Biathlon-Europameisterschaft

Guter EM-Auftakt für Knoll

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Do, 26. Januar 2017

Biathlon

Biathletin aus Friedenweiler skatet zum Auftakt in Polen auf den 16. Platz / Roman Rees wird 49.

BIATHLON. Die gute Nachricht zuerst: Annika Knoll vom SV Friedenweiler-Rudenberg hat gestern beim Auftakt der Biathlon-Europameisterschaft in Duszniki-Zdrój (Polen) eine gute Leistung gezeigt und im Feld der 89 Starterinnen im Einzelwettkampf den 16. Platz belegt. "Ich denke, dass ich mit dem Einstieg in die EM ganz zufrieden sein kann. Vor allem beim Schießen hat es richtig gut funktioniert", sagt die 23-jährige Biathletin aus Friedenweiler. Die nicht ganz so gute Nachricht lautet: Roman Rees vom SV Schauinsland fand sich nach 20 Skatingkilometern und 20 Schüssen auf Rang 49 wieder. Und es gibt Nachrichten, die einen Beigeschmack haben: Europameisterin bei den Frauen wurde die Russin Irina Starykh, die 2014 wegen Dopings zwei Jahre gesperrt worden war. Im Männerrennen war die russische Dominanz geradezu erschlagend: Unter den schnellsten sechs sind fünf Russen. Während einige Biathlonnationen bei der Europameisterschaft Aktiven aus der zweiten Reihe eine Chance geben, schicken andere stets eine starke, weltcuperprobte Streitmacht zur Kontinentalmeisterschaft. Erfolg um jeden Preis lautet die Maxime.

Auffallend war im ersten EM-Rennen sowohl bei Annika Knoll als auch bei Roman Rees, dass sie beim Laufen Zeit verloren. "Beim Laufen habe ich mich schwergetan. Die Strecke ist durch die Wärme aufgebrochen und wurde tief", sagt Annika Knoll. Bei Roman Rees liegt die Vermutung nahe, dass er im zweiten Einzelrennen seiner Karriere eine andere Taktik gewählt hatte als bei seinem Weltcup-Debüt in Östersund Ende November. Im Einzelrennen in Schweden hatte er beim letzten Stehendschießen drei Scheiben verfehlt. Aus der Traum von einem Platz unter den besten zwanzig. Die drei Strafminuten spülten ihn zurück auf Rang 48. Das gestrige EM-Rennen in Polen ging Rees verhaltener an, am Schießstand arbeitete er solide. Liegend blieb er anfangs fehlerfrei, beim ersten Stehendschießen handelte er sich den ersten Fehler ein (= eine Strafminute). Mit einem Rückstand von 2:04 Minuten ging er auf die dritte Laufrunde, bei Kilometer 10,8 zeigte die Uhr bereits 2:39 Minuten Verspätung. Bei den anschließenden beiden Fünferserien am Schießstand (liegend/stehend) kam abermals jeweils eine Strafminute hinzu. Rees belegte Rang 49 mit 5:35,5 Minuten Rückstand auf den Sieger Alexander Loginov (Russland). 20 Schüsse, drei Fehler, 85 Prozent Trefferquote: das ist ordentlich. Unzufrieden dürfte der 23-jährige Schwarzwälder mit seiner Laufleistung sein. Das kann er besser.

Annika Knoll, die in der vergangenen Saison EM-Bronze im Sprint gewonnen hatte, zeigte wieder einmal, dass sie sich fokussieren und steigern kann, wenn es um etwas geht. Beim ersten Liegendschießen blieb sie ohne Fehler, das bedeutete Zwischenrang zehn. Beim Stehendschießen ließ sie eine Scheibe stehen, das warf sie bis auf Platz 21 zurück. Die 23-jährige B-Kader-Athletin demonstrierte jedoch, dass sie bei beherrschbaren Wetterbedingungen eine gute Schützin ist. Den dritten und vierten Besuch am Schießstand schloss sie wieder fehlerfrei ab. "Das war schnelles und sicheres Schießen", sagt Annika Knoll erfreut. Als 16. des Einzelrennens war sie zweitbeste deutsche Starterin hinter Karolin Horchler (6./WSV Clausthal-Zellerfeld). Die Schwarzwälderin ließ die von den Langläuferinnen zu den Biathletinnnen gewechselte Denise Herrmann (22./WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) und die weltcuperfahrene Miriam Gössner (29./SC Garmisch) hinter sich. In einer Wertung war Annika Knoll sogar die Beste aller 89 Starterinnen: In der Schießzeit für die vier Fünferserien.