In einer eigenen Liga

sid

Von sid

Sa, 03. Dezember 2016

Nordische Kombination

Deutsche Kombinierer dominieren auch den dritten Wettbewerb.

LILLEHAMMER (sid). Drittes Rennen, dritter Sieg: Die deutschen Kombinierer haben ihren Traumstart in die Weltmeisterschaftssaison fortgesetzt. Eine Woche nach dem Doppelschlag von Johannes Rydzek bei den beiden ersten Einzelwettkämpfen im finnischen Kuusamo siegten die DSV-Asse auch in der Team-Konkurrenz von Lillehammer – sie sprangen und liefen dabei in ihrer eigenen Liga.

Der Vierer um Weltmeister Rydzek und Olympiasieger Eric Frenzel gewann in der Olympiastadt von 1994 ganz souverän vor Erzrivale Norwegen und untermauerte eindrucksvoll seine Favoritenrolle für die WM in Lahti (22. Februar bis 5. März). Die chancenlosen Norweger lagen im Ziel 31,5 Sekunden zurück, Österreich (+1:23,7 Minuten) landete auf dem dritten Platz.

"Wir haben die Grundlage heute an der Schanze gelegt, sind hervorragend gesprungen. Und mit unseren starken Läufern konnten wir dann schon von der zweiten Runde an dosiert laufen und Kräfte sparen für das Wochenende", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Die deutsche Lillehammer-Besetzung mit Rydzek, Frenzel, Björn Kircheisen und Fabian Rießle von der SZ Breitnau dürfte höchstwahrscheinlich auch die Weltmeisterschafts-Staffel in Finnland bestreiten. Dort verteidigt der DSV-Vierer seinen Titel von 2015 – damals hatten in Falun/Schweden Rydzek, Frenzel, Rießle und der kurz vor dem Start in die Saison 2016 zurückgetretene Tino Edelmann vor Norwegen das erste deutsche Team-Gold seit Olympia 1988 geholt.

In Lillehammer hatte das DSV-Quartett den Wettkampf von Beginn an im Griff. Im Springen von der kleinen Olympiaschanze von 1994 brachte Frenzel als dritter deutscher Starter seine Mannschaft bei verkürztem Anlauf mit 98,0 Metern in Führung, Rydzek machte danach den Sprungsieg und 13 Sekunden Vorsprung auf die zweitplatzierten Japaner perfekt. Die Norweger, die beim Heimspiel auf ihr erkranktes Supertalent Jarl Magnus Riiber verzichten mussten, hatten auf Platz fünf bereits mehr als eine Minute Rückstand.

Startläufer Kircheisen baute in der Loipe den Vorsprung im Vergleich zu Österreich auf 36, der folgende Frenzel machte daraus ein Polster von einer Minute auf die mittlerweile zweitplatzierten Norweger. "Ich denke mal, dass Rio und Ritschie das nach Hause laufen werden", sagte der viermalige Gesamtweltcup-Sieger Frenzel. Rießle und Rydzek erfüllten seine Erwartungen souverän, letzterer konnte auf den letzten Metern sogar noch eine Menge Körner sparen.

Am Samstag steht in Lillehammer ein Einzelwettkampf von der Normalschanze an, am Sonntag ein weiterer von der Großschanze. Der Sieg dürfte erneut nur über Rydzek und Frenzel führen.