Nordische Kombination

Schwarzwälder Fabian Rießle vor Heim-Weltcup in Höchstform

dpa, str

Von dpa & Andreas Strepenick

Sa, 17. März 2018 um 18:03 Uhr

Nordische Kombination

Eine Woche vor dem Heim-Weltcup und dem Saisonfinale in Schonach gewinnt der Nordische Kombinierer Fabian Rießle aus St. Märgen auch den Wettkampf in Klingenthal.

Alles neu für Fabian Rießle: Erstmals ein Springen gewonnen, erstmals zwei Weltcup-Siege am Stück, und zum ersten Mal hat er die Chance, als Weltcup-Gesamtzweiter bester deutscher Nordischer Kombinierer in einer Saison zu werden.

Mit seinem Erfolg in Klingenthal erfüllten sich für den Schwarzwälder von der Skizunft Breitnau eine Woche vor dem Heim-Weltcup in Schonach gleich mehrere Wünsche. Vor allem die Souveränität, mit der er den Finnen Eero Hirvonen und Weltcup-Spitzenreiter Akito Watabe beherrschte, erstaunte. Zudem rückte die Mannschaft des Deutschen Ski-Verbands bis auf 59 Punkte an die im Nationencup führenden Norweger heran.

"Ich war wirklich ziemlich aufgeregt." Fabian Rießle
"Ich war wirklich ziemlich aufgeregt. Es war ja das erste Mal, dass ich nach dem Springen geführt habe. Ich wusste, ich muss mein eigenes Tempo laufen. Das Ziel war, dass ich hohes Tempo gehe, damit die anderen gar nicht erst rankommen. Das hat auch ganz gut geklappt", sagte Rießle, der bereits am Mittwoch in Trondheim erfolgreich gewesen war.

Auch am Mittwoch in Trondheim erfolgreich

Besonders überraschte sein Sieg auf der Schanze, der ihm gestern bereits einen satten Vorsprung von 21 Sekunden auf Watabe brachte. "Fabian hat sich im Springen enorm stabilisiert. Und heute passte alles. Es hätte sogar noch etwas weiter gehen können", sagte Sprungtrainer Ronny Ackermann. Und Bundestrainer Hermann Weinbuch ergänzte: "So ganz von ungefähr kommt der Sprungsieg nicht. Er hat schon manchmal im Training einen rausgelassen. Und da war klar, dass es auch im Wettkampf früher oder später klappen muss."

Rießle schwärmt vom fast perfekten Sprung

Rießle selbst ordnete den Sprung ganz weit vorn ein: "Das war ganz nahe an dem, was man sich von einem perfekten Sprung vorstellt. Und als dann alle unten waren und ich immer noch vorn war, war das ein überragendes Gefühl", sagte der Team-Olympiasieger von Pyeongchang aus St. Märgen. Rießle hat nun sogar die Chance auf Platz zwei im Gesamtweltcup. "Da mache ich mir keine Gedanken. Ich bin schon so oft mit einer sehr guten Ausgangsposition zu meinem echten Heimweltcup nach Schonach gekommen, aber es hat dort nie geklappt", sagte er. "Aber es ist schon eine besondere Motivation, vielleicht bester Deutscher in der Gesamtwertung werden zu können."

Eric Frenzel mobilisiert die letzten Reserven

Ziemlich am Ende seiner Kräfte war Einzel-Olympiasieger Eric Frenzel. "Der Kopf und das Herz wollten, aber die Beine nicht. Ich hatte massiv mit Krämpfen zu tun. Mehr war einfach nicht drin", sagte er zu seinem vierten Platz. Eine Podestplatzierung vergab Johannes Rydzek durch einen Sturz in der letzten Abfahrt. "Man muss die Konzentration eben immer hochhalten. Das ist bei einer so langen Saison nicht immer möglich", kommentierte Weinbuch das Missgeschick des Vierfach-Weltmeisters, der Sechster wurde.

Nächstes Wochenende bestreiten die Nordischen Kombinierer ihr Weltcup-Finale in Schonach. Die Qualifikation beginnt am Freitag um 16 Uhr. Der traditionelle Schwarzwaldpokal findet um 12 Uhr (Springen) und 14.15 Uhr (Skilanglauf) statt. Der zweite Weltcup-Wettbewerb beginnt am Sonntag bereits um 10 Uhr auf der Langenwaldschanze und endet mit dem Skilanglaufrennen im Skistadion Wittenbachtal um 13 Uhr.