Rebensburg kämpft sich zurück

dpa

Von dpa

Sa, 30. Dezember 2017

Ski Alpin

Platz zwei bei Riesenslalom in Lienz / Wiesler verpasst Durchgang zwei / Dreßen überzeugt in Bormio.

LIENZ/BORMIO (dpa/BZ). Viktoria Rebensburg hat sich beim Riesenslalom in Lienz aus der Weihnachtspause zurückgemeldet und ihre Ambitionen für die Olympischen Winterspiele untermauert. "Der zweite Platz ist ein super Resultat, auch als Abschluss des Jahres", sagte sie am Freitag in Österreich nach dem knapp verpassten dritten Saisonsieg. Auf Siegerin Federica Brignone (Italien) fehlten Deutschlands bester Skirennfahrerin nur 0,04 Sekunden. "Im ersten Moment knabbert man schon ein bisschen an den vier Hundertsteln", sagte Rebensburg – war aber vor allem froh über das Ende der Schwächephase vor den Feiertagen.

In Frankreich war Rebensburg beim Super-G in Val d’Isère erst heftig gestürzt, zwei Tage später kam sie angeschlagen im Riesenslalom von Courchevel nicht über Rang 14 hinaus. Die kurze Pause vor Heiligabend war überfällig. "Das war für mich extrem wichtig, dass ich danach Zeit gehabt habe daheim, um die Akkus aufzuladen", berichtete die Sportlerin vom SC Kreuth, nachdem sie in Lienz die Führung in der Riesenslalom-Wertung zurückerobert hatte. Mikaela Shiffrin (USA) wurde Dritte (+0,08 Sekunden) und hat nun 13 Punkte Rückstand auf Rebensburg.

"Sie hat klar gezeigt, dass sie den Riesenslalom in Frankreich weggesteckt hat", sagte Alpinchef Wolfgang Maier. Körperlich angeschlagen, dazu passte das Material in Courchevel nicht – Rebensburg war in Frankreich so gefrustet von sich und der Welt, dass sie im Ziel sogar die Ski in den Schnee schleuderte. Ein Ausbruch, wie er bei ihr so gut wie nie vorkommt. "Die Vicky ist nicht das emotionslose Schlachtross. Sie geht mit gewissen Dingen sensibel um", sagte Maier.

Uneingeschränkt glücklich war der deutsche Alpinchef nach dem letzten Frauen-Weltcup des Jahres aber dennoch nicht – schließlich lag Rebensburg nach dem ersten Durchgang noch in Führung und war auch bei allen Zwischenzeiten im Finale vorne. Der dritte Sieg im vierten Riesenslalom des Olympiawinters war greifbar. "Eigentlich würde ich sagen, es war ein verschenkter Erster – auch wenn es prinzipiell eine gute Leistung war", sagte Maier.

Richtig verärgert war Maier dagegen über die anderen deutschen Starterinnen. Maren Wiesler aus Münstertal und Jessica Hilzinger waren viel zu langsam und verpassten das Finale der besten 30 deutlich, Katrin Hirtl-Stanggassinger schied nach nur wenigen Toren aus. "Die sind enttäuschend Ski gefahren", urteilte Maier.

Thomas Dreßen hat sich gleichzeitig bei der alpinen Kombination der Männer in Bormio für eine überraschend gute Leistung mit Rang fünf und dem besten Weltcup-Ergebnis seiner Karriere in dieser Disziplin belohnt. Auf Sieger Alexis Pinturault (Frankreich) fehlten dem einzigen deutschen Starter in Italien 0,83 Sekunden. Rang zwei ging nach der Kombi aus Abfahrt und Slalom an Peter Fill aus Südtirol, der 0,42 Sekunden Rückstand hatte. Dritter nach den Top 30 aus der Abfahrt war Kjetil Jansrud aus Norwegen.