Drei Medaillenanwärter für St. Moritz

sid

Von sid

Mo, 30. Januar 2017

Ski Alpin

Am letzten Weltcup-Wochenende vor der WM erreichen die Hoffnungsträger gute Platzierungen.

GARMISCH/CORTINA (sid). Felix Neureuther, Stefan Luitz und Viktoria Rebensburg – die deutschen Ski-Rennläufer fahren mit drei Medaillenanwärtern zur Weltmeisterschaft nach St. Moritz (6. bis 19. Februar). Am letzten Weltcup-Wochenende vor der Abreise in die Schweiz präsentierten sich alle drei als jene Hoffnungsträger, die dem Deutschen Skiverband die anvisierten drei Medaillen holen sollen. Luitz wurde beim Riesenslalom in Garmisch-Partenkirchen Dritter, Neureuther Sechster, in Cortina d’Ampezzo holte Rebensburg einen vierten und fünften Platz.

"Wir brauchen uns nicht zu verstecken und gehen mit Grundoptimismus hin, auch wenn du da Vierter oder Fünfter werden kannst", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier zum hervorragenden Abschneiden von Luitz und Neureuther beim packenden und stimmungsvollen Riesenslalom auf der anspruchsvollen Kandahar-Strecke. "Das war ein richtig gutes Rennen von uns, wir können absolut happy sein", sagte Neureuther – dessen Gesundheitszustand allerdings ein paar Sorgen bereitet. Auf sein lädiertes linkes Knie bekam er im Rennen am Sonntag erneut einen Schlag.

Vor allem Luitz aber konnte sein Glück kaum fassen. Dritter war er, als Alexis Pinturault (Frankreich) noch droben am Start stand, "und dann muss man davon ausgehen, dass es der vierte Platz wird", sagte er, "dass es jetzt der dritte Platz wird – Wahnsinn." Pinturault patzte und fiel hinter Marcel Hirscher, der den 100. Riesenslalom-Sieg für Österreich feierte. Dadurch blieb er hinter dem Überraschungszweiten Matts Olsson aus Schweden und um 0,10 Sekunden hinter Glückspilz Luitz zurück. Für Luitz war es erst die vierte Platzierung auf dem Podium – die erste seit Dezember 2014.

Viktoria Rebensburg fuhr in Cortina d’Ampezzo zweimal knapp am Podium vorbei, präsentierte sich aber dennoch als Anwärterin auf WM-Medaillen in den beiden schnellen Disziplinen. Im letzten Super-G vor der Anreise nach St. Moritz war sie als Fünfte beim Sieg von Ilka Stuhec (Slowenien) nur um 0,11 Sekunden zu langsam für einen Platz auf dem Stockerl, in der Abfahrt, die Lara Gut (Schweiz) gewonnen hatte, war sie tags zuvor als Vierte nur um 0,06 Sekunden von Rang drei entfernt.

"Wenn es so ist, dass ich dann in St. Moritz auf alle Fälle auf den vorderen drei Plätzen bin, dann nehme ich das gerne in Kauf", sagte Rebensburg, sie betonte aber: "Ich muss einfach eine Spur mehr angreifen, besser Ski fahren, und dann habe ich das auch in meiner eigenen Hand und muss nicht hoffen und bangen."

Ziemlich missraten war die WM-Generalprobe der deutschen Abfahrer – "nein, ich war nicht zufrieden", sagte Cheftrainer Mathias Berthold über das Trio, das er mit nach St. Moritz nehmen wird. In den beiden Rennen auf der Kandahar war Andreas Sander (Ennepetal) 14. und einmal 15., Josef Ferstl (Hammer) 20. und 31., Thomas Dreßen (Mittenwald) 39. und 32.

"Das war zu wenig", bemängelte Berthold und betonte, er habe bei seinen Läufern die nötige "Körperspannung" vermisst. Die Abfahrer kehren auf die Kandahar bald zurück, um zu trainieren und Material zu testen. Und dann heißt es, betont Berthold: "Gas geben in St. Moritz."