Rießle rettet Olympia-Generalprobe

sid

Von sid

Mo, 29. Januar 2018

Nordische Kombination

Der Kombinierer aus dem Schwarzwald wird Dritter bei den drei Weltcup-Wettkämpfen in Seefeld / Rydzek enttäuscht.

SEEFELD (sid/BZ). Fabian Rießle sprang mit einem Schrei der Freude auf das Podium, der entthronte "König" Eric Frenzel spendete anerkennend Beifall: Mit Rang drei beim Seefeld-Triple in Tirol hat Staffel-Weltmeister Rießle den deutschen Kombinierern die Olympia-Generalprobe gerettet. Beim überlegenen Sieg des Japaners Akito Watabe gewann Rießle den Zielsprint gegen seinen starken Teamkollegen Vinzenz Geiger, Olympiasieger Frenzel verpasste als Sechster seinen fünften Triple-Sieg in Folge deutlich.

"Am Ende war es nur eine halbe Zehe Vorsprung. Es freut mich, dass ich heute das bessere Ende für mich hatte", sagte Rießle, der sich auf den letzten Metern ein packendes Duell mit dem erst 20 Jahre alten Geiger geliefert hatte. Rießle gewann und holte das Maximum aus einem insgesamt mäßigen Wochenende für die einstigen Dominierer heraus. Sieger Watabe hatte fast zwei Minuten Vorsprung und war ebenso unerreichbar wie der Norweger Jarl Magnus Riiber auf Rang zwei.

Shootingstar Geiger fiel am letzten Tag des ersten Saisonhöhepunkts trotz einer erneut ganz starken Leistung vom zweiten Rang noch zurück. "Vierter, damit hätte ich nie gerechnet. Am Ende habe ich alles versucht, aber Fabian hat es verdient", sagte der Oberstdorfer. Frenzel verbesserte sich derweil in der Loipe immerhin noch deutlich und war ebenfalls zufrieden. "Das war ein Schritt nach vorne, das stimmt mich positiv", sagte Frenzel, der im Springen eine neue Bindung ausprobiert hatte: "Das Risiko hat sich ausgezahlt."

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte dagegen Rekordweltmeister Johannes Rydzek. Deutschlands Sportler des Jahres ging mit mehr als fünf Minuten Rückstand auf Watabe in den entscheidenden Langlauf, am Ende blieb nur Rang zwölf. Routinier Björn Kircheisen kam zwei Wochen vor seinen fünften Olympischen Spielen als 16. ins Ziel. Hermann Weinbuch war insgesamt dennoch zufrieden. "Wir waren in jedem Rennen auf dem Podest. Das war für den Kopf meiner Mannschaft gut. Das war wieder ein Schritt nach vorne", sagte der Bundestrainer. Ein dickes Ausrufezeichen setzte aber Watabe, der am Wochenende insgesamt 300 Punkte einfuhr und die Führung im Gesamtweltcup übernahm.

Die Überraschung des Wochenendes war jedoch Geiger, der am Samstag als Zweiter für das beste Ergebnis seiner Karriere gesorgt hatte. "Ich weiß auch nicht genau, wie ich das geschafft habe. Das war grandios", sagte der Oberstdorfer. "Irgendeinen holen wir immer aus der Hosentasche", sagte Weinbuch zu Geigers Aufschwung.

Der Erfolg des Youngsters soll bis zu den Olympischen Spielen auch Frenzel und Rydzek helfen. "Sie wissen ganz genau: Wenn der Kleine das kann, können wir das auch. Sie müssen nur etwas freier in der Birne werden", sagte der Bundestrainer.