Rydzek siegt auch in Lahti

sid

Von sid

Mo, 05. März 2018

Nordische Kombination

Der Nordische Kombinierer aus Oberstdorf setzt seine Erfolgsserie im Weltcup fort.

LAHTI (sid). Johannes Rydzek fiel freudestrahlend seinem Oberstdorfer Teamkollegen Vinzenz Geiger um den Hals, Bundestrainer Hermann Weinbuch machte Freudensprünge: Deutschlands Kombinierer haben nur eine Woche nach den rauschenden olympischen Festtagen von Pyeongchang die nächste Party gefeiert und sind beim Weltcup in Lahti zum Doppelsieg gestürmt.

"Ich habe einfach nur versucht, den Wettkampf zu genießen. Ich bin jetzt ziemlich k.o., aber megahappy", sagte Rydzek, der in Pyeongchang Gold von der Großschanze und an Geigers Seite auch in der Staffel geholt hatte. Der 26-Jährige bleibt der unumstrittene Kombi-König von Lahti: Im Vorjahr hatte er im finnischen Wintersport-Mekka alle vier WM-Titel gewonnen und war zum Rekordweltmeister aufgestiegen. "Ich bin schon mit einem Lächeln hierhingekommen", meinte Rydzek. Coach Weinbuch war baff, nachdem nicht nur Rydzek von Platz sieben noch zu seinem zweiten Saisonsieg gestürmt war, sondern auch das 20 Jahre junge Ausnahmetalent Geiger im Zielsprint eiskalt Norwegens Topmann Jörgen Graabak abgekocht hatte. "Mit Ritschi habe ich schon gerechnet, aber dass der Vinz noch soweit nach vorne kommt, ist stark. Er hat im Spurt wieder alles richtig gemacht. Keine Ahnung, wo der Bursche das hernimmt", sagte der Erfolgscoach in der ARD. Geiger sprach von einem "perfekten Tag – Platz zwei ist sensationell."

Der Schlüssel zum deutschen Erfolg sei die Lockerheit gewesen. "Wir haben unseren Saisonhöhepunkt in Pyeongchang mit dreimal Gold bravourös gemeistert. Jetzt wollen wir einfach die Wettkämpfe genießen", sagte Weinbuch. Trotz seines Sieges hat Rydzek nur noch theoretische Chancen auf den Gewinn des Gesamtweltcups. Der Oberstdorfer liegt mit 600 Punkten auf Platz drei, den Kampf um die Kristallkugel fechten der Japaner Akito Watabe (950), in Lahti Fünfter, und der Norweger Jan Schmid (899), der nur 17. wurde, miteinander aus. Wenig lief indes bei Eric Frenzel zusammen. Der Sachse, wie Rydzek Doppel-Olympiasieger von Pyeongchang, fiel in Lahti in seine alte Sprungschwäche zurück und belegte nur Platz 15. Fabian Rießle von der Skizunft Breitnau, ebenfalls Staffel-Olympiasieger, kam auf Platz elf.

Im Teamsprint am Samstag hatten die beiden ausschließlich mit Olympiasiegern besetzten deutschen Duos das Podest klar verpasst. Nach einem verpatzten Springen reichte es für Rydzek und den Schwarzwälder Rießle nur zu Platz fünf direkt vor Frenzel und Geiger. Rießle und Frenzel hatten jeweils von der Schanze enttäuscht. Den Sieg im zweiten und letzten Teamsprint der Olympiasaison sicherten sich Österreichs Oldies Bernhard Gruber (35) und Willi Denifl (37). Während des Sprungdurchgangs war es zu längeren Verzögerungen gekommen, da die Datenübermittlung an der Schanze ausgefallen war. Unter anderem konnten nicht die korrekten Windpunkte berechnet werden. Erst lange nach dem Springen stand das offizielle Ergebnis fest.