Roman Rees qualifiziert sich für Weltcup

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Di, 29. November 2016

Biathlon

Der 23-Jährige überzeugt im IBU-Cup / Annika Knoll ist "fürs erste Rennen ganz zufrieden".

BIATHLON. Was für ein Comeback: Roma Rees (SV Schauinsland) hat zwei vermaledeite Winter hinter sich mit Krankheiten und Verletzungen und läuft bei seinem ersten wichtigen Biathlonrennen in dieser Saison in Beitostoelen (Norwegen) in einem internationalen Feld auf den zweiten Platz. "Ich freue mich. Das war ein perfektes Rennen, das Laufen war überragend", sagt der 23-Jährige aus Hofsgrund. Er wurde für den Weltcup in Östersund (Schweden) nachnominiert.

Im ersten Sprint des IBU-Cups, international die zweite Liga nach dem Weltcup, lag Rees 16,7 Sekunden hinter dem siegreichen Norweger. In der Laufzeit war der Schwarzwälder schneller, beim Liegendschießen hatte er jedoch eine Scheibe verfehlt, während der Norweger ohne Strafrunde durchkam. Im zweiten Sprintrennen, das aufgrund starker Windböen von Samstag auf Sonntag verlegt wurde, zeigte Rees bis auf das Stehendschießen erneut eine famose Leistung. Er lag nach dem Liegendschießen, bei dem er alle Scheiben abräumte, in den Top Ten. Das Stehendschießen war bei starkem Wind eine Lotterie, einige kamen gut durch, Rees nicht: Er traf bei der Fünferserie im stehenden Anschlag nur eine Scheibe und musste vier Strafrunden drehen. In Klassement ergab das den 29. Platz, in der Addition beider IBU-Cuprennen war er dennoch bester Deutscher und durfte gestern weiter nach Östersund reisen, wo der erste Weltcup der Saison ausgetragen wird. "Ich fahre nicht dahin, nur um dabei zu sein. Mein Ziel ist, mich zu zeigen und vielleicht zu etablieren", sagt Rees. Aufgrund einer Trainerentscheidung wurde auch Florian Graf (WSV Eppenschlag) für Östersund nachnominiert.

"Was ich mir

vorgenommen habe,

ist voll gut aufgegangen."

Biathlet Benedikt Doll
Lukas Rombach (SC Wehr) kam beim IBU-Cup in Beitostoelen mit den schwierigen Windbedingungen nicht zurecht und belegte mit sieben Schießfehlern den 68. Platz. Im zweiten Sprint verfehlte er vier Scheiben und wurde 25.

Auch die Leistungen von Annika Knoll (SV Friedenweiler-Rudenberg) litten in Beitostoelen unter den teilweise unbeherrschbaren Windböen. Sie wurde 49. im Feld der fast 100 Starterinnen. "Es hat gestürmt. Ich habe dadurch viel Zeit beim Stehendschießen verloren", sagt die 23-jährige B-Kader-Athletin, die mit ihrer läuferischen Leistung "fürs erste Rennen ganz zufrieden" war. Gewonnen hat den IBU-Sprint bei den Frauen die vom Skilanglauf zu den Biathletinnen gewechselte Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), obwohl sie sechs der zehn Scheiben verfehlte. Im zweiten IBU-Wettkampf kam Annika Knoll nach einem Fehler beim Liegendschießen und zwei Fahrkarten stehend auf den 34. Platz. Sie ist bekannt dafür, dass sie im Verlauf der Saison stärker wird. Im vergangenen Winter zeigte sie bei der Europameisterschaft in Tjumen (Rußland) im Sprint ihr bestes Saisonrennen und gewann die Bronze.

Benedikt Doll (SZ Breitnau) zeigte beim Weltcup-Saisonauftakt in Östersund (Schweden) in der Mixedstaffel eine formidable Leistung. Als dritter Läufer ging er ins Rennen, Laura Dahlmeier (SC Partenkirchen) hatte auf Platz drei liegend an ihn übergeben. Der 26-Jährige aus Breitnau ging mit mächtigen Stockschüben und raumgreifenden Skatingschritten auf das 7,5-Kilometer lange Teilstück. "Läuferisch war das ganz ordentlich, auch wenn es im ersten Rennen nie so richtig leicht geht", sagt Doll. Als er in einer Vierergruppe lief, konnte man gut erkennen, dass seine Ski nicht die Schnellsten waren. Mit neuem Gewehrschaft zeigte er zwei gute Fünferserien am Schießstand, lediglich stehend verfehlte er eine Scheibe: "Da habe ich zu schnell geschossen." Während der Italiener und Franzose auf der zweiten Laufrunde mächtig Gas gaben, blieb Doll bei seinem Tempo. "Von den Muskeln her konnte ich noch nicht schneller laufen." Die Taktik machte sich bezahlt. Während der Italiener Lukas Hofer und der Franzose Fabien Claude in die Strafrunde mussten, sicherte Doll mit nur einem Nachlader stehend den zweiten Platz ab, den Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld) ins Ziel brachte. "Das war ein grundsolides Rennen", kommentiert Doll seine Leistung, "was ich mir vorgenommen habe, ist voll gut aufgegangen".

Am Donnerstag (18 Uhr) geht es für die Männer beim Weltcup in Schweden weiter mit dem Einzelrennen. Erstmals stehen zwei Schwarzwälder am Start. Wie spannend ist das denn!