Endlich wieder lachen

dpa

Von dpa

Mo, 11. Dezember 2017

Wintersport

Bei der Rückkehr von Laura Dahlmeier gewinnen die deutschen Biathletinnen die Staffel in Hochfilzen.

HOCHFILZEN (dpa/BZ). Über das Weltcup-Finale in Hochfilzen konnten sich die deutschen Biathleten freuen. Die Frauen- und die Männerstaffel schafften’s aufs Podest. Und Laura Dahlmeier war endlich nicht mehr traurig.

Laura Dahlmeier konnte endlich wieder lachen. Zusammen mit Vanessa Hinz, Franziska Hildebrand und Maren Hammerschmidt durfte die siebenmalige Weltmeisterin beim Biathlon-Weltcup in Hochfilzen doch noch ganz oben auf das Podest klettern und hat ihre Ambitionen auf Olympia-Gold unterstrichen. "Das gibt Selbstvertrauen", sagte die 24-Jährige: "Der Sieg tut uns allen gut."

Vor 10 900 Zuschauern brachte die Schlussläuferin den sechsten Staffelsieg in Serie und den ersten Saisonerfolg sicher vor Olympiasieger Ukraine und Frankreich nach Hause.

Zuvor war die Männer-Mannschaft mit Erik Lesser, dem Breitnauer Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Schlussläufer Simon Schempp in einer Windlotterie mit 17 Nachladern und einem Rückstand von fast zwei Minuten starker Zweiter hinter den ohne die Boe-Brüder angetretenen Norwegern geworden. "Wir sind im Fahrplan", sagte Bundestrainer Mark Kirchner, auch wenn Weltmeister Simon Schempp in den beiden Einzelrennen das Podest als Vierter knapp verpasst hatte.

Für Dahlmeier war das abschließende Rennen in Hochfilzen eine Art Therapie. Am Vortag noch hatte sie darüber nachgedacht, abzureisen. "Die Trainer haben mir gesagt, ich brauch’ die Rennen", sagte sie. Die Bayerin hatte sich nach Platz zehn in der Verfolgung die Tränen aus den Augen gewischt – so unzufrieden war sie mit ihrer Leistung.

Trotz ihres verspäteten Einstieges war sie mit hohen Erwartungen an den Ort ihres Wintermärchens gekommen, auch wenn sie öffentlich immer tiefgestapelt hatte. Fünfmal Gold, einmal Silber in sechs WM-Rennen – noch immer überstrahlt der Erfolg vom Februar alles.

Dahlmeier war zu Saisonbeginn krank, ihre Vorbereitung deshalb beeinträchtigt. So kam am Freitag nur Platz 16 im Sprint heraus, am Samstag verbesserte sich die siebenmalige Weltmeisterin in der Verfolgung beim Erfolg der Slowakin Anastasiya Kuzmina immerhin um sechs Plätze. "Ich finde diesen Einstieg ordentlich", sagte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig.

Dahlmeier anscheinend nicht. Obwohl die Konkurrenz schon seit Östersund so richtig im Wettkampfmodus ist, hatte die Gesamtweltcup-Siegerin wohl damit gerechnet, dass es trotz der krankheitsbedingten Auszeit von alleine läuft. "Die Laura muss ihre aktuelle Form erst mal akzeptieren. Das fällt ihr ein bisschen schwer", sagte Hönig und stellte fest: "Sie ist erfolgsverwöhnt, sie hat eine hohe Erwartungshaltung an sich."

Der Staffel-Wettkampf, in dem Bundestrainer Hönig im ersten Kräftemessen der Saison die zweimalige Östersund-Siegerin Denise Herrmann schonte, kam da offenbar gerade recht.