Wintersport

Schwarzwälder Fabian Rießle wird Dritter beim Weltcup-Finale der Kombinierer in Schonach

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

So, 25. März 2018 um 15:30 Uhr

Wintersport

Akito Watabe aus Japan kann auch das Weltcup-Finale der Nordischen Kombinierer in Schonach für sich entscheiden. Fabian Rießle von der Skizunft Breitnau springt und läuft am Sonntag auf Rang drei.

Er war noch einmal ein großes Fest des Wintersports, der Doppel-Weltcup der Nordischen Kombinierer im Schwarzwald. Jeweils mehr als 10000 Zuschauerinnen und Zuschauer säumten an beiden Tagen den Auslauf der Langenwaldschanze und die Skatingpiste im Skistadion Wittenbachtal, die 400 Helferinnen und Helfer vom Skiclub Schonach und anderen Vereinen der Region strahlten mit der Sonne um die Wette.

Rießle beendet die bislang erfolgreichste Saison seines Lebens

Am Samstag hatte Weltcup-Gesamtsieger Akito Watabe aus Japan den 46. Schwarzwaldpokal vor dem Norweger Jarl Magnus Riiber und dem Österreicher Bernhard Gruber für sich entschieden. Am Sonntag, beim letzten Weltcup dieses langen olympischen Winters, setzte sich Watabe abermals vor Riiber durch. Der Schwarzwälder Rießle konnte bei seinen Heimwettkämpfen zwar nicht mehr an die Siegesserie in Klingenthal und Trondheim anknüpfen, war an beiden Tagen als Siebter und Dritter aber bester Vertreter des Deutschen Ski-Verbands (DSV). In der Weltcup-Gesamtwertung beendete der 27 Jahre alte deutsche Top-Starter aus St. Märgen hinter Watabe und dem Norweger Jan Schmid die bislang erfolgreichste Saison seines Lebens ebenfalls auf Rang drei.

Das sportliche Ergebnis des DSV-Kaders im Schwarzwald war angesichts der sensationellen Leistungen bei den Winterspielen in Südkorea allerdings zweitrangig. "Nach all dem, was die Nordischen bei Olympia geholt haben, ist das Abschneiden hier völlig ok", sagte Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, bereits am Samstag. Die Kombinierer hatten in Pyeongchang drei von drei möglichen Goldmedaillen gewonnen und dazu noch Silber und Bronze im Wettkampf von der Großschanze. Hörmann, seit jeher gern Gast in Schonach, würdigte das Engagement der Organisatoren vom örtlichen Skiclub.

Lob für die Helferinnen und Helfer

"Auf Schonach ist immer Verlass", sagte er der Badischen Zeitung. Franz Steinle, der Präsident des Deutschen Ski-Verbands, fand wie Hörmann wieder großes Vergnügen daran, den letzten Doppel-Weltcup des Winters 2017/2018 am Traditionsstandort zu verfolgen. "Die Helferinnen und Helfer haben auch diesmal einen hervorragenden Job gemacht", sagte Steinle. Lasse Ottesen, Renndirektor des Internationalen Ski-Verbands (FIS) für die Nordische Kombination, hatte schon am Freitagabend beim traditionellen Weltcup-Empfang die Präparierung der Anlagen gewürdigt: "Es sieht wirklich gut aus auf der Schanze und im Skistadion", sagte der Norweger. "Ich bin seit dem Jahr 2011 verantwortlich. In einem so guten Zustand habe ich die Wettkampfstätten in Schonach noch nicht gesehen."

Lob gab es also reichlich, und auch Fabian Rießle konnte die Saison am Sonntag versöhnlich abschließen. Nach dem Springen ging er als Vierter ins extralange Skatingrennen über 15 Kilometer und gab noch einmal alles. 58 Sekunden trennten ihn zunächst vom Duo Watabe und Riiber, tausende Fans skandierten "Rio, Rio" entlang der Strecke, und der Schwarzwälder gab Gas. Bis auf 13 Sekunden kam er an die Führenden heran, aber der Wettkampf war extrem hart im schweren, nassen Schnee bei frühlingshaften Temperaturen. "Ich hab"s die ganze Zeit versucht", erklärte er später der BZ, "aber der Akito war noch einmal richtig stark". Auch Bundestrainer Hermann Weinbuch attestierte seinem gegenwärtig besten Kombinierer "einen großartigen Kampf". Watabe und Riiber konnten sich gegenseitig unterstützen, Rießle hingegen habe vom ersten bis zum letzten Meter einsam geackert. Insgesamt habe der Team-Olympiasieger von Pyeongchang, Silbermedaillen-Gewinner im Einzel und viermalige Weltcupsieger aber noch einmal einen Sprung nach vorn gemacht in diesem Winter, so Weinbuch. "Er ist im Skispringen besser und beständiger geworden, das ist der Schlüssel." Auch Rießle selbst zeigte sich mit der ganzen Saison sehr zufrieden. "Sie war spitzenmäßig", sagte er. Und in Richtung der vielen Zuschauer im Schwarzwald: "Danke für alles, liebe Fans."

"Eric hat all seine Energie für die Olympischen Spiele aufgewandt." Bundestrainer Hermann Weinbuch
Eric Frenzel hingegen, der Dreifach-Olympiasieger aus Oberwiesenthal, war sichtlich am Ende seiner Kräfte nach der anstrengenden Saison. Er landete auf den Plätzen 18 und 13. "Eric hat all seine Energie für die Olympischen Spiele aufgewandt", erklärte Bundestrainer Weinbuch. "Er ist seit einem Jahrzehnt auf höchstem Niveau unterwegs. Das wird natürlich nicht leichter, je älter er wird." Auch Rekordweltmeister und Doppel-Olympiasieger Johannes Rydzek aus Oberstdorf war merklich ausgepowert in Schonach. Deutschlands Sportler des Jahres 2017 wurde 22. und 17. Der Freiburger Manuel Faißt vom SV Baiersbronn beendete die Saison auf den Plätzen 20 und 15. Tobias Simon von der Skizunft Breitnau wurde am Samstag 39. und konnte am Sonntag im Feld der 30 Besten nicht mehr antreten.

Die Weltcup-Standorte im Schwarzwald haben allen Grund, an der bald anderthalb Jahrhunderte währenden Tradition des Skisports in ihrer Region noch eine ganze Weile festzuhalten. Fünf Großveranstaltungen organisierten sie in diesem Winter, fünf Mal war die Welt zu Gast, fünf Mal ging alles gut. Im Dezember starteten die Skispringer in Titisee-Neustadt und die Skispringerinnen in Hinterzarten. Im Januar bereiteten sich die Nordischen Behindertensportler bei ihrem Weltcup in Oberried auf die Paralympics in Südkorea vor. Unmittelbar vor den Olympischen Winterspielen kamen die Snowboardcrosser zum Feldberg - und zuletzt sprangen und liefen die Kombinierer in Schonach in den beginnenden Frühling hinein. Stefan Wirbser, der Präsident des Skiverbands Schwarzwald, konnte einen Haken hinter diesen Winter setzen. "Wir haben perfekt abgeliefert", sagte er.