In Hinterzarten trainieren schon Fünfjährige Skispringen

Sonja Zellmann

Von Sonja Zellmann

Sa, 03. Februar 2018

Neues für Kinder

Ein Besuch an der Schanze

Montag, kurz nach 17 Uhr. Flutlicht beleuchtet die Skischanzen im Hinterzartener Adlerstadion. Etwa zwölf Kinder marschieren, ihre Skier geschultert, den Hang hoch Richtung Startbalken der kleinsten Schanze, der K15. Von dort werden sie gleich die steile Bahn hinuntersausen, vom Schanzentisch abspringen und – hoffentlich sicher – auf der Aufsprungbahn landen.

Ein ganz schön waghalsiges Hobby, zumindest aus der Sicht von Leuten, die so eine Schanze noch nie aus der Nähe gesehen haben. Die jungen Springer finden es einfach nur klasse. Zwei der Kids sind Silas Ackermann (10) und Matteo Steiert (8). Beide sind Mitglied des Skiclubs (SC) Hinterzarten und trainieren seit einem knappen Jahr auf der Schanze. Noch auf der kleinen K15. "Leider", wie Silas sagt, der gern schon höher hinaus möchte. In Hinterzarten gibt es vier unterschiedlich hohe Schanzen. Die größte ist die K95 mit einer Anlauflänge von 90 Metern, die K15 hat einen Anlauf von 20 Metern.

Autsch, eben ist ein Junge beim Landen gestürzt – er steht aber gleich wieder auf, alles gut. Silas ist das auch schon passiert. "Aber das war nicht schlimm." Überhaupt sind er und Matteo locker drauf. Angst? Haben sie keine, sagen sie. Auch nicht, als sie das erste Mal auf der Schanze waren? "Da fürchtet man sich doch nicht, sondern freut sich, dass man endlich springen darf!", ruft Matteo fast empört.

Besonders gefällt den beiden die Geschwindigkeit, mit der sie vor dem Sprung die Schanze herunterrasen. "Das ist besonders cool, wenn der Anlauf vereist ist", meint Silas. "Und es ist toll, weit zu springen und Pokale zu gewinnen", ergänzt Matteo. Vielleicht sogar eines Tages mit dem Olympiateam – wer weiß?

Beide Jungs hatten vergangenes Wochenende ihren ersten Wettkampf, hier in Hinterzarten. Und beide waren ganz schön erfolgreich. Silas hat einen ersten und einen zweiten und Matteo einen dritten und einen fünften Platz belegt.

"Wenn man gut sein will, muss man sich richtig konzentrieren können und darf sich nicht ablenken lassen, wenn zum Beispiel jemand von den Zuschauern rumschreit", sagt Matteo. "Außerdem braucht man eine gute Körperspannung und sollte eine Telemark-Landung machen", erklärt Silas. Dabei landet der Springer in einer Schrittposition – ein Fuß vor dem anderen, die Knie leicht gebeugt. Dafür gibt es im Wettkampf gute Haltungsnoten, denn beim Skispringen zählt nicht nur die Weite, sondern auch wie ein Sprung ausgeführt wird.

Der kleinste Springer beim SC Hinterzarten ist gerade fünfeinhalb Jahre alt. Und es gibt auch immer wieder Mädchen, die springen. Zurzeit ist das beim SC eine: Die Zweitklässlerin hat sich heute zum ersten Mal von der Schanze getraut.

Swusch. Silas ist gerade gelandet. Zufrieden mit dem Sprung? "Geht so. Ich hatte die Arme zu nah am Körper, und der Telemark hat auch nicht geklappt." Spricht’s und macht sich auf zu einem neuen Versuch.