Janosch Brugger zum Abschluss auf Medaillenjagd?

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Fr, 27. Januar 2017

Skilanglauf

Am Montag startet der 19-jährige Lenzkircher Langläufer in den USA aussichtsreich in seine letzte Junioren-Weltmeisterschaft.

SKILANGLAUF. Seine letzte Junioren-Weltmeisterschaft (JWM) soll seine beste werden: Janosch Brugger (WSG Schluchsee) ist in diesem Winter so gut wie noch nie in seiner bisherigen Langlauf-Karriere, das soll sich bei den Titelkämpfen in Soldier Hollow im US-Bundesstaat Utah fortsetzen. Auf den Strecken der Olympischen Winterspiele von Salt Lake City 2002 erwartet den 19-jährigen Lenzkircher von Montag an ein hartes Programm mit vier Wettkämpfen in sieben Tagen.

Interessant seien für ihn "erst mal alle Rennen", lässt Janosch Brugger nach der Ankunft in den USA wissen. Doch "man muss auch schauen, wie die Form dann letzten Endes ist", weil der Wettkampfort fast 1800 Meter hoch liegt. So werde er vom Freistilrennen über zehn Kilometer am kommenden Mittwoch an "von Tag zu Tag schauen und agieren".

Dann liegt sein erster Einsatz schon zwei Tage hinter ihm. Auftakt für die Langläufer ist der Sprint in der klassischen Technik am Montag. Früher zählte diese Disziplin nicht zu den Stärken des Hochschwarzwälders. Bei der JWM 2016 in Rasnov (Rumänien) scheiterte er als 38. schon in der Qualifikation des Sprints, damals in der Skatingtechnik. Doch in diesem Winter gewann Brugger im Continentalcup (COC), der zweiten Liga der Langläufer, in Goms (Schweiz) und Planica (Slowenien) beide bisherigen Sprintwettbewerbe. Auch in drei Distanzrennen war er nicht zu schlagen. Mit seiner imponierenden Siegesserie führt Brugger souverän die COC-Gesamtwertung der Junioren an, ist also bisher der beste Nachwuchslangläufer aus den Alpenländern. Was den jungen Mann, der nach dem Abitur am Ski-Internat Furtwangen (SKIF) im vergangenen Sommer zum Zoll ins Allgäu wechselte, eher zusätzlich motiviert als unter Druck setzt. Bei den Konkurrenten aus Russland und Skandinavien "muss man natürlich immer von starken Gegnern ausgehen", sagt Brugger, "aber verstecken muss ich mich, denke ich, auf keinen Fall". In Rasnov schaffte er es als Fünfter über zehn Kilometer klassisch und jeweils Neunter über 15 Kilometer Freistil und mit der Staffel dreimal in die Top Ten. Ein Jahr später, mit mehr Erfahrung und Wettkampfhärte locken zum Abschluss in der Juniorenklasse Medaillen, vielleicht sogar ein Titel.

Das Riesentalent aus dem Schwarzwald startet selbstbewusst in seine dritte und letzte JWM: "Ich denke, dass ich momentan gut in Schuss bin und eher gelassen an die Wettkämpfe herangehen kann." Natürlich sei ein guter Einstieg wichtig, so Brugger. "Mit einer sehr anspruchsvollen Sprintstrecke bin ich zuversichtlich, dass dies auch klappt." Weitere Rennen der Junioren sind am Freitag der Skiathlon über jeweils zehn Kilometer klassisch und Skating mit Skiwechsel bei Halbzeit sowie am Sonntag die abschließende 4x5-Kilometer-Staffel.

Einzige weitere Vertreterin der Skiverbände Baden-Württemberg (SBW) im Langlauf ist Bruggers Freundin Pia Fink (SV Bremelau), die bei der U-23-WM an gleicher Stelle startet. Die frühe Anreise des deutschen Teams schon eine Woche vor dem Wettkampfauftakt diente der Anpassung an die Höhe.