Hoffnungsträger in der Spur

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Di, 20. März 2018

Skilanglauf

SV Kirchzarten richtet Langlauffinale im Deutschen Schülercup auf dem Notschrei aus / Die Jungen begeistern als Team.

SKILANGLAUF. Einen großartigen Saisonabschluss auf nationaler Ebene erlebten 162 Nachwuchslangläufer beim Finale des Deutschen Schülercups (DSC) von Freitag bis Sonntag auf dem Notschrei. Viel Lob gab’s vom Deutschen Skiverband (DSV) für den versierten Ausrichter SV Kirchzarten und von Langlauf-Landestrainer Dieter Notz für seine ehrenamtlich arbeitenden Kollegen im Schülerbereich, Toni Ringwald und Linda Schelb. Marius Zähringer (SC Hinterzarten) wurde in der DSC-Gesamtwertung Dritter der Altersklasse U 14 und ist damit der erfolgreichste Schwarzwälder im Schülerbereich.

Der Sprung aufs Siegerpodest gelang den Langläufern und -läuferinnen der Skiverbände Baden-Württemberg (SBW) zwar nur einmal, doch gerade die U-14-Jungen begeisterten mit einer hervorragenden Mannschaftsleistung auf heimischem Terrain. "Bärenstark präsentieren sich hier die Burschen aus dem Schwarzwald", rief Stadionsprecher Tilman Horlacher am Samstag bei ihrem Klassik-Massenstartrennen über sechs Kilometer ins Mikrofon. "Schon fast beängstigend" fand allerdings Toni Ringwald auf seinem Beobachtungsposten am langen Anstieg gegenüber dem Start das Tempo der fünf Schwarzwälder in der ersten Runde.

Speziell Marius Zähringer machte an der Spitze mächtig Betrieb. Und rechtfertigte sich später für seine kräfteraubende Initiative: "Ich hab’ fast angehalten, aber alle blieben hinten." So habe er auf seinen superschnellen Ski halt vorerst weiter Führungsarbeit geleistet, obwohl er im Vorfeld zwei Wochen krank war. Dass er am Ende eine Minute hinter dem sächsischen Sieger Toni Rollinger als Siebter ins Ziel lief, führte Zähringer vor allem auf seinen Stockbruch und ein weiteres Missgeschick in der zweiten Runde zurück: Als ihm an einem Anstieg ein Ski wegrutschte, sei ihm sein eigener Stock gegen die Schulter geknallt.

Vor dem Finale hatte der Hinterzartener die DSC-Wertung angeführt. Der siebte Platz war eines seiner beiden Streichresultate aus sechs Rennen, deshalb fiel er mit 107 Punkten noch auf Rang drei zurück hinter Doppelsieger Rollinger (114) und dem Bayern Emil Herzog (108). Drittbester Deutscher seines Jahrgangs ist immer noch gut, befand Marius Zähringer.

Hinter Rollinger (19:36,7 Minuten) und Herzog (19:47,5) führte der Leutkircher Phillipp Moosmayer (20:02,2) als Dritter das starke baden-württembergische U-14-Team an: Luis Braun (WSG Schluchsee/20:09,4) schaffte als Vierter sein bestes DSC-Ergebnis und war schnellster Schwarzwälder vor Axel Hensler (SC Hinterzarten/20:22,6), der sich als Fünfter ebenfalls über sein bestes Resultat im Schülercup freuen konnte, Jakob Kuß (SZ Brend/20:23,9/ 6.), Marius Zähringer (20:37,5) und Jakob Horlacher (SV Kirchzarten/20:49,1) auf Rang neun.

Hohe Leistungsdichte in der Altersklasse U 14

Alle fünf Schwarzwälder in den Top Ten – diese Leistungsdichte fand Toni Ringwald "extrem stark". In der Gesamtwertung fällt die Demonstration der Stärke noch imposanter aus: Zähringer Dritter, sein Vereinskamerad Luca Wehrle, der am Notschrei erkrankt fehlte, mit 85 Punkten Fünfter, Kuß (82) Sechster, Horlacher (80) Siebter, Braun (74) Neunter und Hensler (69) Zehnter. Ähnlich gut sah es im Technik-Sprint am Freitag aus: Horlacher und Zähringer verpassten Rang drei nur um 0,2 beziehungsweise 0,3 Sekunden und wurden Vierter und Fünfter. Bei den gleichaltrigen Mädchen überzeugte Marlene Bach (SZ Breitnau) mit einem starken Finish als Neunte des Massenstarts.

"Super zufrieden" mit seiner Saison war Leopold Hensler (SC Langenordnach) in der ältesten Schülerklasse U 15. Nach Rang sechs im Technik-Sprint ging ihm tags darauf in der dritten von vier Runden "der Sprit aus" und sein zwölfter Platz wurde ein Streichergebnis, ebenso wie der neunte Rang von Matteo Lewe (SV Kirchzarten) nach Rang acht am Freitag. Im DSC rangiert Lewe als Siebter (79) vor Hensler (76). Der St. Georgener Philipp King, beflügelt von der Unterstützung der vielen Zuschauer, überraschte sich selbst mit Rang sieben im Massenstart, seiner besten Leistung im DSC.

Bei den U-15-Mädchen war Biathletin Sophia Weiß (SC Todtnau) als Vierte im Technik-Sprint beste Schwarzwälderin vor Emily Weiss (SV Kirchzarten/14.) Auch im Massenstart gab es für Weiss (22.) noch DSC-Punkte. In der Gesamtwertung landete sie im Mittelfeld.

Arnd Krause, der Wettkampfbeauftragte des DSV, hatte "super organisierte Wettkämpfe bei herrlichen Bedingungen" gesehen. Begeistert äußerte sich auch Landestrainer Dieter Notz, der mit Kollege Oliver Dorer beim Präparieren der Ski geholfen hatte: "Die Arbeit der ehrenamtlichen Trainer ist sensationell." Nur so könne Baden-Württemberg im nationalen Vergleich mit den stärksten Verbänden mithalten, die auch im Schülerbereich hauptamtliche Trainer beschäftigen oder wie in Thüringen schon zwölfjährige Kinder im Sportinternat betreuen.

Toni Ringwald und Linda Schelb nannten neben der Unterstützung durch die Landestrainer auch die gute Zusammenarbeit mit den Vereinstrainern und das Engagement der Eltern als wichtige Voraussetzung für Erfolge. Die Stärke der SBW "ist unser Teamspirit", so Ringwald.