Pure Freude auf dem breiten Brett

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 15. Dezember 2017

Snowboard

Snowboardcrosserin Jana Fischer vom SC Löffingen erfüllt beim Weltcup halbe Olympianorm / Paul Berg dominiert in Val Thorens.

SNOWBOARDCROSS (olik). Die deutschen Boardercrosser haben sich beim Weltcup-Rennen im französischen Val Thorens eindrucksvoll zurückgemeldet und den enttäuschenden Saisonauftakt mit der stärksten Mannschaftsleistung der jüngeren Vergangenheit und dreieinhalb erfolgreich erfüllten nationalen Olympianormen vergessen gemacht. Der Konstanzer Paul Berg feierte den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere, die 18-jährige Jana Fischer vom SC Löffingen belegte Rang 16 und schaffte damit die halbe Olympianorm.

Im dritten Weltcup-Rennen nach seiner überstandenen Kreuzbandverletzung fuhr Paul Berg ( 26), der bereits seine Achtel-, Viertel- und Halbfinal-Heats souverän dominiert hatte, im Finale der Männer erneut taktisch klug und sicherte sich vor dem Qualifikationsschnellsten Adam Lambert (Australien) und dem Spanier Lucas Eguibar seinen zweiten Weltcup- sieg. "Das ist der Hammer, aber wie sagt man so schön, unverhofft kommt oft", erklärte Berg seinen Husarenritt sichtlich überwältigt. Auch wenn die Qualifikationsergebnisse schon in die richtige Richtung gedeutet hatten, "wussten wir nach dem Trainerwechsel ja nicht wirklich, wo wir stehen. Dass es jetzt so gut läuft, liegt vor allem an der Toppleistung der Wachsmänner", so der Konstanzer. "Unsere Bretter waren einfach eine Liga besser als die Boards der Konkurrenz." Das sei der Lohn für die harte Arbeit.

Konstantin Schad (Fischbachau, 30) auf Platz vier und Martin Nörl (Sonthofen, 24) auf Rang acht konnten wie Berg ebenfalls die nationale Qualifikationsnorm für die Olympischen Spiele in Pyeongchang erfüllen. "Jetzt ist es natürlich das Ziel, dass wir mindestens zu dritt nach Südkorea fahren", so Berg, der dank der furiosen Vorstellung im Weltcup-Ranking auf Rang fünf vorrückte. Um geschlossen bei den kommenden Winterspielen starten zu können, muss das Trio allerdings bis zum 21. Januar 2018 die internationalen Quotenplätze verteidigen. Insgesamt 40 Männer (maximal vier pro Land) dürfen bei den Spielen in Pyeongchang im Snowboardcross antreten.

Bei allen Rechnungen überwog aber im Ziel die pure Freude angesichts des imposanten Comebacks des SBX-Nationalteams. Die 18-jährige Jana Fischer vom SC Löffingen, bemerkenswertes Talent im deutschen Snowboardcross-Frauenteam, durfte sich dank ihres ersten Finaleinzuges beim dritten Weltcupstart ihrer noch jungen Karriere mit Rang 16 über ihr bislang bestes Ergebnis im Weltcup-Zirkus freuen und erfüllte damit die halbe nationale Olympia-Qualifikationsnorm des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Der Sieg ging an die fünffache Weltmeisterin Lindsey Jacobellis (USA), die sich gegen Chloe Trespeuch (Frankreich) und die Italienerin Michela Moioli durchsetzen konnte.