Modricker springt zum DM-Titel

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Mo, 30. Januar 2017

Skispringen

Hinterzartener gewinnt in Baiersbronn Gold in der Jugend 16 / Kombinierer Julian Ketterer im Silber-Team der Spezialspringer.

SKI NORDISCH. Wenn Glück und Können zusammenpassen, dann ist im Sport alles möglich. Keinen Druck machen wollte Rolf Schilli, Landestrainer der baden-württembergischen Skispringer, seinen zehn jungen Weitenjägern, die im Vorfeld der deutschen Jugendmeisterschaft in Baiersbronn zu den Außenseitern gezählt wurden. "Erfahrung sammeln", so Schilli, sollten seine Springer. Das Ergebnis ist eine kleine Sensation. Quirin Modricker vom SC Hinterzarten und Luca Roth (Meßstetten) gewannen jeweils Gold im Einzelwettkampf, dazu gab es Silber in der Teamwertung für die SBW-Springer. Kombinierer Johannes Fischer gewann Bronze.

Das Trainingsspringen am Freitag war eine verpatzte Generalprobe. "Da lief es alles andere als optimal", erinnert sich Schilli. Gar nicht lief es für Quirin Modricker. Krank war der 15-Jährige am Abend vor dem Wettkampf und zu geschwächt, um seine Sprunglatten für die DM zu präparieren. Das übernahmen sein Hinterzartener Kumpel Yanik Idesheim und Luca Roth. Gut möglich, dass die zwei die Wachserei jetzt immer übernehmen müssen, denn Quirin Modricker sprang am Samstag 84 und 89,5 Meter weit zum DM-Titel in der Jugend 16.

"Flugtechnisch hat

der Quirin noch

enorme Reserven."

Trainer Schilli über den DM-Sieger
Dass er den DM-Titel mit 226,5 Zählern mit dem punktgleichen Philipp Nickel vom WSV Brotterode teilen musste, ist für den sympathischen Hochschwarzwälder kein Problem. "Flugtechnisch hat der Quirin noch enorme Reserven", so Trainer Schilli, umso bemerkenswerter sei sein DM-Titel. "Damit hat er bewiesen, dass er in seiner Altersklasse zur deutschen Spitze zählt." Claudio Haas vom Skiteam Schonach-Rohrhardsberg landete auf Rang 14. In der Jugend 17 gelang Luca Roth vom SV Meßstetten mit dem DM-Titel ein eindrucksvolles Comeback. Im Sommer hatte er sich bei einem Sturz verletzt, erst Ende Dezember hob der junge Schwabe wieder von einer Schanze ab. "Athletisch ist der Luca sehr gut", so Schilli, "aber wenn er zu viel will, hat er zu wenig Bindung zum Ski". Das zeigte sich auch bei der DM. Doch den Trainingsrückstand und die fliegerischen Defizite kompensierte Roth durch Zuversicht. "Er hat sich auf sich selbst konzentriert", so Schilli, "das war der Schlüssel zum Erfolg". Yanick Idesheim vom SC Hinterzarten sprang auf den sechsten Platz. Am Sonntag mussten sich die Springer aus dem Land im Teamwettkampf dann nur Bayern I geschlagen geben. Qurin Modricker, der Kombinierer Julian Ketterer von der SZ Breitnau, Yanick Idesheim und Luca Roth gewannen mit nervenstarken Sprüngen DM-Silber.

Auf zwei rundum gelungene DM-Tage blickt Thomas Krause, Landestrainer der Nordischen Kombinierer zurück. Im Feld der neun baden-württembergischen Starter fehlten zwar die Titelmitfavoriten Jonas Jäkle vom Skiteam Schonach-Rohrhardsberg und Constantin Schnur, dennoch gab es in der Jugend 16 Grund zum Jubel. Johannes Fischer vom SV Baiersbronn, der am Skiinternat Furtwangen ausgebildet wird, untermauerte Krauses optimistische Einschätzung: "Ein Podestplatz ist drin." Fischer, nach dem Sprungwettkampf nur Sechster, stürmte auf der Skatingpiste auf Rang drei. SKIF-Teamkollege Finn Stütz (Pfullingen) wurde Vierter, Benedikt Kuner vom Skiteam Schonach-Rohhardsberg landete auf Rang sieben. In der Jugend 17 zeigte sich Jonas Maier vom SC Waldau nach einem soliden Sprung in der Loipe kämpferisch. "Der Jonas hat einen beherzten Lauf gezeigt", so Trainer Krause nach Rang sechs für den Hochschwarzwälder.

Dass er Biss hat, bewies Jonas Maier zudem am Samstag im Teamsprint. Nach dem Sprungwettkampf führten der Waldauer und Julian Ketterer von der SZ Breitnau noch das Feld an. Eine Medaille und damit eine nicht für möglich gehaltene Überraschung schien möglich. "Wir wollten die Bayern ein bisschen ärgern", so Trainer Krause. Das gelang. Drei Kilometer lang. Doch dann machten die drei BSV-Teams bei der Aufholjagd gemeinsame Sache, überholten das SVS-Duo und belegten alle drei Podestplätze. Rang vier für Ketterer/Maier sei dennoch aller Ehren wert, so Krause, "die beiden haben sich gegen die bayerische Übermacht großartig behauptet."

Johannes Fischer und Paul Schlegel belegten als Team Baden-Württemberg zwei Rang neun.