EM voller Überraschungen?

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Di, 24. Januar 2017

Biathlon

Morgen beginnt für die Biathleten Annika Knoll und Roman Rees die Europameisterschaft in Polen.

BIATHLON. Wird es wieder so eine schöne Geschichte wie in der vergangenen Saison? Annika Knoll (SV Friedenweiler-Rudenberg) gelang damals bei der Europameisterschaft in Tyumen (Russland) das beste Saisonrennen – sie wurde mit Rang drei im Sprint belohnt. "Ich werde wie in jedem Rennen mein Bestes geben und dann schauen wir, was dabei herauskommt", sagt die 23-jährige Biathletin aus dem Schwarzwald vor dem morgigen Europameisterschafts-Auftakt in Duszniki-Zdrój (Polen).

Das dortige Wintersportzentrum nennt sich Jamrozowa Polana. Das Stadion wurde 2012 renoviert und ausgebaut. "Die Bedingungen hier sind top. Vieles ist ganz neu", sagt Annika Knoll. Die deutsche Mannschaft bezog am Sonntag ihr Quartier in der vier Kilometer entfernten Stadt Duszniki-Zdrój und trainierte gestern bereits an der Biathlonanlage. Sechs Frauen und sechs Männer sind vom Deutschen Skiverband (DSV) für die EM nominiert worden und alle kommen zum Einsatz, da sechs Startplätze bei den Frauen und Männern zur Verfügung stehen. Neben Annika Knoll ist der Schwarzwald durch Roman Rees vom SV Schauinsland bei der Kontinentalmeisterschaft vertreten.

Roman Rees ist unberechenbar gut

Knoll "schwierig einzuschätzen". Die letzten Rennen hat sie Anfang Januar im IBU-Cup in Martell (Italien) bestritten. "Läuferisch habe ich mich dort gut gefühlt", sagt sie. Im ersten Sprint kam sie auf den 13. Platz, im zweiten Sprintrennen verfehlte sie als 62. sogar die Qualifikation für die Verfolgung. Beide Rennen wurden bei stürmischem Wetter ausgetragen, die Fünferserien am Schießstand glichen einer Lotterie. Anschließend musste die B-Kaderathletin aus Friedenweiler einen Magen-Darm-Infekt auskurieren und sagte deshalb ihren Start beim IBU-Cup am Arber ab. Die Wettkampfpause kann Segen sein – aber auch Fluch. Vielleicht war das die richtige Kraft-Tank-Phase vor dem Saisonhöhepunkt und Annika Knoll geht frisch und unverbraucht in Polen an den Start und kann ihr Maximum abrufen? Oder aber ihr fehlen ein paar Prozentpunkte bei der Tempohärte, die man sich nur in Wettkämpfen aneignen kann.

Wenn sowohl Knoll als auch Rees ihre besten Leistungen beim Laufen und Schießen abrufen, ist ein Spitzenplatz möglich. Rees hat in dieser Saison im IBU-Cup schon die Ränge zwei und sieben belegt und wurde auch im Weltcup eingesetzt. Mit guten Leistungen kann er sich sogar noch für das WM-Team bewerben, da dort neben den vier gesetzten Biathleten noch zwei Plätze vakant sind. Rees ist unberechenbar gut, ihm kam eine Überraschung gelingen. Die ist Annika Knoll im vergangenen Jahr mit den Rängen drei (Sprint), 17 (Verfolgung) und zehn (Massenstart) gelungen. Mach’s noch einmal, Annika!

Die Wettkämpfe beginnen morgen mit den Einzelrennen – es sind die längsten Strecken. Danach ist ein Tag Pause. Am Freitag folgt der Sprint, am Samstag die Verfolgung. Mit der Single-Mixed-Staffel und Mixed-Staffel endet die EM.