblem

Obwohl Zwölftbester, war das Freiburger Kombinierer-Ass Faißt damit in Seefeld gerade einmal fünftbester Starter des Deutschen Ski-Verbands (DSV). Das könnte freilich reichen, um von Bundestrainer Weinbuch für die WM in Lahti als fünfter oder sechster Mann nominiert zu werden. In der Weltcup-Gesamtwertung dieses Winters rangiert Faißt als 21. im Augenblick auf Platz sechs unter den DSV-Startern. Vor ihm platziert ist auch noch der Oberstdorfer Vinzenz Geiger als Zwölfter.

"Ich würde Manuel gern als sechsten Mann mit nach Lahti nehmen" Bundestrainer Hermann Weinbuch
Vier deutsche Kombinierer sind für die WM angesichts ihrer Erfolge in diesem Winter automatisch gesetzt: Rydzek, Frenzel, Rießle und Kircheisen. Geiger und Faißt könnten das Sextett für Lahti vervollständigen. Bundestrainer Weinbuch erklärte der Badischen Zeitung am Abend, er wolle tatsächlich mit sechs – und nicht nur fünf – Athleten nach Finnland reisen. "Ich hoffe sehr, dass Manuel zu seiner guten Form zurückfindet", sagte Weinbuch der BZ. "Ich würde ihn gern als sechsten Mann mit nach Lahti nehmen."

Angesichts der phänomenalen Erfolge der deutschen Top-Starter sei zwar nicht damit zu rechnen, dass der Freiburg in einem Einzel-Wettkampf der WM starten könne. Er sei freilich ein idealer Reserve-Kandidat – speziell für den Fall, dass vor dem Team-Wettkampf in Lahti einer der Top-Leute erkrankt. "Es sind noch ein paar Wettkämpfe bis zur WM, ich gebe Manuel weiter Zeit. Eigentlich will ich ihn zur Sicherheit auf alle Fälle dabei haben."

Manuel Faißt selbst schrieb am Samstagabend auf Facebook: "Heute wurde es am Ende der zwölfte Platz! Jetzt heißt es morgen nochmal angreifen."