Erst durchgereicht dann in der Spitze

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Mo, 19. Februar 2018

Skilanglauf

Janosch Brugger von der WSG Schluchsee erlebt bei drei Continentalcup-Langläufen am Arbersee die ganze Bandbreite seines Sports.

SKI NORDISCH. Erstmals seit der U-23-Weltmeisterschaft in Goms (Schweiz) war Janosch Brugger von der WSG Schluchsee wieder in einem Wettkampf gefordert. Im Hohenzollern-Skistadion am Großen Arbersee im Bayerischen Wald standen am Wochenende gleich drei Rennen im Continentalcup (COC) der Skilangläufer an.

Sein Auftakt am Freitag im Klassik-Sprint stellte den 20-jährigen Lenzkircher nicht zufrieden. Den Prolog über 1800 Meter, den er ruhig angegangen war, beendete er nach 4:00,72 Minuten als Elfter der 62 gestarteten Männer. In seinem Viertelfinale führte er nach dem ersten Berg und ging kontrolliert von vorne in die Abfahrt. Doch am nächsten Berg, wo die Spur wegen der Sonneneinstrahlung spiegelig war, hatte Brugger einen zu glatten Ski und wurde "durchgereicht", wie er berichtete. Er schied im Viertelfinale aus und belegte im Endklassement den 21. Platz. Am Samstag setzte Janosch Brugger sich dagegen im Einzelrennen über 15 Kilometer gut in Szene. "Ich bin kontrolliert gelaufen und konnte immer ein gutes Tempo halten. Auch meine Ski waren heute richtig top", sagte er nach dem Wettkampf. Beim Sieg des Franzosen Valentin Chauvin in 33:17,2 Minuten wurde der Hochschwarzwälder hinter dem Zweitplatzierten Florian Notz (SZ Römerstein/33:30,2) als Sechster (34:00,5) zweitbester Deutscher direkt vor dem Weltcup-erfahrenen und sechs Jahre älteren Thomas Wick (SC Motor Zella-Mehlis/34:10,7). Im Feld der 63 Starter war Brugger zudem Vierter der U-23-Wertung und Zweiter des jüngsten Jahrgangs 1997. Auch bei der U-23-WM hatte er über diese Distanz als Siebter eine Top-Ten-Platzierung und gleichzeitig sein bestes Ergebnis in Goms geschafft.

Zum Abschluss war Janosch Brugger gestern in einem Freistil-Massenstartrennen über 20 Kilometer gefordert. Er ging den Wettkampf über die selten gelaufene und ungewohnt lange Distanz forsch an und lag nach fünf Kilometern auf Rang vier. Zur Halbzeit wurde er als Zehnter notiert und nach 15 Kilometern ging er als 15. auf die letzten zwei Runden. Dort büßte der 20-Jährige weitere sieben Plätze ein, so dass er das fordernde Rennen mit 600 Metern Gesamtsteigung nach 48:42,5 Minuten als 22. der 65 Starter und erneut direkt vor Wick beendete. Bruggers Rückstand auf den französischen Sieger Robin Duvillard (46:23,6) betrug 2:18,9 Minuten. Florian Notz (46:51,0) wurde erneut Zweiter. Natürlich sei "nach dem Großereignis die Luft ein wenig raus", bekannte der Lenzkircher, doch dafür sei er "echt zufrieden". Und er kündigte an, sich nach dem guten Anfang "nochmal zu pushen, denn die Saison ist ja noch lang".

Einen sehr starken Eindruck wie schon bei der U-23-WM hinterließ in allen drei COC-Rennen Bruggers Freundin Pia Fink (SV Bremelau). Die 22-jährige Schwäbin, die mit ihm im Allgäu lebt und trainiert, sprintete bei den Frauen am Freitag auf Rang drei und wurde in beiden Distanzrennen Zweite. Der erst 17-jährige Friedrich Moch (WSV Isny) verpasste im Skating-Massenstartrennen der Juniorenklasse über 15 Kilometer als Vierter und bester Deutscher den Bronzerang nach 35:29,3 Minuten nur um 0,3 Sekunden. Über zehn Kilometer klassisch war der Fünfte des Skiathlons bei der Junioren-Weltmeisterschaft am Vortag unter 62 Jugendlichen und Junioren auf Rang zehn gelaufen.