"Öfter im Finale stehen"

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Fr, 02. Dezember 2016

Skilanglauf

Erfolgreicher Saisonstart der Langläuferin Sandra Ringwald.

SKILANGLAUF. Der Auftakt macht Hoffnung: Kurz nach einem Infekt schaffte Sandra Ringwald im ersten Langlauf-Weltcuprennen der Saison schon die halbe Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Lahti (Finnland) im Februar. Im finnischen Ruka kam die 26-jährige Schönwälderin im Klassik-Sprint als beste Deutsche auf Rang zwölf. Tags darauf sammelte sie als 25. über zehn Kilometer klassisch weitere Weltcup-Punkte.

Abgesehen von zwei kleinen Infekten lief die Saisonvorbereitung für die quirlige Frohnatur gut, wie sie sagt. Ende März bis Ende Juni hatte allerdings ein Bundeswehrlehrgang in Hannover den Trainingsumfang der Sportsoldatin etwas eingeschränkt. Jeden Monat gab’s einen Lehrgang mit der Mannschaft mit wechselnden Schwerpunkten. Ende Juli maßen sich die Läuferinnen von Bundestrainer Torstein Drivenes in Sandnes (Norwegen) in Testwettkämpfen mit der norwegischen Konkurrenz, bei einem Höhentrainingslager in Südtirol lag der Fokus auf der Grundlagenausdauer. Sandra Ringwald feilte im Sommer vermehrt an ihrer Technik und versuchte, den Doppelstockeinsatz zu verbessern.

Zuletzt fanden die deutschen Langläufer und -läuferinnen in Saariselkä (Finnland) "super Trainingsbedingungen" vor. Auf die Testwettkämpfe musste Ringwald, die für das Skiteam Schonach-Rohrhardsberg startet, wegen ihres Infekts jedoch verzichten. Deshalb vermochte sie auch ihre Form nicht einzuschätzen. Der guten Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch: "Die passt bei uns im Team", verrät sie. "Wir verstehen uns alle bestens, was natürlich wichtig ist, wenn man so lange Zeit zusammen unterwegs ist."

Vergangene Saison war Sandra Ringwald auf Rang 17 die beste deutsche Langläuferin im Gesamtweltcup, in der Sprintwertung schaffte sie es als Zehnte sogar in die Top Ten. Für diese Erfolge wurde sie mit dem Goldenen Ski ausgezeichnet. Ihre Stellung im Team habe sich nicht verändert, beteuert sie – "und Druck verspür’ ich auch nicht dadurch".

Saisonhöhepunkt ist die WM in Lahti. Ringwalds Hauptaugenmerk wird dem Sprint gelten. Dort liegt ihre Stärke, wie ihre besten Weltcup-Ergebnisse – Rang fünf sowie ein dritter Platz im Teamsprint in Planica (Slowenien) im vergangenen Januar – belegen. Auch den Teamsprint und die Staffel hat die Schwarzwälderin im Blick: "Ich würde mich freuen, wenn wir unser Bestes bei der WM in Lahti zeigen können und ganz vorne mitmischen würden. Mein Ziel ist es, diesen Winter dort anzuknüpfen, wo ich letztes Jahr aufgehört habe, und mich kontinuierlich zu steigern." So möchte sie "öfter mal im Sprintfinale stehen, bei manchen Distanzrennen in den Top 15 dabei sein und bei den Teamwettbewerben das Stockerl nie aus den Augen verlieren".

Die 26-Jährige ist eine von sieben Langläuferinnen in der Lehrgangsgruppe 1a des Deutschen Skiverbands (DSV). Sie freut sich, dass die "Oldies" Steffi Böhler (SC Ibach/35) und Nicole Fessel (SC Oberstdorf/33) noch dabei sind. Im Weltcup geht’s bereits heute in Norwegen weiter: Zum Auftakt der dreitägigen "Mini-Tour" in Lillehammer wird der Sprint in der klassischen Technik ausgetragen.

Für die Rennen am 3. und 4. Januar in Oberstdorf bei der "Tour de Ski" wünschen sich Ringwald und Böhler übrigens viel Unterstützung aus der Heimat: "Steffi und ich wären heiß auf eure ’Schwarzwaldpower’!", teilt die Schönwälderin den "lieben BZ-Lesern" mit.