Schnupperkurs im Weltcup

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Di, 02. Januar 2018

Skilanglauf

Janosch Brugger startet mit Achtungserfolgen in die Tour de Ski.

SKILANGLAUF. Die Schwarzwälder Kollegin Steffi Böhler (SC Ibach) machte in Lenzerheide ihre Olympia-Teilnahme klar und der 16 Jahre jüngere Janosch Brugger (WSG Schluchsee) sammelte wertvolle internationale Erfahrung – die Tour de Ski ist für alle Langläufer eine Herausforderung. Die Hotzenwälderin hat seit der Premiere in der Saison 2006/07 jedes Jahr daran teilgenommen, der 20-jährige Lenzkircher betrat bei der zwölften Auflage des Weltcup-Etappenrennens Neuland. Und der jüngste aller 94 männlichen Starter zu Tourbeginn schlug sich in der Schweiz höchst wacker. "Insgesamt ist die Tour bis jetzt nicht herausragend, aber auch nicht schlecht", so seine Zwischenbilanz.

Beim Auftakt am Samstag fand Janosch Brugger, der Sprint-Juniorenweltmeister von 2017, sich nach dem Klassik-Sprint über 1,5 Kilometer mit seiner Zeit von 3:14,03 Minuten auf Rang 80 wieder. Sein Rückstand auf Prolog-Sieger Sergei Ustjugow (Russland) betrug 15,57 Sekunden. Keiner der zehn deutschen Männer konnte sich bei Schneefall fürs Viertelfinale der besten 30 qualifizieren. Brugger ließ drei Kollegen aus dem Team des Deutschen Skiverbands hinter sich. Dennoch war er selbst "nicht zufrieden, denn ich kam nicht ins Rennen rein, da es ja auch eine megakurze Laufzeit war".

Besser sah es am nächsten Tag aus. An Silvester gingen noch 86 Männer im Einzelrennen über 15 Kilometer in der klassischen Technik an den Start. Der Lenzkircher war "gut drauf", obwohl es sehr schwer zu laufen war, wie Brugger schildert: "extrem eisig, mit zum Teil extrem schnellen und auch gefährlichen Abfahrten". Seine Ski, an diesem Tag "nicht so der Hammer", kosteten ihn nach eigener Einschätzung eine bessere Zeit. Der junge Hochschwarzwälder bewältigte die Distanz auf rund 1400 Meter Meereshöhe in 38:09,0 Minuten und lag damit 2:39,5 Minuten hinter Tagessieger Dario Cologna (Schweiz), der die Tour de Ski schon dreimal gewinnen konnte. Als 57. behauptete Brugger sich im zweiten Drittel der 85 Finisher und vor dem Oberwiesenthaler Valentin Mättig (63.) und dem Schwaben Florian Notz (SZ Römerstein/70.).

Als dritter Wettkampf binnen drei Tagen stand an Neujahr die Verfolgung über 15 Kilometer auf dem Programm, diesmal in der Skatingtechnik. Mit Startnummer 60 ging Janosch Brugger 3:18 Minuten hinter Spitzenreiter Ustjugow ins Rennen. Es war anders als am Vortag "gut zu laufen", auch wenn ihm das Rennen am Anfang etwas zu schnell war. Als im Feld ein wenig Ruhe einkehrte, "war es zwar ein extrem hartes Rennen, aber doch in Grüppchen bewältigbar", sagt der Lenzkircher über seinen vierten Weltcup-Einsatz. Florian Notz, der zwölf Sekunden nach ihm gestartet war, lief in der ersten der vier Runden zu ihm auf und überholte den Schwarzwälder. Der Sohn von Landestrainer Dieter Notz verbesserte sich auf den 56. Platz. 5:17,5 Minuten hinter Tagessieger Cologna, der die Führung in der Tour-Gesamtwertung übernahm, lief Brugger als 62. ins Ziel. Nach dem zufriedenstellenden Auftakt freut sich der 20-Jährige auf Oberstdorf, wo die Tour de Ski am Mittwoch mit einem Klassik-Sprint fortgesetzt wird.