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10. Februar 2012

Simon und Straub dürfen in die Türkei

Breitnauer Kombinierer und Skispringerin aus Langenordnach für Junioren-WM nominiert / Niklas Wangler darf noch hoffen.

SKI NORDISCH. Der Nordische Kombinierer Tobias Simon von der SZ Breitnau und die Skispringerin Ramona Straub aus Langenordnach zählen zum 36-köpfigen Aufgebot des Deutschen Skiverbands (DSV) für die Nordische Junioren-Weltmeisterschaft und U 23-WM, die vom 19. – 26. Februar erstmals in der Türkei ausgetragen wird. In der rund 367000 Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Erzurum in Ostanatolien wurde vor zwei Jahren eine hochmoderne Skiarena mit anspruchsvollen Loipen und zwei futuristisch anmutenden Schanzen geschaffen.

Tobias Simon (19), Schüler des Skiinternats Furtwangen und derzeit mit dem Büffeln fürs Abitur an der Robert-Gerwigschule sowie der Kombination sehenswerter Luftfahrten und rasanter Laufleistungen auf der Skatingpiste gefordert, weiß was ihn erwartet. Vor vier Wochen hatte sich der schlaksige Hochschwarzwälder nach der Zwischenlandung in Istanbul und einem zweiten, 1000 Kilometer weiten Lufthopser nach 15 strapaziösen Stunden Anreise in Erzurum das Ticket für die Junioren-WM gesichert. Bei zwei Continentalcups belegte er die Ränge sechs und sieben – und gewann das zweite Kombinationsspringen mit einem 104,5 Meter weiten Satz.

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Bei der Junioren-WM zählt Tobias Simon, der vor zwei Jahren bei der Heim-Weltmeisterschaft in Hinterzarten nur wehmütig zuschauen durfte und im vergangenen Jahr erneut den Sprung zur JWM verpasste, zum Kreis der Medaillen-Kandidaten – zumindest im Team, weiß er in der Türkei doch einen weltcup-erfahrenen Starter neben sich: Manuel Faißt. Der 19-jährige Baiersbronner lebt zusammen mit dem Breitnauer Kombinierer Fabian Rießle, der in diesem Winter kometenhaft in die Weltspitze vorstieß, in einer Freiburger Sportler-WG und ist im Team von Bundestrainer Hermann Weinbuch einer der jungen Wilden mit ermutigenden Zukunftsperspektiven: beim Weltcup im österreichischen Ramssau belegte Faißt kurz vor Weihnachten Rang sieben.

Neben Christian Arlt (Johanngeorgenstadt) und Michael Schuller (WSV Lauscha) zählt ein weiterer Mann aus der Trainingsgruppe von Landestrainer Danny Winkelmann zum fünfköpfigen DSV-Aufgebot in der Kombination: Tobias Haug vom SV Baiersbronn, wie Simon Schüler am Skiinternat Furtwangen. Gleich vier Skispringerinnen aus Baden-Württemberg dürfen neben der Oberstdorferin Katharina Althaus, die jüngst bei den Olympischen Jugendspielen in Innsbruck zwei Medaillen gewann, bei der Junioren-WM in der Türkei abheben: die angehende Zierpflanzengärtnerin Ramona Straub (18) vom SC Langenordnach, die Anfang Januar beim ersten Frauenweltcup-Skispringen auf deutschem Boden in Hinterzarten ihre ersten Weltcup-Punkte gewann sowie Svenja Würth (Baiersbonn), die erst 15-jährige Anna Rupprecht und Carina Vogt (beide Degenfeld). Drei Chancen, als DSV-Starter Nummer fünf für die Junioren-WM nachnominiert zu werden, hat am Wochenende der Breitnauer Skispringer Niklas Wangler bei den Alpencup-Wettbewerben im slowenischen Kranj. Heute Freitag, wird das Springen nachgeholt, das vor zwei Wochen in Hinterzarten einem Orkantief zum Opfer gefallen war. Am Samstag und Sonntag warten zwei weitere Herausforderungen auf Wangler, der im Spätherbst die Alpencup-Führung übernommen hatte, nach einem kleinen Leistungstief im Januar aber das gelbe Trikot verlor. Das will sich Wangler in Kranj zurückerobern. "Das Zeug dazu hat er", weiß Bundes-Nachwuchstrainer Rolf Schilli, der gestern zusammen mit Wangler im Skibus des Skiinternats Furtwangen (SKIF) die Reise nach Slowenien antrat. Mit an Bord war auch Tobias Löffler vom Skiteam Schonach-Rohrhardsberg, der sich am 8. Oktober den deutschen Juniorenmeistertitel gesichert hatte. Trainingspartner und Kumpel sind Wangler und Löffler, doch in Kranj sind sie vor allem Konkurrenten. Denn nur einer von beiden kann das JWM-Ticket gewinnen. Vielleicht gibt es aber auch einen lachenden Dritten: Matthias Menz. "Wir werden nicht nur nach Ergebnis nominieren", sagt Rolf Schilli.

Den Sprung zur Junioren-WM verpasst hat Langläufer Michael Fehrenbach vom SC St. Märgen, der trotz ansprechender Leistungen im Continentalcup nicht für das sechsköpfige DSV-Aufgebot nominiert wurde. In der dünnen Höhenluft der Türkei sein Können zeigen darf dagegen Florian Notz (Römerstein), Sohn von Landestrainer Dieter Notz. Bei den Juniorinnen ist Eva Wolf vom SV Agenbach nominiert.

Langläuferin Sandra Ringwald vom Skiteam Schonach-Rohrhardsberg, die am vergangenen Wochenende den Sprint und das Klassik-Rennen beim Continentalcup in Campra (Schweiz) gewann, hat bei der U23-Weltmeisterschaft in Erzurum Außenseiterchancen.

Autor: Johannes Bachmann