"Die WM kann kommen"

sid

Von sid

Mo, 23. Januar 2017

Wintersport

Die deutschen Biathleten dominieren die Wettkämpfe in Antholz / Sowohl die Frauen- als auch die Männer-Staffel gewinnt.

ANTHOLZ (sid/BZ). Laura Dahlmeier lächelte erschöpft und sehnte sich nach Erholung, die krachende Warnung an die Konkurrenz wollte sie aber unbedingt noch loswerden. "Die WM kann kommen! Wir sind definitiv bereit", sagte Deutschlands beste Biathletin nach einer wahrlich weltmeisterlichen Generalprobe beim Weltcup in Antholz: "Die Rennen haben gezeigt, dass wir eine absolut starke Mannschaft haben. Das war schon eine sehr deutliche Ansage."

Vier Siege, ein zweiter Platz und acht weitere Top-Ten-Resultate hatten die Scharfschützen des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) verbucht, die Arena in Südtirol damit phasenweise in eine riesige deutsche Party-Festung verwandelt. "Wir sind echt gut drauf und gerüstet, wir müssen uns jetzt nur wieder die Frische holen", sagte auch Simon Schempp, der wie Dahlmeier am Freitag wieder in das Mannschaftstraining einsteigen und am Feinschliff für die WM in Hochfilzen (9. bis 19. Februar) feilen wird.

Dahlmeier und Schempp waren das herausragende Duo eines bärenstarken deutschen Teams. Weil am abschließenden Sonntag aber "der Ofen echt aus" war (Schempp), freuten sich beide auf ein paar erholsame Tage. "Da kann ich einfach nur das machen, auf was ich Lust habe, und abschalten. Die Tage waren echt anstrengend und es ist wichtig, dass ich wieder Luft bekomme", sagte Dahlmeier. Denn nur dann kann sie die Top-Form abrufen, die sie in Antholz gezeigt hatte.

Die 23-Jährige aus Partenkirchen hatte die deutschen Festtage mit ihrem famosen Triumph im Einzel und der Rückkehr in das Gelbe Trikot höchstpersönlich eingeläutet, am Sonntag mit dem standesgemäßen dritten Staffel-Erfolg des Winters dann auch noch erfolgreich abgerundet. Doch die Glanztaten der Hobby-Bergsteigerin, der in dieser Verfassung in jedem WM-Rennen eine Medaille zuzutrauen ist, waren bei weitem nicht die einzigen schwarz-rot-goldenen Erfolgsmomente. Die deutsche Männerstaffel, mit Benedikt Doll von der Skizunft Breitnau als zweitem Läufer, beendete rechtzeitig ihre fast zweijährige Durststrecke und feierte den ersten Sieg seit dem 14. März 2015.

Ganz und gar nicht vorherzusehen war der erste Weltcup-Sieg von Nadine Horchler, die sich mit ihrem Coup im Massenstart das letzte der insgesamt sechs WM-Tickets sicherte. "Ich bin überglücklich und kann es kaum fassen", sagte Horchler, die bei der Siegerehrung noch mit den Tränen gekämpft hatte. Dahlmeier stand als Zweite direkt neben ihr auf dem Podest, und sie konnte die Emotionen durchaus nachvollziehen: "Der erste Sieg ist immer etwas ganz Besonderes. Ich freue mich wahnsinnig für Nadine", sagte Dahlmeier.

Während Horchler trotz ihres Triumphs nur geringe Chancen auf WM-Edelmetall haben dürfte, kann Schempp von seiner ersten Einzelmedaille träumen. "Simon ist unser absoluter Podestläufer, aber auch Benedikt Doll, Arnd Peiffer und ich sind nicht so schlecht", sagte Erik Lesser, der am Sonntag Neunter wurde. Doll belegte nach vier Schießfehlern Rang 19. Während bei den Frauen neben Horchler und Dahlmeier auch Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt und Franziska Hildebrand in die Top Ten liefen, schaffte es bei den Männern neben Schempp und Lesser auch Peiffer. "Wir reisen mit viel Selbstvertrauen nach Hochfilzen, Staffel-Gold ist unser Ziel", sagte Lesser.