Laura Dahlmeier erfüllt sich einen Kindheitstraum

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Von dpa

Do, 01. Dezember 2016

Biathlon

Die Garmischerin gewinnt in Östersund das erste Biathlon-Einzelrennen der Saison über 15 Kilometer und trägt das Gelbe Trikot.

ÖSTERSUND (dpa). Laura Dahlmeier ist noch stärker aus der Biathlon-Pause zurückgekommen. In eindrucksvoller Manier trotzte die 23-Jährige dem tückischen Wind im schwedischen Östersund und gewann das erste Weltcup-Einzelrennen der Saison. "Damit hätte ich nie gerechnet", sagte sie nach ihrem Erfolg am Mittwoch.

Nach ihrem souveränen Sieg über die 15 Kilometer durfte sich die Garmischerin erstmals in ihrer Karriere das Gelbe Trikot der Weltcup-Spitzenreiterin überstreifen. "Das ist ein ganz großer Moment für mich, das Gelbe Trikot – das ist etwas. Da träumte ich seit Kindertagen davon, dass ich es irgendwann mal auch nur einen Tag tragen darf. Das ist echt Wahnsinn", meinte sie. "Ich glaube das jetzt auch manchmal noch gar nicht. Das war wirklich etwas Besonderes und ist wohl kaum zu toppen."

Sie ist damit die erste deutsche Skijägerin nach Magdalena Neuner, der dieses Kunststück gelang. Bei komplizierten Windbedingungen verfehlte die Garmischerin im Flutlicht zwar zwei Scheiben, doch der achte Weltcupsieg war ihr trotzdem nicht zu nehmen. "Es war ein relativ schwieriges Rennen. Ich bin am Anfang nicht gut reingekommen", sagte Dahlmeier. "Beim letzten Schießen bin ich ewig gestanden, so lange wie noch nie."

Dahlmeier setzte sich in 46:14,0 Minuten vor Vizeweltmeisterin Anais Bescond (15,8 Sekunden zurück) durch. Die Französin vergab den Sieg beim allerletzten Schuss. Doch auch Dahlmeier hatte in dieser Phase nicht getroffen. "Ich habe mich sehr über den letzten Schuss geärgert. Ich bin verwundert, dass so viele Fehler geschossen wurden", sagte sie.

Die Weißrussin Darja Jurkewitsch war als Einzige fehlerfrei geblieben. Sie wurde Dritte, lag aber 1:17,3 Minuten hinter Dahlmeier. Franziska Preuß verpasste das Podest nach drei Strafminuten und einem Rückstand von 1:17,4 Minuten denkbar knapp. Vanessa Hinz kassierte drei Strafminuten und kam als Zehnte ebenfalls in die Top Ten. Franziska Hildebrand lag nach fünf Schießfehlern 4:43,8 Minuten zurück und beendete das Rennen auf Platz 25. Maren Hammerschmidt kassierte als 56. acht Strafminuten. Gleich elf Fehler leistete sich Miriam Gössner, wurde als 86. aber trotzdem nicht Letzte im 99er-Feld.

Für Dahlmeier hat der neue Winter optimal begonnen. Nach Platz zwei mit der Mixed-Staffel am Sonntag zeigte sie auch am Mittwoch im Einzel ihre Klasse. Sie blieb bei den ersten beiden Schießeinlagen fehlerfrei. "Zum Start waren es gute Bedingungen. Dann hat der Wind sich stark verändert, beschrieb Bundestrainer Gerald Hönig die Umstände. "So einen Einstand kann man sich nur wünschen", sagte er. Darauf hofft auch sein Kollege Mark Kirchner – die Biathlon-Männer laufen ihr 20-Kilometer-Einzel am heutigen Donnerstag.